Zipline startet Drohnen-Revolution in Houston
24.01.2026 - 00:48:12Autonomer Logistik-Pionier Zipline expandiert mit Millionen-Investment nach Texas und bringt Zehn-Minuten-Lieferungen in die Metropole Houston – ein Modell für Europa?
Der US-Drohnenlieferdienst Zipline drängt mit voller Kraft in den texanischen Markt. Nach Erfolgen in Dallas startet das Unternehmen Anfang 2026 einen neuen Dienst im Großraum Houston. Mehr als 600 Millionen Euro frisches Kapital treiben die Expansion voran. Damit festigt Texas seine Rolle als Testfeld für robotische Automatisierung.
Schnellere Lieferungen für Millionen Kunden
Ziplines Expansion nach Houston baut auf den wachsenden Operationen im Raum Dallas-Fort Worth auf. Die Ankündigung ist Teil einer nationalen Wachstumsstrategie. Diese umfasst auch den Start in Phoenix, Arizona, noch in diesem Jahr. Bis Ende 2026 will Zipline in mindestens vier weiteren US-Bundesstaaten aktiv sein. Die Unternehmensbewertung liegt inzwischen bei 7,6 Milliarden Euro.
Die große Einwohnerzahl Houstons und die chronische Verkehrsüberlastung machten die Stadt zum idealen Testmarkt, so das Unternehmen. Der Service verspricht eine schnellere und sicherere Alternative für die letzte Meile der Lieferkette. Eine bereits 2024 angekündigte Partnerschaft mit dem Memorial Hermann Health System soll 2026 starten. Dann liefert Zipline spezielle Medikamente und medizinische Versorgungsgüter direkt an Patienten.
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Plattform 2: Die Technologie hinter dem Boom
Im Zentrum der Expansion steht Ziplines Plattform 2 (P2). Dieses autonome Elektrodrohnensystem ist für präzise und leise Lieferungen in dicht besiedelten Gebieten konzipiert. Kunden können zehntausende Artikel per App bestellen. Manche Lieferungen sollen in nur zehn Minuten eintreffen.
Die P2-Drohnen tragen eine Nutzlast von bis zu 3,6 Kilogramm innerhalb eines Radius von 16 Kilometern. Sie erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 110 km/h. Am Zielort schwebt die Drohne in etwa 90 Metern Höhe. Ein autonomer, an einem Seil befestigter „Droid“ senkt das Paket dann präzise in den Garten oder auf die Einfahrt ab.
Explosionsartiges Wachstum in den USA
Zipline verzeichnet ein exponentielles Wachstum. Das Unternehmen hat kürzlich weltweit zwei Millionen kommerzielle Lieferungen überschritten. Auf dem US-Markt steigt das Lieferaufkommen seit Monaten wöchentlich um etwa 15 Prozent.
Neue Standorte erreichen heute viel schneller hohe Volumina. Ein neuer Standort schaffte es auf 100 Lieferungen pro Tag – in nur zwei Tagen. Derselbe Meilenstein dauerte am ersten Dallas-Standort noch zehn Wochen.
Der Weg in den Mainstream
Ziplines Expansion zeigt die Reifung der autonomen Logistik-Branche. Der Erfolg mit Partnern wie Walmart in Dallas dient als Blaupause für die landesweite Skalierung. Die Fähigkeit, alles von heißem Essen bis zu kritischen Medikamenten zu liefern, umgeht die Ineffizienzen des Straßenverkehrs.
Branchenanalysten sehen Ziplines Fortschritte als wegweisend. Entscheidend ist die Zertifizierung als Luftfahrtunternehmen (FAA Part 135). Zipline arbeitet zudem an einem FAA-Projekt in Dallas zur Entwicklung eines Luftraum-Managementsystems für Drohnen (UTM). Dies setzt Standards für den sicheren Betrieb kommerzieller Drohnenflotten neben der traditionellen Luftfahrt.
Blick nach vorn: Alltäglicher Service statt Science-Fiction
Mit dem Start in Houston will Zipline seine Präsenz in Texas und den USA massiv ausbauen. Für Keller Cliffton, Mitgründer und CEO des Unternehmens, wird 2026 ein Wendepunkt. Autonome Logistik soll für Bewohner mehrerer Bundesstaaten zum Alltagsservice werden.
Die rasante Skalierung zeigt: Die Science-Fiction-Vision einer sofortigen automatisierten Lieferung ist praktische Realität. Während Zipline neue Einzelhandels- und Gesundheitspartner gewinnt, werden über Texas Städten immer mehr leise Elektrodrohnen zu sehen sein. Sie übernehmen Aufgaben, die einst allein Autos und Lkws vorbehalten waren. Für die Bewohner Houstons und anderer Metropolen scheint die Zukunft der Lieferung buchstäblich vom Himmel zu fallen.
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