Zerbst, Rathaus

Zerbst startet digitales Rathaus für Online-Verwaltung

02.01.2026 - 15:31:12

Die Stadt Zerbst digitalisiert ab dem ersten Quartal 2026 zentrale Dienstleistungen wie Melde- und Gewerbeangelegenheiten über das Portal OpenR@thaus und setzt dabei auf die sichere BundID.

Zerbst digitalisiert seine Verwaltung: Ab Frühjahr 2026 können Bürger Behördengänge online erledigen. Die Stadt setzt dabei auf das Portal OpenR@thaus und die bundesweite BundID-Identifikation.

Der Start markiert einen Wendepunkt für die Kommune, die sich bisher mit der Digitalisierung zurückhielt. Während andere Gemeinden wie Tangerhütte bereits 2020 online gingen, wartete Zerbst bewusst auf eine standardisierte Lösung. „Wir wollten keine Insellösung“, erklärt Markus Pfeifer, der zuständige Fachbereichsleiter. Stattdessen orientierte sich die Stadt am Onlinezugangsgesetz (OZG) und setzte auf vollständige Kompatibilität mit Bundesystemen.

Diese Services gehen online

Ab dem ersten Quartal 2026 startet die digitale Verwaltung mit zentralen Dienstleistungen. Der Fokus liegt auf häufig genutzten Verfahren:

  • Meldeangelegenheiten: An- und Ummeldungen sowie Meldebescheinigungen
  • Standesamt: Beantragung von Personenstandsurkunden
  • Gewerbeamt: Vollständige Online-An-, Um- und Abmeldung von Gewerben
  • Hundesteuer: Digitale Registrierung und Abmeldung
  • Melderegister: Auskünfte aus dem Einwohnermelderegister

Diese ersten Services sind nur der Anfang. Weitere Verwaltungsprozesse sollen folgen, sobald das System stabil läuft.

BundID als Schlüssel zur Sicherheit

Ein zentrales Element ist die Integration der BundID. Jeder Bürger benötigt diesen digitalen Amtausweis, um das Portal nutzen zu können. „Das garantiert ein hohes Sicherheitsniveau“, betont Pfeifer. Die BundID fungiert als einheitliche digitale Identität – lästige Mehrfachregistrierungen bei verschiedenen Behörden entfallen damit. Zerbst schließt sich so einem bundesweiten Standard für sichere Bürgerkommunikation an.

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Warum hat Zerbst so lange gewartet?

Die strategische Entscheidung für das Warten war durchdacht. Die Stadtverwaltung wollte vermeiden, in technische Sackgassen zu investieren. Statt früher Einzellösungen setzte man auf ausgereifte Schnittstellen für sichere Zahlungen und Datentransfers. Erst als diese Voraussetzungen mit der OpenR@thaus-Plattform gegeben waren, gab man grünes Licht.

Doch was bedeutet der digitale Schritt konkret für die Bürger? Die physische Dienststelle bleibt zwar geöffnet, doch Wartezeiten sollen spürbar sinken. Die Verwaltung verspricht 24/7-Erreichbarkeit – unabhängig von Öffnungszeiten. Kapazitäten im Bürgerbüro könnten freiwerden für komplexe Anliegen, die persönliche Beratung erfordern.

Ausblick: Mehr Digitalisierung geplant

Mit dem Start in den kommenden Wochen beginnt die eigentliche Bewährungsprobe. Der Erfolg hängt maßgeblich von Benutzerfreundlichkeit und technischer Stabilität ab. Gelingt der Rollout, plant die Stadt eine schrittweise Erweiterung des digitalen Angebots.

Zerbst schließt mit diesem Schritt nicht nur zu anderen Kommunen auf. Die Stadt positioniert sich als moderner Dienstleister – und macht Papierkrieg endlich optional.

@ boerse-global.de