YPlasma, Plasma-Kühlung

YPlasma: Plasma-Kühlung macht Laptop-Lüfter überflüssig

28.01.2026 - 02:00:12

Ein Startup revolutioniert die Kühltechnik für Laptops und KI-Hardware mit einem lautlosen, festkörperbasierten System – präsentiert auf der CES 2026.

Das vertraute Surren des Laptop-Lüfters könnte bald der Vergangenheit angehören. Das Deep-Tech-Startup YPlasma hat auf der Consumer Electronics Show (CES) 2026 eine bahnbrechende Kühltechnologie vorgestellt, die komplett ohne bewegliche Teile auskommt. Statt mit rotierenden Lüftern kühlt das System Prozessoren mit „ionischem Wind“, der durch ein Plasma-Feld erzeugt wird. Dieser Ansatz verspricht nicht nur absolut lautlose Laptops, sondern auch schlankere, robuster und leistungsfähigere Geräte – ein entscheidender Faktor für die nächste Generation KI-fähiger Hardware.

Der Kern der Innovation ist ein Dielectric Barrier Discharge (DBD) Plasma-Aktor. Eine hochspannungsführende Elektrode ionisiert dabei die umgebende Luft und erzeugt eine Schicht aus „kaltem Plasma“. Dieser Vorgang setzt einen kontinuierlichen Luftstrom frei, der Wärme von der CPU wegtransportiert – der sogenannte ionische Wind. Das gesamte System arbeitet bei nur 17 Dezibel und ist damit kaum hörbar.

Der vielleicht größte Vorteil ist die Bauform: Der Aktor ist eine flexible Folie von nur 200 Mikrometern Dicke. Sie kann direkt auf Kühlkörper oder das Chassis aufgeklebt werden und spart so den Platz massiver Lüfterbaugruppen. Frühere ionische Kühlsysteme scheiterten oft an Ozonbildung und Elektrodenverschleiß. YPlasma gibt an, diese Probleme durch ein geschütztes Elektrodendesign und eine physikalische Barriere gelöst zu haben, was die Haltbarkeit über die typische Lebensdauer eines Consumer-Geräts sicherstellen soll.

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Schlank, leise, leistungsstark: Das bedeutet die Technologie

Der Abschied vom mechanischen Lüfter hat tiefgreifende Folgen für das Laptop-Design. Die offensichtlichste Neuerung für Nutzer ist die absolute Stille, selbst bei anspruchsvollen Tasks wie Gaming oder Videobearbeitung. Da keine Lüfterluft angesaugt werden muss, können Hersteller auf Lüftungsschlitze verzichten. Das ermöglicht nicht nur dünnere und leichtere Gehäuse, sondern auch staub- und spritzwassergeschützte Geräte.

Die Zuverlässigkeit steigt, weil das häufigste Verschleißteil entfällt. Vor allem aber könnte die effizientere Kühlung mehr Leistung freisetzen. Moderne Prozessoren, insbesondere KI-beschleunigende NPUs, erzeugen immer mehr Hitze. Um Überhitzung zu vermeiden, drosseln sie bei konventioneller Kühlung oft ihre Taktraten. Ein leistungsfähigeres Kühlsystem wie von YPlasma könnte CPUs erlauben, ihre Höchstleistung länger zu halten – ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

Vom Weltraum-Forschungslabor in den Laptop

Die Technologie von YPlasma ist ein Beispiel dafür, wie Deep-Tech-Innovationen den Weg in den Massenmarkt finden. Das Unternehmen ist ein Spin-off des spanischen Raumfahrtzentrums INTA und hat sein Know-how in Plasma-Aktoren für die Consumer-Electronics-Branche adaptiert. Mit Standorten in Newark, USA, und Madrid agiert YPlasma international.

Den kommerziellen Push brachte eine Seed-Finanzierungsrunde über 2,5 Millionen Euro im Juli 2025. Angeführt wurde sie vom Deep-Tech-VC Faber, beteiligt war SOSV. Das Kapital trieb die Produktentwicklung voran. YPlasma sieht das Potenzial der Technologie nicht nur für Laptops, sondern auch für die Kühlung leistungshungriger KI-Server in Rechenzentren.

Der Wettlauf um die Kühlung der Zukunft

YPlasma betritt ein wettbewerbsintensives Feld. Die Grenzen herkömmlicher Lüfter sind angesichts immer leistungsstärkerer Chips von Intel, AMD und Qualcomm offensichtlich. Mit Frore Systems und dessen AirJet-Technologie, die Luftstrom per Ultraschall erzeugt, gibt es bereits einen Mitbewerber im Bereich festkörperbasierter Kühlung. YPlasmas Plasma-Ansatz verfolgt jedoch ein grundlegend anderes physikalisches Prinzip.

Solche Innovationen sind mehr als nur eine schrittweise Verbesserung. Sie könnten einen Paradigmenwechsel einläuten und Geräte ermöglichen, die mit heutigen Kühlmethoden undenkbar wären. Die nächste Herausforderung für YPlasma ist nun, Partnerschaften mit großen Laptop-Herstellern zu schließen. Bislang gibt es noch keine konkreten Design-Wins. Doch der funktionierende Prototyp auf der CES ist ein wichtiger Meilenstein. Bleibt die Frage: Wie schnell schafft es die Plasma-Kühlung aus der Tech-Demo in die Serienproduktion?

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