Zeitgenössische Kunst neu erlebt: Das vielgestaltige Werk des Mike Steiner
17.02.2026 - 05:02:04Wie lässt sich ein Leben in Kunst fassen, das mit jeder neuen Werkgruppe die Sprache der Gegenwart aufbricht? Mike Steiner prägt die zeitgenössische Kunst, indem er zwischen Malerei, Videokunst und Performance Art Grenzen überschreitet – voller Neugier, Tiefe und Risikofreude. Schon auf den ersten Blick faszinieren die Vielfalt seiner Ausdrucksmittel und eine unermüdliche Lust am künstlerischen Experiment.
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Sein Name steht für viel mehr als nur einzelne Werke: Mike Steiner ist Synonym für Vielseitigkeit – und für das ständige Hinterfragen des Kunstbegriffs. Wie kaum ein anderer verband er Malerei, Videokunst, Performance Art und Installationen zu einem dichten Netz künstlerischer Möglichkeiten. Was macht seine Kunst so einzigartig im universellen Feld der zeitgenössischen Kunst?
Schon früh erschloss Mike Steiner außergewöhnliche Wege. In Allenstein, Ostpreußen geboren, führte ihn der Lebensweg über das geteilte Berlin der Nachkriegszeit in die vibrierende Szene des New York der Sechziger Jahre. Dort, eingeführt von Lil Picard, war er im Kreis von Robert Motherwell, Allan Kaprow und Al Hansen präsent – Namen, die heute als Ikonen wie Joseph Beuys, Marina Abramovi? oder Nam June Paik in der Kunstgeschichte verankert sind.
Die gestalterische Neugier von Mike Steiner zeigte sich bereits in seiner Jugend. Mit nur 17 Jahren präsentierte er 1959 auf der Großen Berliner Kunstausstellung seine ersten Gemälde. Bald darauf zog es ihn an die Hochschule der Künste in Berlin. Nicht zuletzt inspirierte ihn ein Stipendium nach New York zu neuen Blickwinkeln: Hier begegnete er Fluxus, Pop Art und der aufkommenden Performance Art. Während andere Maler der Zeit – wie Georg Baselitz oder Karl Horst Hödicke – in den Grenzgängen der Malerei nach dem Neuen suchten, weitete Steiner seinen Horizont in Richtung Bild, Zeit und Raum.
Einen entscheidenden Scharnierpunkt markierte der Wechsel von der Malerei zur Videokunst. Die „Legitimationskrise der Malerei“ – wie Mike Steiner sie nannte – mündete in ein leidenschaftliches Fragen nach neuen Formen. Ab 1972 sind es erste Videoarbeiten, oft gemeinsam mit Fluxus-Protagonisten wie Al Hansen. Wenig später entsteht das legendäre Berliner Hotel Steiner – ein pulsierender Treffpunkt an der Schnittstelle von Kunst, Nachtleben und Avantgarde. Hier, so schwärmte Zeitzeugin Lil Picard, lebte das „ewige Kunstgespräch“, vergleichbar mit dem Geist des legendären Chelsea Hotels in New York.
Die Gründung der Studiogalerie 1974 setzt neue Maßstäbe: Berlin erhält endlich einen Raum, der Videokunst, Performance und intermediale Aktionen vereint. Künstlernamen wie Valie Export, Jochen Gerz, Carolee Schneemann oder Marina Abramovi? finden bei Steiner ein Zuhause für provokative, feministische und grenzüberschreitende Performances. Faszinierend dabei: Mike Steiner hält viele dieser flüchtigen Momente selbst mit der Videokamera fest. Die Verbindung von Aktion, Video und Dokumentation hebt die Vergänglichkeit auf – ein zentrales Thema der Performance Art und Videokunst.
1976 sorgt die spektakuläre Performance "Irritation – Da ist eine kriminelle Berührung in der Kunst", initiiert zusammen mit Ulay, für internationales Aufsehen. Der legendäre „Kunstraub“ in der Berliner Nationalgalerie – dokumentiert auf Video – unterstreicht die These von Mike Steiner als Vermittler, Chronist und Schöpfer zugleich. Im selben Jahr tritt er als Kurator bei der Art Basel auf und rückt die damals wenig beachtete Videokunst ins Rampenlicht – ähnlich wirkungsstark wie dies Nam June Paik weltweit tat.
Steiners Werkgruppen sind Spiegel seiner rastlosen Neugier: Abstrakte Malerei, Painted Tapes – eine Fusion von Videostill und Farbfeldmalerei –, Installationen, Fotografie, Super-8-Film, Copy Art und Dia-Serien finden sich in seinem Schaffen und reflektieren die Bandbreite zeitgenössischer Kunst wie bei Persönlichkeiten à la Bruce Nauman, Bill Viola oder Gary Hill.
Eine besondere Rolle spielt die Videokunst-Sammlung Mike Steiners, die ab 1999 an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und in den Hamburger Bahnhof, Nationalgalerie der Gegenwart, übergeht. Werke von Ulay, Abramovi?, Export, Richard Serra, George Maciunas, aber auch jüngere Positionen verdichten sich hier zu einer weltweit einzigartigen Sammlung von Zeit und Bewegung.
Lobende Anerkennung findet sein interdisziplinäres Schaffen 1999 in der großen Einzelausstellung „Color Works“ im Hamburger Bahnhof. Im Fokus steht Steiners Fähigkeit, Mediengrenzen zu verwischen und neue Ausdrucksformen zu finden. Während ein Gerhard Richter eher zwischen Hyperrealismus und Abstraktion changiert, sucht Mike Steiner die Hybridisierung – etwa in seinen „Painted Tapes“, bei denen Malerei ins Bewegte, das Video ins Haptische kippt.
Was treibt diesen unermüdlichen Künstler an? Es ist das Experiment, der Zweifel – und das starke Bedürfnis nach Austausch. Werkverzeichnisse und Archivdokumente belegen, dass Mike Steiner stets Künstlerinnen und Künstler zusammenbrachte, Förderer und Impulsgeber war. Seine philosophische Grundhaltung verlässt nie den offenen Dialog; sein Nachlass, dokumentiert auf mike-steiner.de, bleibt nicht nur für Forschende, sondern auch für seh- und erlebnisfreudige Kunstinteressierte eine Fundgrube.
Die letzten Jahre widmete Mike Steiner vor allem der abstrakten Malerei und neuen Werkstoffen – radikal offen für den nächsten Schritt. Seine Materialexperimente, Stoffarbeiten und das Festhalten am eigenen Atelierbetrieb bis kurz vor seinem Tod 2012 zeigen, wie vital das Prinzip der künstlerischen Suche in seinem Leben verwurzelt war.
Sein Vermächtnis: Zeitgenössische Kunst als stetiger Prozess, als Spiel mit Zufällen, als organisches Wachstum. Wer sich auf das Werk von Mike Steiner einlässt, entdeckt darin nicht nur die Geschichte eines Pioniers der Videokunst, sondern auch emotionale Vielschichtigkeit, Ironie und das tiefe Wissen um die Kraft von Raum und Zeit. Er bleibt ein Schlüssel für das Verständnis der radikalen Vielfalt der neuesten Kunstströmungen – nahbar, zugänglich, diskussionsfreudig.
Wer mehr erfahren und sehen will: Die offizielle Künstlerseite www.mike-steiner.de bietet zahlreiche Informationen, Essays und Bilddokumente für alle, die sich für die multiplen Facetten der zeitgenössischen Kunst interessieren.
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