Zoll-Portal: Letzte Frist für Export-Anmeldungen läuft ab
09.02.2026 - 13:04:12Deutsche Exporteure müssen bis Mitte März auf das neue Zoll-Portal umstellen – sonst droht der Stillstand an der Grenze. Die Abschaltung des alten Systems IAA-Plus ist terminiert.
Seit Anfang Februar läuft die finale Phase einer kritischen IT-Migration der deutschen Zollverwaltung. Das weit verbreitete System „Internet-Ausfuhranmeldung-Plus“ (IAA-Plus) wird vollständig in das zentrale Zoll-Portal integriert. Für Unternehmen, die den Wechsel noch nicht vollzogen haben, wird die Zeit knapp. Ab dem 17. März 2026 ist der eigenständige Zugang zur IAA-Plus nicht mehr möglich.
Harte Deadline: Der 17. März ist Stichtag
Laut dem Zeitplan von ITZBund und Generalzolldirektion wird der alte Zugang über die separate Website internetzollanmeldung.de am 17. März endgültig deaktiviert. Ab dann ist die IAA-Plus-Anwendung nur noch innerhalb des authentifizierten Bereichs des Zoll-Portals (www.zoll-portal.de) erreichbar.
Dieser Wechsel ist mehr als eine reine Adressänderung. Es handelt sich um einen grundlegenden Umbau der Authentifizierung und Nutzerverwaltung für Exportanmeldungen. Die bisherigen Login-Verfahren funktionieren dann nicht mehr. Unternehmen, die bis zum Stichtag kein gültiges Geschäftskundenkonto im Portal eingerichtet haben, riskieren, keine elektronischen Ausfuhranmeldungen mehr tätigen zu können. Die Folge könnten unmittelbare Lieferstopps an der Grenze sein.
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Wirtschaftsverbände betonen: Diese Frist ist absolut. Anders als bei früheren Übergängen ist kein Parallelbetrieb über Mitte März hinaus geplant.
Kritische E-Mail: Haben Sie den Link erhalten?
Ein entscheidender Zwischenschritt fand bereits in der vergangenen Woche statt. Am 2. Februar 2026 verschickte die Zollverwaltung automatisierte E-Mails an eine bestimmte Nutzergruppe: jene, die seit Juli 2024 die IAA-Plus aktiv genutzt, aber noch kein entsprechendes Konto im Zoll-Portal registriert hatten.
Diese Benachrichtigungen sind essenziell, da sie einen personalisierte Registrierungslink enthalten. Gemäß der technischen Vorgaben in der ATLAS-Info 0896/26 ist die Nutzung dieses spezifischen Links für diese Anwender verpflichtend, um sicherzustellen, dass ihre bestehenden Stammdaten und die Historie korrekt ins neue Portal-Konto übernommen werden.
Exporteure sollten umgehend ihren Spam-Ordner und die mit ihrem IAA-Plus-Konto verknüpften E-Mail-Adressen prüfen. Wurde diese E-Mail übersehen, droht ein aufwändigerer manueller Registrierungsprozess, der den automatischen Abgleich der Historie gefährdet. Experten raten: Kann die E-Mail nicht gefunden werden, sollten Unternehmen sofort den Service-Desk kontaktieren oder den Standard-Registrierungsprozess starten – der „nahtlose“ Datentransfer ist dann jedoch möglicherweise nicht mehr gewährleistet.
Technische Hürde: Die EORI-ELSTER-Prüfung
Die Migration zum Zoll-Portal bringt strengere Validierungen für Nutzerkonten mit sich. Kernvoraussetzung für den weiteren Zugang ist die Übereinstimmung der EORI-Nummer mit dem ELSTER-Zertifikat.
Ein Unternehmen, ein Konto
Die Architektur des Portals schreibt vor, dass pro EORI-Nummer nur ein Geschäftskundenkonto existieren darf. Dieses Konto muss mit einem ELSTER-Organisationszertifikat oder einem gleichwertigen eIDAS-Zertifikat registriert werden.
Die Falle der Datenabweichung
Ein häufiges Problem, auf das Handelsberater hinweisen, sind abweichende Identitätsdaten. Der Firmenname und die Steuernummer im ELSTER-Zertifikat müssen exakt mit den Daten übereinstimmen, die unter der EORI-Nummer im Zoll-Stammdatenmanagement hinterlegt sind. Gibt es Diskrepanzen – etwa weil die EORI-Nummer auf eine Tochtergesellschaft, das Zertifikat aber auf die Muttergesellschaft lautet – kann die Registrierung im Portal scheitern.
Da die März-Frist näher rückt, kann die Korrektur solcher Stammdatenabweichungen mehrere Wochen dauern. Unternehmen sind aufgefordert, diese Übereinstimmung sofort zu prüfen. Sind Aktualisierungen der EORI-Daten nötig, sollten Anträge bei der Generalzolldirektion in Dresden umgehend gestellt werden.
Strategischer Hintergrund: Alles aus einer Hand
Diese Migration ist Teil einer übergreifenden Strategie des Bundesfinanzministeriums, alle zollrelevanten Online-Dienste zu zentralisieren. Das Zoll-Portal soll der zentrale Zugangspunkt für alle Interaktionen werden – vom E-Commerce (IBS) über Verbrauchsteuern bis hin zu den Exportanmeldungen via IAA-Plus.
Durch die Verlagerung der IAA-Plus hinter die Authentifizierung des Portals will die Verwaltung die Sicherheit erhöhen und das Nutzermanagement vereinheitlichen. Das Portal nutzt die Infrastruktur des Nutzerkontos Bund, was eine Identitätsprüfung auf dem hohen Sicherheitsniveau gewährleistet, das für die EU-weite Zollabwicklung erforderlich ist.
Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die auf die IAA-Plus angewiesen sind, weil sie keine spezielle Zollsoftware nutzen, ist dieser Wechsel bedeutsam. Zwar bleibt die IAA-Plus-Oberfläche selbst – also die Formulare und Felder zur Warenanmeldung – weitgehend vertraut, der Zugangsweg ändert sich jedoch dauerhaft.
Sofortprogramm für Exporteure
Um Handelsstörungen am 17. März zu vermeiden, sollten Unternehmen sofort diese Checkliste abarbeiten:
- Portal-Zugang prüfen: Melden Sie sich auf www.zoll-portal.de an. Existiert kein Konto, legen Sie es umgehend mit Ihrem ELSTER-Zertifikat an.
- E-Mail vom 2. Februar suchen: Falls Sie bestehender IAA-Plus-Nutzer ohne Portal-Konto sind, suchen Sie nach der Migrations-E-Mail vom 2. Februar. Nutzen Sie den darin enthaltenen Link.
- EORI-Verknüpfung validieren: Stellen Sie sicher, dass Ihre EORI-Nummer erfolgreich mit Ihrem Portal-Konto verknüpft ist. Der Dienst „Internet-Ausfuhranmeldung-Plus“ sollte in Ihrem Dienstekatalog (vermutlich unter „Warenverkehr“) sichtbar sein.
- Zugriff testen: Warten Sie nicht, bis am 17. März eine Sendung ansteht. Versuchen Sie jetzt, über das Portal auf den IAA-Plus-Dienst zuzugreifen, um Browser-Einstellungen (Pop-up-Blocker, Java) auf Kompatibilität mit der neuen Umgebung zu prüfen.
Was kommt danach?
Nach der Migration Mitte März ist mit einer weiteren Konsolidierung der Zoll-IT zu rechnen. Das ITZBund hat angedeutet, dass veraltete Zugangspunkte für andere Verfahren schrittweise zugunsten des Portals abgeschaltet werden. Zudem sollten Unternehmen auf Updates zur „Post-Release 10.1“-Phase von ATLAS achten, die später im Jahr 2026 weitere Änderungen an den Anmeldedaten mit sich bringen könnte.
Die aktuelle Priorität ist jedoch eindeutig: Sichern Sie sich den Zugang zum Zoll-Portal, bevor die Frist Mitte März abläuft – damit Ihre Exporte reibungslos weiterlaufen.
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