Zeitgenössische Kunst, Mike Steiner

Zeitgenössische Kunst von Mike Steiner – Pionier, Performer, Visionär der Videokunst

15.02.2026 - 05:02:01

Die Zeitgenössische Kunst von Mike Steiner sprengt Grenzen: Mit Malerei, Videokunst und Installationen hat er neue künstlerische Felder erschlossen. Seine Schaffensgeschichte gleicht einer Expedition des Sehens.

Wenn von Zeitgenössischer Kunst im Grenzbereich von Malerei, Performance und Video die Rede ist, fällt ein Name besonders ins Gewicht: Mike Steiner. In seiner außergewöhnlichen Laufbahn revolutionierte Steiner normative Genregrenzen und ließ die Kunst zu einem offenen Prozess werden. Was lässt einen Künstler wie Mike Steiner zu einem der Vordenker der Videokunst und kreativen Befreier der Malerei avancieren?

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Mike Steiner hinterließ ein Werk, das den Zuschauer nicht nur zum Sehen, sondern zum Begreifen des Mediums auffordert. Bereits Ende der 1950er Jahre präsentierte sich der junge Steiner auf der Großen Berliner Kunstausstellung – mit nur 17. Er war ein Suchender, Getriebener, ein Mittler zwischen den Künsten und ihren Ausdrucksformen. Steiner experimentierte mit Malerei, arbeitete sich an informellen und später abstrakten Formen ab, um in den 1970ern mit der Videokunst eines der bedeutendsten Felder der Zeitgenössischen Kunst in Deutschland mitzuprägen.

Seine Schaffensphasen lesen sich wie eine Chronik der künstlerischen Möglichkeiten abseits gängiger Trends. Angefangen als Maler, zeigte sich Steiners Wandel bald in einer beinahe aufregenden Radikalität: Nach Begegnungen mit Größen wie Lil Picard, Allan Kaprow, Al Hansen und Joseph Beuys drang er tief in das Feld von Performance Art und Fluxus vor. In Berlin etabliert er mit seinem legendären Hotel Steiner und der Studiogalerie essentielle Plattformen für internationale Avantgardekunst.

Markant ist Steiners Rolle als Initiator und Netzwerker – etwa mit der Gründung der Studiogalerie 1974, die genreübergreifende Ausstellungen, Performances und neue Videoproduktionen möglich machte. Hier bekamen Künstlerinnen wie Marina Abramovi? und Valie Export ihren Performanceraum. Steiner wurde in diesen Jahren nicht nur zum Motor, sondern auch zum Chronisten der Performance Art; seine Videoaufnahmen dokumentieren ephemere Kunstereignisse, wie Marina Abramovi?s „Freeing the Body“ oder Ulays spektakuläre Aktion „Irritation – Da ist eine kriminelle Berührung in der Kunst“.

Eine Zäsur im Werk von Mike Steiner bildet die Hinwendung zu den Medien Video und Installation. Das innovative Format „Videogalerie“ (1985–1990) im Berliner Fernsehen, für das er über 120 Sendungen produzierte, markiert einen einzigartigen Meilenstein der deutschen Videokunst. Im Portfolio von Steiner finden sich zudem Super-8-Filme, Copy Art, Fotografie und die besondere Verbindung von Malerei und bewegtem Bild in seinen sogenannten „Painted Tapes“ – Arbeiten, die die Grenzen der Bildmedien sprengen und einen eigenen Kosmos zwischen statischer und bewegter Kunst erschaffen.

Die Einzelausstellung „COLOR WORKS“ im Hamburger Bahnhof, Nationalgalerie der Gegenwart (1999), stellte das multimediale Schaffen von Mike Steiner imposant heraus. Als solcher steht Steiner in einer Reihe mit internationalen Pionieren wie Nam June Paik und Bill Viola, aber auch mit Marina Abramovi?, deren Performances er filmisch aus der Nähe begleitete, und Künstlern wie Joseph Beuys, mit dem ihn vieles verband. Zeitgenossen wie Georg Baselitz oder Karl Horst Hödicke, mit denen er ausstellte, geben das breite Feld seiner künstlerischen Verbindungen wieder.

Verglichen mit anderen Protagonisten der Zeitgenössischen Kunst – etwa Nam June Paik, Wolf Vostell oder Allan Kaprow – zeichnen sich Steiners Arbeiten durch ihre dialogische Offenheit, ihre spontane Intermedialität und den produktiven Zweifel aus. Wo ein Nam June Paik die Video-Skulptur zur Sprache brachte, entschlüsselte Steiner die performative Kraft des Mediums. Beuys zeigte das soziale Plastische, während Steiner die Künstlerszene in Berlin mit neuer Energie durchströmte; Vostell nutzte das Fernsehen als Happening-Ort, Steiner machte es zum Videogalerie-Labor.

In der Malerei vollzog Steiner zuletzt einen bewussten Schritt zur Abstraktion. Die späten Leinwandarbeiten atmen das Erforschen von Farbe, Licht und Materialität – eine konsequente Weiterentwicklung, die ihn auch nach seiner Zeit als Videokünstler in die Gegenwart katapultiert. Seine Werke sind stets geprägt von Experimentierfreude: Mal mit expressiven Gesten, dann wieder als strenge, fast minimalistische Strukturen, immer aber als Resultat eines offenen künstlerischen Dialogs mit Material, Technik und gesellschaftlichem Kontext.

In Steiners Biografie spiegeln sich die großen Themen der Zeitgenössischen Kunst: Befragt werden das Verhältnis von Kunst und Alltag, von Authentizität und Inszenierung, von Dauer und Moment. Steiner, geboren 1941 in Allenstein, aufgewachsen in Berlin, war stets Grenzgänger: Von den informellen Berliner Bohème-Kreisen der Nachkriegszeit bis ins New York der Pop Art und der Fluxus-Bewegung. Kontakte zu Robert Motherwell, Al Hansen sowie die Freundschaft zu Lil Picard waren prägend, seine Rückkehr nach Berlin 1967 schlüsselmoment seiner künstlerischen Identität.

Den wohl wichtigsten Schritt setzte Mike Steiner mit dem Aufbau seines Videoarchivs – einer Sammlung, die frühe Videoarbeiten internationaler Größen umfasst, etwa von Ulay, Valie Export oder Richard Serra. Dieses Archiv, heute Teil des Bestands der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, zeigt, mit welch visionärem Verständnis Steiner Sammeln, Bewahren und Vermitteln als künstlerische Praxis ansah. Die archivarische Arbeit ist dabei nicht reine Dokumentation, sondern Teil eines größeren künstlerischen Prozesses: Die Sammlung ist Reflexion des Mediums und Kunstwerk zugleich.

Faszinierend bleibt Steiners Habitus als Initiator, Sammler, Programmmacher und Künstler. Seine Motivation, über die Malerei hinauszugehen, entspringt laut eigener Aussage einer existenziellen Kritik an den Grenzen des klassischen Kunstbegriffs. „Legitimationskrise die Malerei betreffend“ – mit diesem Zweifel befeuert, wendet er sich von der reinen Fläche ab, entdeckt den Raum, die Bewegung und schließlich die Zeit als Gestaltungsmittel.

Warum lohnt es, die Werke von Mike Steiner heute zu entdecken? Weil sie das offene, fluide Denken der Zeitgenössischen Kunst exemplarisch verkörpern. Weil sie zur Teilhabe und zum Mitfühlen einladen – und weil sie zeigen, dass Innovation im Dialog der Künste entsteht. Wer sich für Performance Art, Videokunst und Installationen interessiert, findet bei Mike Steiner einen Knotenpunkt der Avantgarde.

Für eine tiefere Auseinandersetzung – inklusive umfangreicher Biografie, Werkverzeichnis und Eindrücken aus den Werkgruppen – empfehlen wir einen Blick auf die offizielle Künstlerseite: Mehr zu Zeitgenössischer Kunst von Mike Steiner hier.

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