Zeigarnik-Effekt: Kein Wundermittel gegen Prokrastination
10.02.2026 - 16:25:12Der fast hundert Jahre alte Zeigarnik-Effekt erlebt ein Comeback als angebliches Produktivitäts-Tool. Doch aktuelle Forschung entzaubert den Mythos und warnt vor den Risiken einer simplen Anwendung.
Vom Café in die Populärpsychologie
Die russische Psychologin Bluma Zeigarnik beobachtete in den 1920ern in einem Berliner Café ein Phänomen: Kellner merkten sich unerledigte Bestellungen besser als bezahlte. Ihre Experimente schienen zu bestätigen, dass unterbrochene Aufgaben länger im Gedächtnis bleiben. Die Erklärung: Eine offene Aufgabe erzeugt psychische Spannung, die das Erinnern erleichtert. Dieses Prinzip nutzen heute Serien mit Cliffhangern oder Marketingstrategien gezielt aus.
Wissenschaft stellt Effekt infrage
Die moderne psychologische Forschung zeichnet ein anderes Bild. Viele Studien konnten Zeigarniks Ergebnisse nicht reproduzieren. Einige fanden sogar den gegenteiligen Effekt. Eine aktuelle Meta-Analyse kommt zu einem ernüchternden Fazit: Es gibt keinen signifikanten Gedächtnisvorteil für unerledigte Aufgaben.
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Der Effekt hängt stark vom Einzelfall ab:
* Wie schwierig erscheint die Aufgabe?
* Welche Bedeutung misst die Person ihr bei?
* Unter welchen Bedingungen wird gearbeitet?
Die Laborbedingungen der 1920er Jahre lassen sich kaum auf heutige Arbeitsumgebungen übertragen. Die universelle Gültigkeit des Effekts ist damit höchst fragwürdig.
Offene Schleifen als Stressfaktor
Die unkritische Nutzung des Effekts kann nach hinten losgehen. Ständig im Kopf kreisende, unerledigte Aufgaben – sogenannte „Open Loops“ – verbrauchen mentale Energie. Sie stören die Konzentration und können zu Schlafproblemen oder chronischem Stress führen.
Psychologen raten heute eher zum Gegenteil: Aufgaben bewusst abzuschließen, um Kapazitäten freizusetzen. To-do-Listen oder ein detaillierter Plan für den nächsten Schritt signalisieren dem Gehirn, dass die Aufgabe „geparkt“ ist. Das reduziert die kognitive Spannung und erleichtert das Loslassen.
So lässt sich das Prinzip sinnvoll nutzen
Auch wenn es kein Wundermittel ist, kann das zugrundeliegende Prinzip mit Bedacht helfen. Der Schlüssel liegt in der Struktur.
Statt eine große Aufgabe unvollendet liegen zu lassen, teilt man sie besser in kleine, überschaubare Schritte. Der Abschluss jedes Teilschritts bringt ein Erfolgserlebnis und baut Spannung ab. Eine andere Methode ist die bewusste Unterbrechung an einem Punkt, an dem der nächste Schritt klar ist – eine Technik, die auch Ernest Hemingway nutzte. Das erleichtert den Wiedereinstieg. Auch geplante Pausen können so den Arbeitsfluss fördern.
Fazit: Evidenz statt einfacher Hacks
Die Debatte zeigt: Einfache psychologische Tricks bilden selten die Komplexität des menschlichen Verhaltens ab. Der Fokus liegt heute auf evidenzbasiertem Aufgabenmanagement. Nachhaltige Produktivität entsteht durch klare Pläne, Priorisierung und das bewusste Schließen mentaler Schleifen – nicht durch das blinde Vertrauen in einen alten Mythos.
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