ZIA-Gutachten: Wohnungsbau bleibt Deutschlands Sorgenkind
17.02.2026 - 23:10:12Der deutsche Wohnungsbau verfehlt den Bedarf 2026 erneut deutlich. Das aktuelle Frühjahrsgutachten des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) prognostiziert nur rund 215.000 fertiggestellte Wohneinheiten. Die Lücke zum geschätzten Jahresbedarf von fast 258.000 Wohnungen wächst damit weiter.
Experten warnen vor einer weiteren Zuspitzung der Lage, besonders in den Metropolen. Die Diskrepanz zum politischen Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr ist enorm. Mehrere Institute, darunter das ifo-Institut, bestätigen den Abwärtstrend bei den Fertigstellungen.
Warum hinkt der Neubau so hinterher?
Die Gründe für die anhaltende Krise sind vielschichtig:
* Hohe Baukosten belasten die Wirtschaftlichkeit von Projekten.
* Strenge Vorschriften und langwierige Genehmigungsverfahren bremsen den Baustart aus.
* Ein allgegenwärtiger Fachkräftemangel begrenzt die Kapazitäten der Branche.
Ein kleiner Lichtblick sind die Baugenehmigungen: 2025 stiegen sie um 10,5 Prozent auf 235.000. Branchenkenner betonen jedoch, dass dieser Anstieg die starken Rückgänge der Vorjahre bei weitem nicht ausgleicht.
Baukonjunktur wächst – aber nicht im Wohnungsbau
Während der Wohnungsbau stagniert, meldet die gesamte Bauindustrie eine Trendwende. Nach mehreren schwierigen Jahren prognostizieren Verbände wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) für 2026 ein Umsatzwachstum von 2,5 Prozent.
Getragen wird dieser Aufschwung vom Wirtschaftsbau und öffentlichen Investitionen in Infrastruktur. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet erstmals wieder ein Wachstum des Bauvolumens. Stabilisierende Baupreise und Zinsen sowie staatliche Investitionsprogramme geben der Branche Rückenwind.
Großstädte kämpfen mit eigenen Projekten
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen treiben Städte wie Berlin und München konkrete Neubauprojekte voran. In Berlin starten dieses Jahr mehrere große Vorhaben:
* Im Märkischen Viertel entsteht ein Hochhaus mit 176 geförderten Mietwohnungen.
* In Marzahn-Mitte sind 444 neue Mietwohnungen geplant.
* Auf dem ehemaligen Tankstellengelände an der Holzmarktstraße soll ein gemischt genutztes Quartier gebaut werden.
Oft sind es landeseigene Wohnungsbaugesellschaften, die diese bezahlbaren Wohnungen realisieren. Der Fokus liegt zunehmend auf nachhaltigen, gut angebundenen Stadtquartieren.
Steigende Preise und der Ruf nach Politik
Für Mieter und Kaufinteressenten bleibt die Lage angespannt. Experten rechnen mit weiter moderat steigenden Preise, angetrieben durch hohe Nachfrage, knappes Angebot und gestiegene Baukosten.
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Die Politik versucht mit Initiativen wie dem „Bau-Turbo“ und vereinfachten Gebäudetypen gegenzusteuern. Branchenverbände fordern jedoch tiefgreifendere Reformen, um Planung und Umsetzung zu beschleunigen. Ob 2026 die Wende in der Baukonjunktur auch auf dem Wohnungsmarkt ankommt, bleibt die entscheidende Frage.
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