Ycore, Europas

Y.core: Europas Antwort auf KI-Agenten aus den USA

09.01.2026 - 14:30:12

Ein Pariser KI-Startup stellt mit einer datensouveränen Plattform die US-Dominanz in der Agenten-KI infrage. Y.core soll europäischen Unternehmen den Einsatz autonomer KI-Schwärme ermöglichen – streng nach EU-Regeln.

Die Branche bewegt sich weg von einfachen Chatbots hin zu „agentischer KI“. Diese Systeme können eigenständig komplexe Aufgaben ausführen, Entscheidungen treffen und mit Software interagieren. Yampa positioniert sein Y.core als „Kommandozentrale“ für solche digitalen Arbeitskräfte. Unternehmen sollen damit ihre Automatisierung so strukturieren können wie menschliche Teams.

Laut Firmenangaben erlaubt die Plattform die Erstellung, Bereitstellung und Überwachung spezialisierter KI-Agenten-Flotten. Diese sind für konkrete operative Rollen ausgelegt – etwa für technischen Support, Rechnungsverhandlung oder Datenrecherche. Die Architektur orchestriert die Übergaben zwischen verschiedenen Agenten und menschlichen Mitarbeitern für einen reibungslosen Ablauf.

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„Es geht nicht mehr nur um Konversation, sondern um tatsächliche Problemlösung“, sagt Marin Huet, Gründer und CEO von Yampa. Der Wechsel zu KI-Agenten erfordere eine Struktur, die der von menschlichen Teams gleicht. Y.core biete dafür die notwendige Enterprise-Schicht mit Monitoring, Versionierung, Zugriffskontrolle und Governance.

Digitale Souveränität als Verkaufsargument

Ein zentraler Pfeiler ist der Fokus auf digitale Souveränität. Während viele US-Lösungen Daten über den Atlantik verarbeiten und Compliance-Risiken bergen, ist Y.core so aufgebaut, dass Kundendaten die EU nicht verlassen müssen. Das ist für Unternehmen, die den EU AI Act und die DSGVO einhalten müssen, ein entscheidender Vorteil.

Die Plattform ist „LLM-agnostisch“. Unternehmen können also die zugrundeliegende KI-Intelligenz frei wählen. Y.core kann zwar mit US-Modellen wie denen von OpenAI arbeiten, bietet aber tiefe Integration mit europäischen Schwergewichten wie Mistral. Das ermöglicht es hochregulierten Branchen – Banken, Versicherungen, Gesundheitswesen –, modernste KI zu nutzen, ohne die Kontrolle über Datenhoheit und Privatsphäre zu verlieren.

Analysten sehen in diesem „Sovereign-First“-Ansatz eine Antwort auf eine wachsende Marktlücke. Angesichts geopolitischer Spannungen suchen europäische CIOs zunehmend Alternativen, die die Leistung von Silicon-Valley-Technik ohne deren regulatorischen Ballast bieten. Yampas komplett in Europa gehostete Infrastruktur zielt genau auf diese strategischen Autonomieziele ab.

Integration in die Unternehmens-IT und messbare Effekte

Y.core ist für die Integration in bestehende Software-Landschaften mittelständischer und großer Unternehmen konzipiert. Sie bietet native Anbindungen an große CRM- und Ticketing-Systeme wie Salesforce, Zendesk, Microsoft Dynamics und Intercom. Dadurch können KI-Agenten in diesen Kernsystemen „lesen“ und „schreiben“ – und Tickets tatsächlich lösen, statt nur FAQs zu beantworten.

Frühe Einsatzdaten zeigen die operative Wirkung: Yampa-Agenten erreichten eine autonome Lösungsrate von 50 % bei technischen Hotline-Tickets und steigerten die Produktivität im mehrsprachigen E-Mail-Management um 30 %. Zudem garantierte das System 100 % sofortige Annahme aller Anrufe, rund um die Uhr – Wartezeiten für Kunden entfielen.

Das Startup adressiert Branchen mit komplexen Service-Abläufen, bei denen Anfragen den Zugriff auf mehrere Datenbanken, Identitätsprüfungen und Aktionen in verschiedenen Tools erfordern. Durch die Automatisierung dieser „Tier-1“- und „Tier-2“-Aufgaben sollen menschliche Agenten für wertschöpfende, empathische Interaktionen frei werden, die echtes Urteilsvermögen erfordern.

Finanzstarker Rückenwind und Ausblick

Den Vorstoß auf den Enterprise-Markt unterstützt eine solide Finanzierung. Ende 2024 sicherte sich Yampa eine Seed-Runde von 3 Millionen Euro, angeführt vom globalen Tech-Investor Partech. Mitgründer waren Business-Angels wie Arthur Waller (Pennylane) und Guillaume Desloges (Alma) sowie Experten aus dem Outsourcing-Sektor.

Das Gründerteam – ehemalige Führungskräfte des französischen Fintech-Unicorns Alma – bringt Expertise in Data Science und Kundenoperationen mit. Dies erklärt den Fokus auf Verlässlichkeit und operative Exzellenz, nicht nur auf generative KI-Fähigkeiten.

Mit Y.core tritt Yampa nun in direkten Wettbewerb mit großen US-Konzernen, die ebenfalls auf agentische Workflows setzen. Doch der spezialisierte Fokus auf den europäischen Rechtsrahmen könnte einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil bieten. Mit der vollständigen Umsetzung des EU AI Act dürfte die Nachfrage nach „auditfähiger“ und konformer KI-Infrastruktur stark steigen.

Yampa positioniert sich mit Y.core als Eckpfeiler des europäischen KI-Ökosystems. Die Markteinführung signalisiert: Die europäische Tech-Branche schreitet von der Experimentierphase zur industriellen Nutzung fort – und bietet Unternehmen einen gangbaren Weg, fortschrittliche KI einzusetzen, ohne ihre strategische Unabhängigkeit aufzugeben.

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