Zscaler Aktie: 14 Prozent organisches Wachstum schockt
28.05.2026 - 20:03:19 | boerse-global.deZscaler steht nach den Quartalszahlen vom 26. Mai unter Druck. Die Aktie verlor an einem Tag über 30 Prozent und notiert bei 109,04 Euro – nur neun Prozent über dem 52-Wochen-Tief. Der Auslöser: Anleger zweifeln daran, ob das Cloud-Security-Unternehmen ohne Zukäufe noch organisch wachsen kann.
Wachstum mit Sternchen
Im dritten Geschäftsquartal bis Ende April 2026 stieg der Umsatz um 25 Prozent auf 850,5 Millionen Dollar. Klingt solide. Die entscheidende Kennzahl ist aber eine andere: Annual Recurring Revenue (ARR) – das Maß für wiederkehrende Erlöse aus Abonnements.
Die ARR kletterte um 25 Prozent auf 3,525 Milliarden Dollar. Ohne die zugekaufte Red Canary blieb ein Plus von 21 Prozent auf 3,398 Milliarden Dollar. Noch deutlicher wird es beim Netto-Neuzugang: Von 166 Millionen Dollar neuer ARR im Quartal entfielen 127 Millionen auf Red Canary. Das organische Wachstum lag bei 14 Prozent.
Für Investoren ist das ein Problem. Sie wollen sehen, dass Zero Trust, SASE und KI-Sicherheit aus eigener Kraft ziehen – nicht nur durch Übernahmen aufgebläht werden.
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Profitabilität bleibt zweischneidig
Operativ verbesserte sich Zscaler leicht. Das bereinigte operative Ergebnis stieg auf 195,8 Millionen Dollar, die Marge kletterte von 22 auf 23 Prozent. Nach GAAP-Standard fiel hingegen ein Nettoverlust von 13,9 Millionen Dollar an, mehr als im Vorjahr.
Der operative Cashflow sank auf 198 Millionen Dollar, nach 211 Millionen ein Jahr zuvor. Der Free Cashflow legte zwar auf 136 Millionen Dollar zu, die Marge schrumpfte aber von 18 auf 16 Prozent. Für das Gesamtjahr senkte Zscaler die Free-Cashflow-Marge-Prognose von 26,5 bis 27 Prozent auf 22,8 bis 23,3 Prozent – Grund sind höhere Investitionen im hohen einstelligen Prozentbereich des Umsatzes.
KI-Offensive als strategische Antwort
Zscaler versucht, die Wachstumsstory über KI-Sicherheit neu zu erzählen. Die geplante Übernahme von Symmetry Systems soll die Zero Trust Exchange Plattform mit Access-Graph-Technologie verbinden, um KI-Agenten-Kommunikation im Unternehmensmaßstab zu steuern. Die Technologie kartiert, wie menschliche und nicht-menschliche Identitäten, Anwendungen und Daten im Unternehmen verbunden sind.
Parallel trat Zscaler Anthropics Project Glasswing bei und integrierte das Claude Mythos Preview Modell in den sicheren Softwareentwicklungszyklus. Mit OpenAI kooperiert das Unternehmen über DayBreak und bindet das spezialisierte GPT 5.5-Cyber Modell sowie Codex Security in die interne Multi-Agenten-Sicherheitsarchitektur ein.
Prognose erhöht die Messlatte
Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 erwartet Zscaler einen Umsatz von 875 bis 878 Millionen Dollar – ein Wachstum von rund 22 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit einer ARR von 3,740 bis 3,749 Milliarden Dollar, was 24 Prozent Wachstum entspricht. Der Jahresumsatz soll bei 3,3295 bis 3,3325 Milliarden Dollar liegen, ein Plus von 24,6 bis 24,7 Prozent.
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Das bereinigte operative Jahresergebnis wurde auf 755 bis 757 Millionen Dollar angehoben, von zuvor 742 bis 748 Millionen. Die Anleger honorieren das nicht. Die Aktie notiert 43 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 191,05 Euro und hat seit Jahresbeginn 42 Prozent verloren.
Am 26. Mai lag der Intraday-Umsatz bei 31,8 Millionen Aktien – ein Vielfaches des Normalvolumens. Die Marktkapitalisierung fiel auf rund 20,3 Milliarden Dollar. Zscaler muss in den kommenden Quartalen beweisen, dass die KI-Offensive und Zero-Trust-Nachfrage die ARR auch ohne Übernahmen nachhaltig treiben können.
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