Aktie, Verlust

ZF Aktie: Verlust verdoppelt

19.03.2026 - 13:57:36 | boerse-global.de

Der Automobilzulieferer ZF meldet für 2025 einen Nettoverlust von 2,1 Milliarden Euro, vor allem aufgrund einer milliardenschweren Bereinigung im E-Mobility-Bereich. Die Schuldenlast bleibt hoch.

ZF Aktie: Verlust verdoppelt - Foto: über boerse-global.de
ZF Aktie: Verlust verdoppelt - Foto: über boerse-global.de

Zwei Jahre in Folge rote Zahlen – und der Fehlbetrag wächst. ZF Friedrichshafen hat für 2025 einen Nettoverlust von 2,1 Milliarden Euro ausgewiesen, doppelt so viel wie im Vorjahr. Der Hauptgrund: eine Sonderbelastung von 1,6 Milliarden Euro aus der vorzeitigen Beendigung unprofitabler Projekte, vor allem im Bereich Elektromobilität.

Die Logik dahinter ist nachvollziehbar. Wer auf den langsamer als erwartet anlaufenden E-Auto-Markt gesetzt hat, sitzt nun auf Projekten, die sich schlicht nicht rechnen. Das Management spricht vom „Steine aus dem Rucksack nehmen" – ein schmerzhafter, aber womöglich notwendiger Schritt.

Operativ besser, strukturell belastet

Auf bereinigter Basis sieht die Lage etwas freundlicher aus. Das operative Ergebnis stieg von 1,47 auf 1,75 Milliarden Euro. Gleichzeitig schrumpfte der Umsatz um rund sechs Prozent auf 38,8 Milliarden Euro – die schwache Automobilnachfrage hinterlässt deutliche Spuren.

Schwerer wiegt die Schuldensituation. Mit einer Nettoverschuldung von 10,2 Milliarden Euro und Zinszahlungen von 745 Millionen Euro allein in 2025 bleibt der finanzielle Spielraum eng. Die Eigenkapitalquote rutschte um mehr als fünf Prozentpunkte auf 13,3 Prozent – ein Niveau, das der Finanzvorstand ausdrücklich als Untergrenze bezeichnet. Eine Dividende gibt es folgerichtig nicht.

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Stellenabbau läuft, Erholung bleibt aus

Bis zu 14.000 Stellen sollen in Deutschland wegfallen. Ende 2025 beschäftigte ZF weltweit rund 153.000 Menschen, etwa 9.000 weniger als ein Jahr zuvor. Auch in Deutschland sank die Belegschaft um rund fünf Prozent auf knapp über 49.000 Mitarbeiter.

Für 2026 erwartet der Konzern einen Umsatz von leicht über 38 Milliarden Euro – also kaum Wachstum. Die Führung setzt stattdessen auf Effizienz: weniger Bürokratie, schlankere Führungsstrukturen, Fokus auf das Kerngeschäft. Ob das reicht, um die Schuldenlast spürbar zu drücken, wird die zentrale Frage der kommenden zwei Jahre sein.

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