Zeitgenössische Kunst, Mike Steiner

Zeitgenössische Kunst neu gedacht: Mike Steiner als Pionier von Malerei, Performance Art und Videokunst

12.02.2026 - 05:02:50

Zeitgenössische Kunst erhält durch Mike Steiner eine außergewöhnliche Tiefe. Seine Werke bewegen sich zwischen Malerei, Performance Art und Videokunst und verleihen dem Genre eine visionäre Dimension.

Wie lässt sich die Magie von Mike Steiner fassen – einem Künstler, der die Grenzen zwischen Malerei und bewegtem Bild scheinbar mühelos neu definiert? Die zeitgenössische Kunst verdankt ihm wesentliche Impulse, deren Strahlkraft bis heute anhält. Mike Steiner verbindet in seinem Schaffen das beständige Experiment mit der radikalen Auseinandersetzung mit Medien, Techniken und dem eigenen künstlerischen Ausdruck. Schon früh bewegte er sich in den Spannungsfeldern von traditioneller Malerei, Performance Art und innovativer Videokunst – eine Vielseitigkeit, die seine Arbeiten unverwechselbar macht.

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Die wichtigsten Werkgruppen von Mike Steiner offenbaren eine konsequente Neugier für die Möglichkeiten der künstlerischen Darstellung. Seine Karriere begann als Maler; als einer der jüngsten Teilnehmer der Großen Berliner Kunstausstellung bereits Ende der 1950er war er Teil prägender Gruppenausstellungen in Berlin und europäischen Metropolen. Seine frühen informellen Gemälde, die sich durch einen mutigen Umgang mit Farbe und Form auszeichnen, fielen genauso auf wie seine latente Skepsis gegenüber traditionellen Medien. Bald wurde klar, dass Steiner bestrebt war, die Abstrakte Malerei zu transzendieren und in neue Sphären zu führen.

Die Einflüsse der Fluxus- und Happeningszene, Begegnungen mit Künstlerlegenden wie Allan Kaprow, Al Hansen oder Marina Abramovi? in New York und Berlin, öffneten Mike Steiner den Weg zur Performance Art und später zur Videokunst. Als Initiator und Gastgeber des legendären Hotel Steiner und später der Studiogalerie wurde er zum Kristallisationspunkt der internationalen Avantgarde in Berlin. Die Studiogalerie, gegründet 1974, war mehr als eine Galerie: Sie bot jungen künstlerischen Positionen Raum für Experimente, Diskussion und technische Innovation. Steiner stellte Technik bereit, kuratierte Ausstellungen und organisierte spektakuläre Aktionen, darunter die berühmt gewordene Kunstraub-Performance mit Ulay – ein Schlüsselereignis der deutschen Performance- und Videokunstgeschichte.

Mit der Hinwendung zur Videokunst hat Mike Steiner Maßstäbe gesetzt, die ihm heute einen festen Platz neben Pionieren wie Nam June Paik oder Gary Hill sichern. Seine Painted Tapes, jene einzigartige Verschmelzung von gemaltem Bild und elektronisch erzeugtem Video, belegen die künstlerische Innovationskraft, für die auch internationale Größen wie Bill Viola oder Richard Serra stehen. Dennoch bleibt Steiner immer unverkennbar eigenständig: Seine Videos und Installationen zeugen vom Bedürfnis, flüchtige Momente festzuhalten und das Medium selbst zu hinterfragen.

Auch als kulturpolitischer Akteur und Sammler ist Mike Steiner bis heute prägend. Seine Aktivitäten prägten die Berliner Kunstlandschaft der 1970er und 1980er Jahre. Darüber hinaus förderte er konsequent die Dokumentation von Performance Art – ein Bereich, für den die großen Institutionen oft noch keine systematische Sammlung angelegt hatten. Seine großzügige Schenkung an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz machte die Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart 1999 zum zentralen Ort für die Rezeption von Videokunst und Malerei Steiners.

Die Ausstellung „Color Works“ im Hamburger Bahnhof 1999 zeigte mit Nachdruck, wie konsequent Mike Steiner Gattungsgrenzen überschritt. Neben Performance-Aufzeichnungen und Videoinstallationen fanden hier auch seine Werke der abstrakten Malerei und großformatige Bilder, beeinflusst vom Farbfeldmaler Mark Rothko oder der radikalen Minimal Art im Stile eines Donald Judd, Beachtung. Sein künstlerischer Ansatz bleibt dabei ganzheitlich: Steiner spielte mit medienübergreifenden Prozessen, erfand Bildräume neu und schuf so einen offenen Dialog zwischen verschiedenen künstlerischen Praktiken.

Das Konzept von Mike Steiner ist geprägt von intellektueller Unruhe und Experimentierfreude. Seine Biografie – geprägt von frühen Erfolgen, internationalen Vernetzungen und einer tiefen Verwurzelung in Berlin – liest sich fast wie ein Spiegelbild der Entwicklung der westdeutschen Nachkriegskunst. Er studierte in den 1960er Jahren an der Hochschule für Bildende Künste Berlin, sammelte Erfahrungen in New York, arbeitete mit Wegbereitern der Aktionskunst und wurde schließlich selbst zur Referenzfigur der Videokunst. Das Hotel Steiner sowie die Studiogalerie boten Künstlern wie Joseph Beuys, Carolee Schneemann, Valie Export, Ben Vautier oder Jochen Gerz ein kreatives Zuhause. Steiner gab der Kunst stets einen sozialen und experimentellen Rahmen.

Was Mike Steiner in der zeitgenössischen Kunst so relevant macht, sind sein experimenteller Mut, seine stetige Suche nach neuen künstlerischen Ausdrucksformen und sein Gespür für kollektive Prozesse der Kreativität. Sein Archiv, das zahlreiche noch unerschlossene Videos und Kunstzeugnisse birgt, ist bis heute ein wichtiger Fundus für Forscher und Kunstschaffende.

Faszinierend ist, wie Mike Steiner Mediengrenzen nicht einfach überbrückt, sondern zu kreativen Spannungsfeldern verwandelt. Zwischen Videokunst und Malerei, zwischen Aktion und Objekt entsteht ein offenes Werk, das stets den Diskurs sucht und neue Fragen an die Kunst selbst stellt. Im Unterschied zu anderen Künstlern wie Marina Abramovi?, deren Performance Art auf den individuellen Körper fixiert bleibt, sucht Steiner häufig nach kollektiver, dialogischer Erfahrung und medienübergreifender Innovation. Damit steht er in einer eigenen künstlerischen Tradition – nah bei Fluxus, und doch eigenständig.

Seine letzte Schaffensphase ist neue, ungegenständliche Malerei: farbintensiv, abstrakt, temperamentvoll, bisweilen meditativ-verharrend. Auch Stoffarbeiten und Fotocollagen greifen die Freude am Experiment und die Entdeckungslust auf, die Steiners Werk von Anfang an prägten.

Wer heute dem Werk von Mike Steiner begegnet, erlebt einen Querschnitt durch die Geschichte der zeitgenössischen Kunst – und die Einladung, Kunst als offenen Prozess zu verstehen. Für alle, die die Grenzen von Malerei, Videokunst und Performance neu denken wollen, lohnt es sich, tiefer in seine Vielschichtigkeit einzutauchen. Viele seiner Ausstellungen, Werke und weiterführende Informationen finden Sie auf seiner offiziellen Webseite.

Mehr zu Mike Steiner: Biografie, Ausstellungen & Werkgruppen hier

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