ZIA, Baurecht

ZIA fordert radikales Baurecht: „Gebäudetyp E“ soll Bauen billiger machen

10.02.2026 - 15:00:12

Die deutsche Immobilienbranche schlägt Alarm und fordert ein radikales Umsteuern im Baurecht. Anlass sind die anhaltend niedrigen Neubauzahlen. Der Spitzenverband ZIA drängt auf die schnelle Einführung des „Gebäudetyp E“, der durch weniger Komfortstandards das Bauen deutlich vergünstigen soll. Ohne solche Vereinfachungen, so die Mahnung, bleiben die Wohnungsbauziele unerreichbar.

Die Zahlen sind ernüchternd. Laut dem neuen Frühjahrsgutachten des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) werden 2026 nur etwa 215.000 Wohnungen fertiggestellt. Das ist weit entfernt vom Regierungsziel von 400.000 Einheiten pro Jahr. Selbst der reine Neubaubedarf, den das Institut der deutschen Wirtschaft auf 258.000 Wohnungen schätzt, wird damit nicht gedeckt.

Experten warnen vor einer sich vergrößernden Lücke. „Besonders in den Metropolen verschärft sich die Situation zusehends“, sagt Ralph Henger, Wohnungsexperte des IW Köln. Die Folge: steigende Mieten. In Städten wie Köln und Hamburg sind die Mieten zuletzt um fünf bis sieben Prozent gestiegen.

Lösung „E“: Abschied vom teuren Goldstandard

Die große Hoffnung der Branche heißt jetzt „Gebäudetyp E“ – das „E“ steht für „Einfach“. Das Konzept soll Bauherren und Architekten rechtssicher von überbordenden DIN-Normen abweichen lassen. Bisher gilt in Deutschland ein faktischer Goldstandard, der oft weit über die grundlegende Sicherheit hinausgeht.

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Ein entsprechender Gesetzentwurf scheiterte 2024 am Ende der Legislaturperiode. Die Verbände fordern, ihn sofort wieder aufzugreifen. „Wir brauchen mutige Deregulierung“, betont ZIA-Präsidentin Iris Schöberl.

Die Haftungsfalle für Architekten

Ein Kernproblem ist die Haftung. Aktuell riskieren Architekten Mängelklagen, wenn sie von Normen abweichen – selbst wenn der Bauherr einverstanden ist. Der „Gebäudetyp E“ soll das Bürgerliche Gesetzbuch ändern. So könnten fachkundige Vertragspartner einfache „Low-Tech“-Lösungen vereinbaren, ohne dass dies automatisch als Baumangel gilt.

Experten argumentieren seit langem: Gutes Wohnen hängt nicht von jeder einzelnen Norm ab. Die geplanten Erleichterungen wären ein entscheidender Hebel, um Neubauprojekte trotz hoher Zinsen und Materialkosten wieder wirtschaftlich zu machen.

Bürokratie und Steuern bremsen weiter

Das Gutachten nennt weitere Bremsklötze. Neben dem Baurecht fordern die „Immobilienweisen“:
* Eine Senkung der Grunderwerbsteuer
* Deutlich beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren

Die Digitalisierung der Bauämter kommt voran, doch Genehmigungen dauern oft noch Monate oder Jahre. Der Ökonom Lars P. Feld warnt vor strukturellen Schwächen. Ohne tiefgreifende Reformen drohe der Bauwirtschaft eine langanhaltende Stagnation.

2026 wird zum Schicksalsjahr

Für den Wohnungsmarkt wird 2026 entscheidend. Wird der „Gebäudetyp E“ schnell Realität, könnte das neue, bisher unrentable Projekte anschieben. Bleibt die Reform jedoch wieder in Berlin stecken, droht eine weitere Verschärfung der Wohnungsnot. Die Bauindustrie betont: Sie steht bereit, einfacher zu bauen. Jetzt muss die Politik den rechtlichen Rahmen liefern.

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