Zoll-Portal, März

Zoll-Portal: Ab 17. März wird die digitale Ausfuhr zentralisiert

08.03.2026 - 00:00:04 | boerse-global.de

Ab dem 17. März 2026 müssen Exporteure ihre Zollerklärungen ausschließlich über das zentrale Zoll-Portal einreichen. Die Umstellung erfordert ein Geschäftskundenkonto und bringt neue Abläufe mit sich.

Zoll-Portal: Ab 17. März wird die digitale Ausfuhr zentralisiert - Foto: über boerse-global.de
Zoll-Portal: Ab 17. März wird die digitale Ausfuhr zentralisiert - Foto: über boerse-global.de

Deutsche Exporteure müssen sich ab Mitte März auf einen neuen digitalen Weg für ihre Zollanmeldungen einstellen. Das Zoll-Portal wird zum zentralen Zugang für die Internet-Ausfuhranmeldung IAA-Plus. Diese Migration markiert einen entscheidenden Schritt in der Modernisierung der deutschen Zoll-IT.

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Der Stichtag: Was sich für Unternehmen ändert

Ab dem 17. März 2026 ist Schluss mit dem direkten Web-Link. Nutzer müssen sich fortan ausschließlich über das zentrale Zoll-Portal anmelden. Die gute Nachricht: Die vertraute Oberfläche der IAA-Plus-Anwendung bleibt nach erfolgreichem Login unverändert. Alle gespeicherten Vorlagen, Nachrichten und Stammdaten sind weiter verfügbar.

Doch der neue Weg bringt auch neue Abläufe mit sich. Jeder einzelne Ausfuhrvorgang wird künftig in der „Vorgangsübersicht“ des Portals gelistet. Jede Statusänderung einer Zollerklärung löst automatisch eine Nachricht im Postfach des Nutzers aus. Ein Vorgang gilt als abgeschlossen, sobald er beim Zollamt einen endgültigen Status – wie „Anmeldung storniert“ oder „Vorgang nicht angenommen“ – erreicht hat.

Übergangsfrist und neue Postfach-Regeln

Um den Übergang für zehntausende Unternehmen zu erleichtern, gibt es eine Schonfrist. Die alte Webadresse für IAA-Plus bleibt bis zum 20. Juni 2026 online. Allerdings bietet sie dann nur noch Zugriff auf Export-Codelisten und das Abfrage-Tool für die MRN-Nummer, nicht mehr für vollwertige Anmeldungen.

Achtung ist beim neuen Portal-Postfach geboten: Nachrichten, die älter als 90 Tage sind, werden automatisch gelöscht. Dies betrifft nur die Benachrichtigungen, nicht die eigentlichen Vorgangsdaten in IAA-Plus. Nutzer können sich per E-Mail über neue Nachrichten informieren lassen und sich 14 Tage vor einer automatischen Löschung warnen lassen.

Voraussetzung: Geschäftskundenkonto und korrekte Verknüpfung

Die Grundlage für den neuen Zugang wurde bereits im Januar gelegt. Jedes Unternehmen muss ein Geschäftskundenkonto im Zoll-Portal besitzen. Die Registrierung erfolgt mit einem ELSTER- oder einem eIDAS-Zertifikat.

Entscheidend ist die korrekte Verknüpfung: Das Zertifikat muss auf denselben Rechtsträger registriert sein wie die EORI-Nummer des Unternehmens. Diese EORI-Nummer ist der Schlüssel, der das Portal-Konto mit den IAA-Plus-Diensten verbindet. Da pro EORI-Nummer nur ein Geschäftskonto möglich ist, müssen Konzernzentralen und ihre Niederlassungen ihren Zugriff über eine gemeinsame Account-Struktur koordinieren.

Teil der großen Modernisierungswelle ATLAS 10.2

Die Integration von IAA-Plus ist nur ein Puzzleteil einer umfassenden IT-Offensive beim deutschen Zoll. Ende Februar ging bereits das große ATLAS Release 10.2 live. Kern dieser Aktualisierung ist das neue IT-Verfahren „Centralised Clearance for Import“ (CCI), das Importabläufe in der EU vereinfachen soll.

Begleitet wird das Release von einem komplett überarbeiteten „Verfahrenshandbuch ATLAS“. Es führt unter anderem die Integration des europäischen CERTEX-Systems ein. Dadurch können nun nicht-zollrechtliche Bescheinigungen – etwa für den CO2-Grenzausgleich (CBAM), F-Gase oder Bio-Produkte – automatisch in ATLAS und dem NCTS-Transitsystem abgeglichen werden.

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Was auf die Wirtschaft zukommt

Bis zum 17. März sollten alle exportierenden Unternehmen ihre Portal-Konten überprüfen und die Verknüpfung von Zertifikat und EORI-Nummer sicherstellen. Die Zentralisierung im Zoll-Portal ist Teil der deutschen Digitalisierungsstrategie für Verwaltungsdienste und dient auch der Cybersicherheit.

Der nächste geplante Wartungstermin ist bereits für den 25. April 2026 angesetzt. Branchenbeobachter rechnen damit, dass nach der IAA-Plus auch andere Internet-Zollanmeldungen – wie die IZA für die Einfuhr und die IVA für den Versand – schrittweise in das Portal integriert werden. Für jetzt steht die reibungslose Umstellung der Ausfuhr im Fokus.

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