XPeng X9: 646 Kilometer im El Prix
19.06.2026 - 12:52:32 | boerse-global.de
Starke Technik, schwacher Kurs. Bei XPeng klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Während die Aktie nahe ihrem Jahrestief notiert, liefert das neue Modell X9 in Europa handfeste Argumente für die eigene Technologie.
Bestnoten im Härtetest
Der XPeng X9 dominierte den renommierten norwegischen El Prix. Das ist der weltweit größte unabhängige Elektroauto-Test für Reichweite und Ladeleistung. Unter realen Bedingungen legte der Siebensitzer 646 Kilometer zurück.
Damit übertraf das Fahrzeug die offizielle WLTP-Angabe um 11,4 Prozent. Auch an der Ladesäule glänzte das Modell. Eine Standard-Schnellladung dauerte keine 13 Minuten.
Die maximale Ladekapazität des X9 liegt bei enormen 542 Kilowatt. Die norwegischen Schnelllader konnten diesen Wert beim Test nicht einmal voll ausreizen. Für europäische Käufer sind genau diese Metriken zentrale Kaufkriterien.
Margen steigen, Absatz sinkt
An der Börse verpuffen solche Erfolgsmeldungen bislang. Die Aktie handelt aktuell bei 11,70 Euro. Damit notiert das Papier nur hauchdünn über seinem gestrigen Jahrestief. Seit Januar summiert sich der Kursverlust auf rund 33 Prozent.
Der Grund für die Skepsis liegt in den jüngsten Quartalszahlen. Im ersten Quartal fielen die Auslieferungen um ein Drittel auf gut 62.600 Fahrzeuge. Der Umsatz sank parallel dazu auf rund 13 Milliarden Renminbi.
Ein Lichtblick bleibt die Profitabilität. Die Bruttomarge kletterte auf 20,6 Prozent. Dennoch verbuchte der Konzern einen ausgeweiteten Nettoverlust von 1,78 Milliarden Renminbi. Das finanzielle Polster bleibt mit über 42 Milliarden Renminbi aber komfortabel.
Der X9 rollt im Laufe des Jahres 2026 in Europa an den Start. Später im Jahr folgt die Markteinführung in Großbritannien. Die technische Wettbewerbsfähigkeit hat XPeng nun unabhängig bewiesen. Jetzt muss das Management diese Reichweiten-Glaubwürdigkeit in zählbare Verkäufe ummünzen.
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