Xtrackers AI ETF: Broadcom liefert 22,2 Mrd. Dollar
08.06.2026 - 23:00:02 | boerse-global.de
Der Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data UCITS ETF legt am Montag kräftig zu. Das Papier steigt um 3,38 Prozent auf 206,20 Euro und macht damit einen Teil der Verluste der Vorwoche wett. Auslöser ist eine breite Erholung bei den Halbleiterwerten, die im Portfolio des ETFs stark gewichtet sind.
Der Fonds bildet den Nasdaq Global Artificial Intelligence and Big Data Index ab. Mit einem Fondsvolumen von rund 7,9 Milliarden Euro und einer Gesamtkostenquote von 0,35 Prozent zählt er zu den größten KI-ETFs in Europa. Die Erträge werden thesauriert, Dividenden fließen also nicht an die Anleger aus, sondern werden automatisch wieder angelegt.
Semikonduktor-Werte treiben die Erholung
Das Portfolio besteht zu einem großen Teil aus Speicherchip-Herstellern und Spezialanbietern für Rechenzentren. Zu den größten Positionen zählen Samsung Electronics mit 7,28 Prozent, Micron Technology mit knapp 6 Prozent und SK Hynix mit 5,33 Prozent. Intel und Alphabet runden die Top fünf ab.
Diese Schwerpunktsetzung zahlt sich aus. Micron Technology, Seagate Technology und Western Digital haben allein in diesem Jahr Kursgewinne von über 200 Prozent erzielt. Die UBS hob im Mai ihr Kursziel für Micron von 535 auf 1.625 Dollar an – der Titel sprang daraufhin um 19 Prozent.
Broadcom: Rekordzahlen, aber die Erwartungen waren noch höher
Ein wichtiger Einzelfaktor der vergangenen Woche war der Quartalsbericht von Broadcom. Der Chipkonzern setzte im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 rund 22,2 Milliarden Dollar um – ein Plus von 48 Prozent. Die KI-Chip-Sparte legte sogar um 143 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar zu.
Trotz dieser Rekordzahlen fiel die Aktie zunächst. Der Grund: Broadcom gab für das laufende Quartal eine Prognose von 16 Milliarden Dollar ab. Die Analysten hatten allerdings mit 17,2 Milliarden Dollar gerechnet. CEO Hock Tan stellte auf der Telefonkonferenz klar: Für das gesamte Jahr 2026 erwartet er 56 Milliarden Dollar KI-Umsatz, für 2027 sogar mehr als 100 Milliarden.
Die Erholung am Montag zeigt: Der Markt ordnet den Prognose-Fehlschlag neu ein. Broadcom entwickelt kundenspezifische KI-Beschleuniger für sechs Hyperscaler – darunter Google, Meta, Anthropic und OpenAI.
Software-Sektor gibt zusätzlichen Rückenwind
Auch die Software-Bestände des ETFs leisten einen Beitrag zur Erholung. Palantir Technologies übertraf im Mai die Erwartungen: Der Umsatz lag bei 1,63 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn pro Aktie bei 0,33 Dollar – die Konsensschätzung lag bei 0,27 Dollar. Der Konzern hob zudem die Jahresprognose auf 7,65 bis 7,66 Milliarden Dollar an, was einem Wachstum von rund 71 Prozent entspricht.
Der breitere Software-Markt hat ebenfalls eine Neubewertung erfahren. Befürchtungen, dass KI-Assistenten klassische Software überflüssig machen könnten, haben sich zumindest vorerst nicht bestätigt.
Der ETF notiert 15,4 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt, die 200-Tage-Linie übertrifft er um knapp 30 Prozent. Der Abstand zum Rekordhoch von 222,05 Euro beträgt 7,14 Prozent – eine Lücke, die die aktuelle Erholung langsam schließt.
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