Zoll startet Großoffensive gegen Schwarzarbeit
31.01.2026 - 14:04:11Die deutsche Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) hat mit einer bundesweiten Razzia ein klares Signal gesetzt: Der Kampf gegen organisierte Sozialbetrugsnetzwerke hat oberste Priorität. Rund 800 Beamte durchsuchten am Mittwoch 70 Objekte in sieben Bundesländern.
28 Millionen Euro Schaden im Baugewerbe
Im Zentrum der Ermittlungen steht ein mutmaßlich 15-köpfiges Netzwerk, das über ein Geflecht aus Briefkastenfirmen systematisch Sozialversicherungsbeiträge und Steuern hinterzogen haben soll. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt und das Hauptzollamt Schweinfurt schätzen den Gesamtschaden auf etwa 28 Millionen Euro. Bei den Razzien wurden drei Verdächtige festgenommen und Vermögenswerte im Wert von 15 Millionen Euro sichergestellt. In einer Wohnung fanden Fahnder fast 500.000 Euro Bargeld.
Die Ermittler gehen von einem klassischen Fall von „Abdeckrechnungen“ aus. Dabei werden Scheinrechnungen ausgestellt, um illegale Lohnzahlungen im Baugewerbe zu verschleiern. Diese Praxis schädigt nicht nur die Sozialkassen, sondern benachteiligt auch ehrliche Unternehmen durch unlauteren Wettbewerb.
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Mindestlohn-Erhöhung treibt Kontrolldruck
Die Großrazzia fällt in eine Phase verschärfter Kontrollen zu Beginn des Jahres 2026. Seit dem 1. Januar gilt ein gesetzlicher Mindestlohn von 13,90 Euro. Diese Erhöhung steigert aus Sicht der Behörden den Anreiz für Arbeitgeber, legale Lohnstrukturen zu umgehen.
Bereits Mitte Januar hatte der Zoll bundesweit Nagelstudios durchsucht und dabei einen Schaden von sieben Millionen Euro aufgedeckt. Die aktuellen Ermittlungen im Baugewerbe zeigen: Der Fokus liegt auf Branchen, die anfällig für „Kettenbetrug“ sind. Dabei schieben Subunternehmer die Verantwortung für Sozialabgaben entlang einer undurchsichtigen Lieferkette weiter.
Klingbeil: „Zoll soll schlagkräftiger werden“
Die Offensive ist Teil einer strategischen Neuaufstellung der Zollverwaltung. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil betonte nach den Razzien, der Schutz von Arbeitnehmern vor Ausbeutung und die Sicherung von Staatseinnahmen seien „eine Frage der Gerechtigkeit“. Die Zollverwaltung solle durch gebündelte Kompetenzen und schlankere Strukturen schlagkräftiger werden.
Moderne Analysemethoden spielen dabei eine wachsende Rolle. Das 2025 eingerichtete „KI-Zentrum Zoll“ hilft dabei, verdächtige Muster in Unternehmensdaten und Rechnungsstellungen frühzeitig zu erkennen. Dies ermöglicht zielgenauere, risikoorientierte Prüfungen.
Was bedeutet das für die Wirtschaft?
Für die deutsche Wirtschaft sendet der Start ins Jahr 2026 eine klare Botschaft: Die Ära sporadischer, vorhersehbarer Kontrollen ist vorbei. Seriöse Unternehmen begrüßen dies grundsätzlich, da es den Wettbewerbsnachteil gegenüber preisdrückenden Betrugskonstrukten verringert.
Gleichzeitig steigt der Compliance-Aufwand für alle Beteiligten. Unternehmen sind gut beraten, ihre Subunternehmer sorgfältig zu prüfen und die Dokumentation von Arbeitszeiten und Sozialversicherungsstatus lückenlos zu führen. Denn nach den Regeln der Auftraggeberhaftung können Generalunternehmer für Verstöße ihrer Subunternehmer haftbar gemacht werden.
Experten rechnen im ersten Quartal 2026 mit weiterhin hohen Kontrolldichten. Während Baugewerbe und Gastronomie klassische Schwerpunkte bleiben, zeigen die Razzien in Nagelstudios, dass der Zoll sein Prüfnetz ausweitet. Die Kombination aus digitaler Forensik und behördenübergreifendem Datenaustausch könnte 2026 zu Rekordwerten bei sichergestellten Vermögenswerten und Strafverfahren führen.
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