Zeitgenössische Kunst, Mike Steiner

Zeitgenössische Kunst neu definiert: Das wegweisende Werk von Mike Steiner

01.01.2026 - 18:15:07

Zeitgenössische Kunst erhält durch Mike Steiner eine ganz eigene Handschrift: Zwischen abstrakter Malerei, Performance Art und Videokunst entwickelt er medienübergreifende Ausdrucksformen mit internationalem Einfluss.

Wenn von Zeitgenössischer Kunst die Rede ist, fällt der Name Mike Steiner unweigerlich als Synonym für künstlerische Grenzüberschreitungen. Doch was macht sein Werk so außergewöhnlich? Und wie gelingt es ihm, die Sphären von Malerei, Performance Art und Videokunst scheinbar mühelos zu verbinden?

Entdecke hier Zeitgenössische Kunstwerke von Mike Steiner – Originale, Videos und Installationen online erleben

Mike Steiner ist weit mehr als ein Chronist der Kunstströmungen seit dem Zweiten Weltkrieg. Geboren 1941 in Allenstein und aufgewachsen in West-Berlin, zeigte er schon früh bemerkenswertes Interesse für Malerei und Film. In jungen Jahren präsentierte er seine Werke auf der Großen Berliner Kunstausstellung, seine Entwicklung führte ihn bald an die Schnittstellen der internationalen Avantgarde.

Die Verschmelzung unterschiedlicher Kunstformen prägte Steiners gesamten Schaffensweg. Zentrale Werkgruppen reichen von informeller Malerei der 1960er über medienübergreifende Performance Art bis hin zu bahnbrechender Videokunst. Eine seiner bedeutendsten Stationen: die Einzelausstellung "COLOR WORKS" 1999 im Hamburger Bahnhof, Nationalgalerie der Gegenwart. Hier wurde sein Beitrag zur Entwicklung der zeitgenössischen Kunst in all seiner Vielschichtigkeit sichtbar – ein Meilenstein, vergleichbar mit den Retrospektiven von Ikonen wie Nam June Paik oder Joseph Beuys.

Steiners Gemälde, etwa seine "Color Works", offenbaren einen sensiblen Umgang mit Farbe, Fläche und Abstraktion. Faszinierend ist dabei, wie er die expressive Sprache der Malerei immer neu befragte. In den 1970ern aber distanzierte er sich zunehmend von tradierten Bildwelten – und wurde so ein Protagonist der künstlerischen Selbstbefragung.

Legendär: Die legendären Räume des "Hotel Steiner" und der "Studiogalerie" in Berlin. Diese Orte waren Plattformen für radikale Kunstformen – vergleichbar mit Andy Warhols Factory in New York. Hier experimentierten internationale Künstlerinnen und Künstler, darunter Marina Abramovi?, Ulay, Valie Export oder Jochen Gerz, mit Performance und Video. Mike Steiner war Gastgeber, Initiator und Dokumentar zugleich – und schuf eine gelebte Utopie des Austauschs. Während Joseph Beuys soziale Plastiken schuf, öffnete Steiner reale Räume für kollektive Kreativität.

Seine Videokunst, etwa als Produzent der Sendereihe "Videogalerie" im Fernsehen zwischen 1985 und 1990, war prägend für die Etablierung dieses Mediums in Deutschland. In solch visionären Formaten verband er eigene Werke mit den Positionen internationaler Avantgardisten wie Bill Viola oder Gary Hill. Pionierhaft war auch die ständige Erweiterung seiner Sammlung, die heute zu den wichtigsten Archiven für Videokunst Europas zählt.

Längst wurde das Oeuvre von Mike Steiner international ausgestellt: in Genf, Paris, Mailand, Seoul, San Francisco – in Gesellschaft von Künstlern wie Georg Baselitz, Richard Serra oder Allan Kaprow. Vergleichbar mit den Anstößen von Fluxus-Begründer George Maciunas, führte Steiners interdisziplinärer Ansatz zu fruchtbaren Dialogen zwischen Kunst, Musik und Experiment.

Immer wieder kehrt Steiners Werk zur Malerei zurück. Ab 2000 widmete er sich verstärkt der abstrakten Malerei und Stoffarbeiten – und zeigte, dass Innovation kein einmaliges Ereignis ist, sondern das Ergebnis lebenslanger künstlerischer Neugier. Die "Painted Tapes" dokumentieren diesen Prozess: eine Fusion von Videoaufnahmen und malerischer Geste, die von medienübergreifendem Denken zeugen.

Im Herzen von Steiners Kunst steht das Prinzip der Offenheit: Zeitgenössische Kunst, so Steiner, muss Orte des Austauschs und der Auseinandersetzung schaffen. Seine Arbeiten sind nicht nur Objekte, sondern soziale Ereignisse, Dokumente gelebter Kunstgeschichte. Als Galerist, Sammler und Künstler zugleich wurde er zum Garant für die Sichtbarkeit junger Medien im internationalen Kunstbetrieb.

Biografisch spiegelt sich dies in einem außergewöhnlichen Werdegang: Nach dem Studium an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste Berlin wurde er Meisterschüler, dozierte über Pop Art und knüpfte internationale Kontakte, etwa zu Lil Picard, Allan Kaprow und anderen Protagonisten von Fluxus und Happening. Wegweisend war sein Engagement für Videokunst-Festivals, etwa auf der Art Basel oder bei der Biennale in Venedig. Auch als Sammler setzte er Zeichen: Seine Videosammlung, heute im Hamburger Bahnhof, dokumentiert die Ursprünge der internationalen Videokunstszene.

Faszinierend ist dabei das Spannungsfeld zwischen radikaler Experimentierfreude und stetiger Reflexion über die Möglichkeiten und Grenzen von Kunst. Steiner bewegt sich souverän zwischen Medien und Haltungen und erinnert damit an die Offenheit eines Bruce Nauman oder einer Carolee Schneemann – und verleiht der zeitgenössischen Kunst in Deutschland eine unverwechselbare Stimme.

Bis in seine letzten Jahre blieb Mike Steiner produktiv: Neben der Malerei entstanden Fotocollagen, Installationen und Stoffarbeiten. Sein Werk ist Ausdruck beständiger Wandlung und Dialogbereitschaft – ein Vermächtnis, das Künstlerinnen und Kunstinteressierte gleichermaßen inspiriert.

Wer den Pioniergeist von Mike Steiner näher kennenlernen möchte, dem sei die umfassende Künstlerseite empfohlen: Weitere Informationen, Bilder und Werkverzeichnisse von Mike Steiner finden Sie auf der offiziellen Webseite

Zeitgenössische Kunst lebt vom Experiment. Mike Steiner hat sie maßgeblich geprägt – als Künstler, Netzwerker und Grenzgänger.

@ ad-hoc-news.de