Zoll-Portal: Ab März wird Export ohne Anmeldung unmöglich
18.01.2026 - 04:30:12Für deutsche Exporteure tickt die Uhr. Ab dem 17. März funktioniert das wichtige Zoll-Formular IAA-Plus nur noch über das zentrale Zoll-Portal. Wer sich nicht rechtzeitig registriert, riskiert massive Lieferverzögerungen.
Der 17. März 2026 markiert einen digitalen Wendepunkt für den Außenhandel. An diesem Tag schaltet die Zollverwaltung die bisherigen Zugangswege zur Internet-Ausfuhranmeldung-Plus (IAA-Plus) endgültig ab. Die kostenfreie Online-Anwendung, auf die vor allem kleine und mittlere Unternehmen angewiesen sind, ist dann ausschließlich über das Portal unter www.zoll-portal.de erreichbar. Alte Lesezeichen oder Links werden ins Leere führen.
Die IAA-Plus ist für viele Firmen unverzichtbar. Sie ermöglicht die elektronische Erstellung von Ausfuhranmeldungen direkt im Browser – eine Alternative zu teurer Spezialsoftware. Die Umstellung ist der finale Schritt einer langen Modernisierung. Während die inhaltlichen Anforderungen bereits angepasst wurden, geht es nun um den Zugang selbst.
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Das Zoll-Portal wird zur zentralen Drehscheibe
Die Verlagerung ist Teil einer großen Strategie: Die digitale Zollverwaltung wird konsequent zentralisiert. Das Zoll-Portal entwickelt sich zur einzigen Anlaufstelle für alle Dienstleistungen – von der EORI-Nummer bis zur Kfz-Steuer. Nach der Umstellung finden Unternehmen die IAA-Plus in der Kategorie „Warenverkehr“, Privatpersonen unter „Übergreifende Leistungen“.
Das Ziel ist klar: Mehr Sicherheit und eine einfachere Bedienung. Nutzer sollen mit einem einzigen Login alle für sie relevanten Dienste erreichen. Langfristig entsteht so eine einheitliche Oberfläche für alle Zollprozesse. Doch der Weg dorthin erfordert jetzt aktives Handeln.
So gelingt die rechtzeitige Registrierung
Die Vorbereitung ist unumgänglich und unterscheidet sich für Unternehmen und Privatpersonen. Die einfache Registrierung nur mit E-Mail und Passwort reicht nicht aus.
Für Unternehmen ist ein Geschäftskundenkonto erforderlich. Die Authentifizierung läuft über ein bestehendes ELSTER-Zertifikat (wie für die Steuererklärung) oder ein eIDAS-Zertifikat. Entscheidend: Das Zertifikat muss auf dasselbe Unternehmen ausgestellt sein wie die zugehörige EORI-Nummer. Pro EORI-Nummer kann es nur ein Hauptkonto geben; Niederlassungen agieren über den Hauptsitz.
Privatpersonen, etwa bei Erbschaften oder Umzügen, benötigen ein Bürgerkonto. Hier stehen mehrere Wege offen: ELSTER, der Online-Ausweis (eID), die BundID oder ein eIDAS-Zertifikat.
Mehr als Technik: Ein Schritt zur digitalen Souveränität
Hinter der technischen Migration steckt eine politische Agenda. Die Umstellung spiegelt den Kurs von Bundesregierung und EU wider, die digitale Verwaltung zu bündeln und voranzutreiben. Ein „Single Point of Access“ erhöht die Transparenz, verbessert die Datensicherheit und erleichtert Firmen das Management von Benutzerrechten.
Kurzfristig bedeutet das zwar Aufwand für die Wirtschaft. Langfristig soll es jedoch zu einer Vereinfachung und Standardisierung führen. Die Maßnahme stärkt den europäischen Binnenmarkt, indem sie die vollständig elektronische Abwicklung vorantreibt – so wie es der Unionszollkodex vorsieht.
Die Zukunft läuft über das Portal
Die Integration der IAA-Plus ist nur ein Anfang. In den kommenden Jahren werden voraussichtlich weitere, heute noch separate Verfahren in das Portal überführt. Die jetzt notwendige Registrierung ist daher nicht nur eine Pflichtübung, sondern eine Investition in die Zukunftsfähigkeit der eigenen Exportprozesse.
Die Empfehlung der Behörde ist eindeutig: Nicht bis kurz vor dem Stichtag warten. Unternehmen sollten die Anmeldung in den kommenden Wochen angehen, um reibungslos weiterexportieren zu können. Unterstützung bietet die Zollverwaltung auf ihrer Webseite und über die ATLAS-Teilnehmerinformationen.
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