Zscaler, Aktie

Zscaler Aktie: Anwälte prüfen Prognose vom 26. Mai

19.06.2026 - 11:50:01 | boerse-global.de

Nach enttäuschender Prognose und 31,5 Prozent Kursverlust untersuchen zwei US-Kanzleien mögliche Wertpapierverstöße bei Zscaler.

Zscaler Aktie: Anwaltskanzleien prüfen nach Kurssturz mögliche Klagen
Zscaler - Ein stilisiertes Rechtsdokument mit einer Lupe, die den Text prüft, und einem unscharfen Aktienchart im Hintergrund. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Aktie des Cloud-Sicherheitsspezialisten Zscaler steckt seit Wochen in einer handfesten Krise. Jetzt rücken auch Anwaltskanzleien in den Fokus.

Gleich zwei US-Kanzleien haben Untersuchungen angekündigt. Sie prüfen mögliche Verstöße gegen Wertpapiergesetze durch Zscaler und das Management. Der Auslöser: eine Prognose vom 26. Mai.

Die Quartalszahlen selbst fielen ordentlich aus. Der Umsatz stieg um 25 Prozent auf 850 Millionen Dollar, der Gewinn je Aktie übertraf die Erwartungen. Doch der Ausblick enttäuschte. Zscaler rechnet für das laufende Vierteljahr mit Erlösen zwischen 875 und 878 Millionen Dollar. Analysten hatten mit 879 Millionen gerechnet.

Die Folge: Ein brutaler Ausverkauf. Die Aktie verlor in einer einzigen Sitzung 31,5 Prozent – der größte Tagesverlust der Unternehmensgeschichte.

Seitdem hat sich die Lage nicht erholt. Aktuell notiert das Papier bei 107,70 Euro, nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 98,95 Euro. Auf Jahressicht summiert sich das Minus auf fast 59 Prozent. Zum Vergleich: Im November 2025 kostete eine Aktie noch über 292 Euro.

Insiderverkäufe – Routine oder Warnsignal?

Die aufgeregte Stimmung bekommt zusätzliche Nahrung durch Aktienverkäufe aus dem Management. Zscaler-Chef Jagtar Singh Chaudhry veräußerte Mitte Juni 2.878 Aktien. Das Unternehmen betont, es handele sich um Routine – die Papiere dienten der Steuerzahlung für eingelöste Aktienoptionen. Auch ein Direktor verkaufte 177 Anteile, allerdings über einen vor Monaten aufgesetzten Plan. Solche 10b5-1-Pläne sind branchenüblich und dienen der Vermeidung von Insider-Vorwürfen.

Trotzdem: Das Timing ist ungünstig. Wenn Führungskräfte in einer Phase des Misstrauens verkaufen, hinterfragen Anleger schnell die Motive.

Institutionelle Anleger uneins

Das Bild der Großinvestoren zeigt keine klare Richtung. Capital Impact Advisors baute im Schlussquartal 2025 eine neue Position mit 141.000 Aktien auf. T. Rowe Price reduzierte sein Engagement dagegen um 14,6 Prozent und verkaufte über 329.000 Papiere.

Beide Bewegungen stammen allerdings aus einer Zeit, als die Aktie noch deutlich höher notierte.

Die Untersuchungen der Anwaltskanzleien sind noch in einer frühen Phase. Ob sie zu Sammelklagen führen, ist offen. Für Zscaler kommt die zusätzliche öffentliche Prüfung zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt: Die Aktie hat kein Vertrauen mehr, der Ausblick muss sich erst wieder beweisen. Der nächste Test folgt mit den Quartalszahlen im August.

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