Xtrackers AI ETF: 6,50 Prozent Sturz
05.06.2026 - 20:00:02 | boerse-global.de
Der Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data UCITS ETF erlebte am Freitag einen herben Rückschlag. Nur drei Tage nach seinem 52-Wochen-Hoch bei 222,05 Euro sackte der Kurs um 6,50 Prozent auf 202,00 Euro ab. Die Euphorie um künstliche Intelligenz weicht einer nüchternen Bestandsaufnahme.
Broadcom und Microsoft unter Druck
Broadcom enttäuschte die hohen Erwartungen, indem der Konzern seine Ziele für KI-Chips unverändert ließ. In einem Markt, der auf ständige Aufwärtsrevisionen wettet, reichte das für einen Kursrutsch im Halbleitersektor. Parallel dazu weitete die US-Handelsbehörde FTC ihre Kartelluntersuchung gegen Microsoft aus. Die Behörde prüft, ob der Software-Riese seine Marktmacht nutzt, um Kunden in die eigene Cloud- und KI-Infrastruktur zu zwingen.
Diese Entwicklungen belasten die Kernpositionen des ETF schwer. Da Microsoft und führende Chiphersteller ein hohes Gewicht im zugrunde liegenden Index haben, schlägt die Skepsis direkt auf den Fondspreis durch.
Zinsängste belasten Tech-Werte
Der US-Arbeitsmarktbericht für Mai lieferte zusätzliche Belastungsfaktoren. Mit 172.000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft fielen die Daten stärker aus als prognostiziert. Die Arbeitslosenquote verharrte stabil bei 4,3 Prozent. Diese wirtschaftliche Resilienz nährt Befürchtungen, dass die US-Notenbank die Zinsen länger auf hohem Niveau belassen wird.
Höhere Renditen bei Staatsanleihen machen Wachstumsaktien mit hohen Bewertungen weniger attraktiv. Investoren schichteten am Freitag Kapital aus teuren Tech-Titeln in defensive Sektoren um. Die Wahrscheinlichkeit für baldige Zinssenkungen durch die Federal Reserve wird am Markt derzeit geringer eingestuft.
Technische Abkühlung nach Rekordlauf
Trotz des aktuellen Einbruchs liegt der ETF seit Jahresbeginn noch mit gut 30 Prozent im Plus. Der Relative-Stärke-Index (RSI) sank derweil auf 55,6 Punkte und signalisiert ein Ende des überkauften Zustands. Auch Schwergewichte wie Nvidia gerieten unter Druck. Neben regulatorischen Fragen zu Exportbeschränkungen belasteten Berichte über Insiderverkäufe die Stimmung beim KI-Pionier.
Der Sektor tritt nun in eine Konsolidierungsphase ein. Investoren verlangen zunehmend messbare Renditen für die massiven Investitionen in KI-Infrastruktur. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 158,92 Euro bleibt mit rund 27 Prozent zwar komfortabel, doch die Phase der reinen Hype-Bewertungen scheint vorerst beendet.
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