Zhejiang, KI-Chips

Zhejiang setzt auf eigene KI-Chips für humanoide Roboter

16.01.2026 - 04:00:11

Die chinesische Wirtschaftsprovinz Zhejiang will mit einer neuen Industriestrategie zum globalen Spitzenreiter für humanoide Roboter aufsteigen. Kern des Plans ist die Entwicklung eigener, hochleistungsfähiger KI-Chips – das „Gehirn“ der nächsten Robotergeneration.

Hangzhou – Als Heimat von Tech-Giganten wie Alibaba und dem Robotik-Pionier Unitree prescht die ostchinesische Provinz nun vor. Ihr Fünf-Jahres-Plan bis 2030 zielt darauf ab, eine unabhängige Lieferkette für die Schlüsseltechnologien der Zukunft aufzubauen. Im Fokus stehen dabei besonders leistungsstarke künstliche Intelligenz (KI) und Halbleiter für die Robotik.

„Die Strategie verbindet die Entwicklung humanoider Roboter direkt mit einer eigenen Chip-Industrie“, erklärt ein Analyst. Das sei ein kluger Schachzug. Denn ohne fortschrittliche KI-Chips bleiben Roboter grobe Maschinen. Mit ihnen könnten sie zu vielseitigen Helfern in Fabriken, Pflegeheimen oder Haushalten werden.

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Das Herzstück der Ambitionen schlägt im Mikrokosmos der Halbleiter. Zhejiang will in die Liga der weltweit führenden Chip-Hersteller aufsteigen und Fertigungstechnologien für 3- bis 7-Nanometer-Chips beherrschen. Diese winzigen Strukturgrößen sind entscheidend für die Rechenpower, die ein Roboter für Echtzeit-Entscheidungen und komplexe Bewegungen benötigt.

Der Plan geht über reine Chip-Produktion hinaus. Er umfasst die gesamte Wertschöpfungskette – vom Design über Architekturen wie RISC-V bis hin zu Spezialmaterialien und sogar Lithographie-Maschinen. „Man will das gesamte Ökosystem kontrollieren, um nicht von internationalen Lieferanten abhängig zu sein“, so die Einschätzung.

Unitree und Alibaba: Ein starkes Heimspiel

Zhejiang kann auf starke lokale Player setzen. Das in Hangzhou ansässige Unternehmen Unitree Robotics gilt als weltweit führend bei Laufrobotern und treibt auch die Entwicklung humanoider Modelle voran. Parallel arbeitet T-Head, die Halbleitersparte des Alibaba-Konzerns, an KI-Chips, die laut Berichten an die Leistung internationaler Spitzenprodukte heranreichen.

Diese heimische Tech-Elite soll mit Hochschulen wie der renommierten Zhejiang Universität vernetzt werden. Ziel ist ein nationales Innovationszentrum und eine Industrie-Allianz, die Forschung schnell in marktfähige Produkte überführt. Bereits ein früherer Plan sah vor, die Entwicklung universeller KI-Sprachmodelle für die „kognitiven“ Fähigkeiten und spezialisierte Modelle für die Bewegungskontrolle – die „Kleinhirn“-Funktionen – zu fördern.

Nationale Mission im Tech-Wettlauf

Die Provinzstrategie ist Teil einer viel größeren Mission. Chinas Industrieministerium (MIIT) hat das Ziel ausgegeben, bis 2025 humanoide Roboter in Serie zu produzieren. Bis 2027 soll ein global wettbewerbsfähiges Ökosystem entstehen. Metropolen wie Peking und Shanghai haben bereits milliardenschwere Fonds aufgelegt.

Hinter dem nationalen Eifer steckt mehr als technologischer Stolz. Humanoide Roboter gelten als Schlüssel, um die alternde Gesellschaft zu stützen, die Fertigungsindustrie zu automatisieren und die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. In einem von Handelskonflikten geprägten globalen Umfeld ist technologische Souveränität zudem eine Frage der nationalen Sicherheit.

Die Uhr tickt. China will 2026 den Übergang von Prototypen zur Kommerzialisierung beschleunigen. Ob Zhejiangs integrierter Ansatz aus Chip- und Robotik-Entwicklung aufgeht, wird ein entscheidender Faktor sein. Gelingt der Provinz der Durchbruch bei den eigenen KI-Chips, könnte China seinem Anspruch, die nächste technologische Revolution anzuführen, einen großen Schritt näherkommen.

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