Zeitgenössische Kunst, Mike Steiner

Zeitgenössische Kunst entdecken: Die vielseitigen Werkgruppen von Mike Steiner

30.01.2026 - 05:02:02

Zeitgenössische Kunst von Mike Steiner ist ein Erlebnis der Innovation. Von der Malerei über Videokunst bis hin zu Installationen – sein Schaffen sprengt künstlerische Grenzen und inspiriert Generationen.

Wie schafft es ein Künstler, der Zeitgenössische Kunst zur Lebensaufgabe erhebt, die Grenzen zwischen Malerei und bewegtem Bild immer wieder neu zu ziehen? Das Werk von Mike Steiner ist eine Einladung, unsere Vorstellungen vom kreativen Schaffen auf den Kopf zu stellen. Früh setzte Mike Steiner mit frischer Experimentierfreude Maßstäbe: Ob in Malerei, Performance Art oder Videokunst, er blieb nie stehen, sondern transformierte sich und sein künstlerisches Universum immer wieder aufs Neue.

Entdecke hier Zeitgenössische Kunstwerke von Mike Steiner – seine legendären Malereien, Videos und Installationen im Überblick

Die Faszination von Mike Steiners Schaffen entspringt seiner unermüdlichen Suche nach neuen Ausdrucksformen in der zeitgenössischen Kunst. Schon als Jugendlicher in Berlin präsentierte er 1959 auf der Großen Berliner Kunstausstellung Malerei und zeigte damit früh seinen Drang, sich öffentlich und undogmatisch mit Kunst auseinanderzusetzen. Während das Aufbrechen klassischer Genres im deutschsprachigen Raum damals noch Seltenheitswert hatte, ließ Steiner sich von internationalen Strömungen inspirieren – ein Credo, das sein gesamtes Werk durchzieht.

Seine akademische Ausbildung an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste Berlin war der Ausgangspunkt für eine virtuose Auseinandersetzung mit Abstrakter Malerei, aber auch Pop Art und der internationalen Avantgarde. Nicht zufällig war Mike Steiner früh in Gruppenausstellungen mit Größen wie Georg Baselitz oder Karl Horst Hödicke zu sehen. Die künstlerischen Bahnen kreuzten sich später auch mit international bekannten Pionieren wie Allan Kaprow, Lil Picard und Joseph Beuys, mit denen Steiner im legendären Berliner Hotel Steiner oder seiner Studiogalerie intensive Kunstdialoge führte.

Der Schritt zur Videokunst: In den frühen 1970er Jahren markierte die Entdeckung der Videotechnologie einen Wendepunkt, der sowohl für die Entwicklung der Performance Art wie auch für das persönliche künstlerische Vokabular von Mike Steiner entscheidend war. Unbeeindruckt von den vorherrschenden Meinungen, legte Steiner zahlreiche frühe Videoarbeiten vor, die oft in enger Kooperation mit Akteurinnen und Akteuren der Fluxus- und Performance-Bewegungen entstanden. Mit Künstlerinnen wie Marina Abramovi?, Valie Export oder Ulay, deren Performances er filmte und damit vor dem Vergessen bewahrte, wurde Video zum archivarischen und künstlerischen Werkzeug gleichermaßen.

Im Jahr 1974 gründete Mike Steiner die Berliner Studiogalerie – einen bis heute legendären Knotenpunkt für Performances, Experimentelle Malerei, Happening und Videokunst. Es war der Ort, an dem emanzipierte Zeitgenossenschaft spür- und sichtbar wurde. Steiner stellte Künstlerinnen und Künstlern modernste Videotechnik zur Verfügung und eröffnete so insbesondere der Performance Art, aber auch der Abstrakten Malerei, ein neues Fenster zur Welt. Vergleichbar sind solche integrativen Orte allenfalls mit Joseph Beuys’ Raumkonzepten oder Nam June Paiks Videosalons.

Sein Engagement als Sammler und Dokumentarist setzte neue Maßstäbe. Werke von Künstlern wie Bill Viola, Nam June Paik, Richard Serra oder Gary Hill sind heute Teil der Sammlung Mike Steiner, die nach deren Schenkung an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz einen festen Platz im Hamburger Bahnhof, Nationalgalerie der Gegenwart, fand. Mike Steiners Riesenschau COLOR WORKS 1999 im Hamburger Bahnhof wurde zur Krönung dieses Engagements: Sie zeigte erstmals das gesamte Spektrum seines Denkens in Bildern, Bändern und Installationen.

Die Painted Tapes – eine der originellsten Werkgruppen Steiners – fügen Malerei und elektronische Medien in rätselhaften, farbstarken Bild-Ton-Kompositionen zusammen. Hier demonstriert der Künstler, wie sich abstrakte Malerei, Bildmontage und Musik zu synästhetischen Erfahrungen verdichten. Spätere Arbeiten greifen diese Offenheit erneut auf, etwa in polastrips und Fensterinstallationen – jedes Medium wird zur Bühne experimenteller Energie.

Biografisch spielte Mike Steiner mit wechselnden Wohn- und Arbeitsorten in Berlin, den USA und Italien die volle Klaviatur internationaler Einflüsse. Besonders prägend war der Aufenthalt in New York, an der Schnittstelle zwischen Fluxus, Happening und Pop Art – eine Erfahrung, die sich nicht nur in seinem künstlerischen Netzwerk, sondern in der Konzeption seiner Drag & Drop-Ästhetik widerspiegelt. Die Begegnungen mit Lil Picard, Al Hansen, Allan Kaprow oder Marina Abramovi? und das intensive Leben im Kontext von Performance Art verfestigten Steiners interdisziplinären Anspruch – durchaus vergleichbar mit der internationalen Perspektive eines Künstlerkollegen wie Dan Graham.

Mike Steiner war ein Grenzgänger, dem das Erproben und Überschreiten bestehender Grenzen in Malerei, Videokunst und temporären Installationen zur zweiten Natur wurde. Wie das Fundusarchiv zeigt, war kaum ein Medium vor ihm sicher: Von Super-8-Film, Fotografie und Copy Art bis hin zu Dia-Serien, Hard Edge oder Minimal Art – jede Technik wurde zum Ausgangspunkt neuer Bilder, neuer Formen, neuer Erfahrungswelten. Besonders die Videodokumentation spektakulärer Performances, wie Ulays inszenierter Kunstraub in der Neuen Nationalgalerie, manifestiert den künstlerischen Mut, normative Vorstellungen zu irritieren und den Blick auf Kunst zu weiten.

Auch in den letzten Jahren widmete sich Mike Steiner wieder verstärkt der Abstrakten Malerei und Stoffarbeiten. Immer mit dem Anspruch, Überraschung zu erzeugen, Sehgewohnheiten radikal infrage zu stellen – eine Haltung, die ihn mit internationalen Größen der Zeitgenössischen Kunst wie Yves Klein oder Rosemarie Trockel verbindet.

Was bleibt, ist ein künstlerisches Universum, das vom vitalen Dialog mit der Welt lebt und die Betrachter immer wieder überrascht. Die Werke Mike Steiners wirken lebendig und aktuell, sie inspirieren zu eigenständigem Sehen und kritischen Fragen. Wer heute über Zeitgenössische Kunst spricht, sollte an Mike Steiner nicht vorbeigehen.

Wer tiefer eintauchen will: Die offizielle Seite mike-steiner.de bietet weiterführende Informationen, biografische Dokumente und Bildmaterial zum Nach- und Weitersehen.

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