YouTube-Ratschläge, Schwangerschaftsübelkeit

YouTube-Ratschläge bei Schwangerschaftsübelkeit oft riskant

24.02.2026 - 12:13:27 | boerse-global.de

Eine aktuelle Studie zeigt, dass über 90 Prozent der populären YouTube-Ratschläge gegen Schwangerschaftsübelkeit nicht wissenschaftlich belegt oder sogar gefährlich sind.

Schwangere finden auf YouTube massenhaft Tipps gegen Übelkeit – doch die meisten sind wissenschaftlich nicht belegt oder sogar gefährlich. Das zeigt eine aktuelle Studie, die die Qualität der Videoratschläge unter die Lupe nahm.

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Die meisten Online-Tipps sind nicht belegt

Forscher um Femke Geusens analysierten die 45 meistgesehenen englischsprachigen YouTube-Videos zum Thema Schwangerschaftsübelkeit. Anschließend prüften sie in einer Literaturrecherche, welche der gefundenen Ratschläge wissenschaftlich abgesichert sind. Das Ergebnis, veröffentlicht im Fachjournal Midwifery, ist alarmierend: Weniger als zehn Prozent der 85 identifizierten Empfehlungen waren durch konsistente Studien belegt.

Nur acht Prozent der Tipps – darunter Ingwer, Vitamin B6 und bestimmte Medikamente wie Ondansetron – haben eine solide klinische Grundlage. Fast die Hälfte der Online-Empfehlungen ist dagegen kaum wissenschaftlich erforscht, bei mehr als einem Drittel fehlen Studien komplett. Besonders kritisch: Fast fünf Prozent der Ratschläge stuften die Forscher als potenziell schädlich für Schwangere ein.

Gefährliche Lücke zwischen Bedarf und Wissen

Viele Schwangere suchen nach alternativen, nicht-medikamentösen Wegen, um ihre Übelkeit in den Griff zu bekommen. Die Studie zeigt jedoch: Die Videoplattform ist voll von ungeprüften „Wundermitteln“. Diese Mischung aus vereinzelten seriösen Ratschlägen und einer Flut an anekdotischen Erfahrungsberichten sorgt für Verwirrung und kann die Gesundheit von Mutter und Kind gefährden.

Das Problem ist systemisch. „Die hohe Verbreitung unstudierter Empfehlungen zeigt eine Lücke in der aktuellen medizinischen Forschung auf“, so die Schlussfolgerung der Studie. Es mangele vor allem an rigorosen klinischen Studien zu nicht-pharmakologischen und ganzheitlichen Ansätzen. Diese Lücke zu schließen, sei dringend notwendig, da der Bedarf der Schwangeren offensichtlich groß ist.

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Appell für evidenzbasierte digitale Aufklärung

Die Konsequenzen der Studie reichen über individuelle Entscheidungen hinaus. Sie treffen einen Nerv in der Debatte um digitale Gesundheitskompetenz. Die tiefe Verankerung sozialer Medien in der Patienten-Selbsthilfe erfordert ein Umdenken.

Mediziner müssen proaktiv aufklären und davon ausgehen, dass ihre Patientinnen online nach Alternativen suchen. Zukünftige Entwicklungen sollten auf verifizierte Kommunikationsplattformen und patientengerechte Portale setzen, die zeitnah verlässliche Informationen von vertrauenswürdigen Institutionen liefern.

Gleichzeitig fordern die Forscher mehr Forschungsgelder und klinische Studien für alternative Behandlungsmethoden. Nur durch die Zusammenarbeit von Medizinern, Aufsichtsbehörden und Tech-Plattformen kann sichergestellt werden, dass digitale Gesundheitsratschläge den strengen Maßstäben der Wissenschaft standhalten. Der Schutz der mütterlichen Gesundheit muss in der digitalen Welt Priorität haben.

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