Xpeng, VLA

Xpeng startet mit VLA 2.0 die autonome Offensive

09.01.2026 - 10:03:11

Xpeng stattet Fahrzeuge ab März 2026 mit Level-4-Funktionen aus und verfolgt eine Doppelstrategie für Privatwagen und Robotaxis. Das neue KI-Modell soll den Sprung zum autonomen Fahren ermöglichen.

Xpeng Motors stellt die Weichen für den fahrerlosen Betrieb. Mit der zweiten Generation seines KI-Modells will der chinesische Hersteller noch in diesem Frühjahr erste Fahrzeuge mit Level-4-Funktionen ausstatten. Die Technik soll den entscheidenden Sprung vom assistierten zum autonomen Fahren ermöglichen.

Der große Wurf: Ein KI-Modell für alles

Am 8. Januar 2026 präsentierte Xpeng in Guangzhou sein neues Flaggschiff: das zweite Vision-Language-Action (VLA) Modell. Diese KI-Architektur ist das Herzstück der neuen Strategie. Sie verarbeitet visuelle Daten direkt in Fahrbefehle – ohne den Umweg über eine separate Übersetzungsebene. Das System reagiert damit fast so schnell wie ein Mensch.

Trainiert wurde die KI mit fast 100 Millionen Videoclips. Sie soll selbst chaotische Verkehrssituationen meistern, für die bisherige Algorithmen keine Lösung hatten. Dazu gehören Handzeichen von Fußgängern, nicht kartierte Baustellen oder komplexe Kreisverkehre. „Dieses Verständnis der physischen Welt ist die Grundvoraussetzung für sicheres Level-4-Fahren“, so das Unternehmen.

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Starke Hardware für intelligente Software

Die Rechenpower für die KI kommt von Xpengs eigener Turing AI-Chipfamilie. Die neuen Modelle P7+, G6, G9 und die Extended-Range-Version des G7 werden damit ausgestattet. In den Top-Versionen der „Ultra“-Baureihe arbeiten sogar drei dieser Chips zusammen. Sie bringen es auf eine Leistung von 2.250 TOPS (Billionen Operationen pro Sekunde).

Genau diese Fahrzeuge erhalten ab März 2026 per Over-the-Air-Update die VLA-2.0-Software. Sie ermöglicht dann erste „Entry-Level-L4“-Funktionen. Das bedeutet: Die Autos können komplexe Manöver wie automatisches Einparken oder anspruchsvolle Stadtfahrten weitgehend ohne menschliches Zutun bewältigen.

Zwei Wege, ein Ziel: Vom Familienauto zum Robotaxi

Xpeng verfolgt eine Doppelstrategie. Die gleiche KI-Technologie soll sowohl in Privatfahrzeugen als auch in einer eigenen Robotaxi-Flotte zum Einsatz kommen. Für die vollautonomen Taxis hat das Unternehmen eine spezielle Hardware entwickelt. Vier Turing-Chips sorgen hier für bis zu 3.000 TOPS.

Die Robotaxis haben bereits interne Tests bestanden. Nun steht der Praxistest auf öffentlichen Straßen bevor. Der Vorteil der einheitlichen Architektur: Daten aus Millionen von Privatfahrzeugen und den Taxis fließen in ein und dasselbe KI-System. Dieses lernt so exponentiell schneller als getrennte Systeme der Konkurrenz.

Kontext: Vom Autobauer zur KI-Firma

Die Ankündigung markiert einen strategischen Wendepunkt. Xpeng positioniert sich nicht länger primär als Automobilhersteller, sondern als „globales Unternehmen für verkörperte Intelligenz“. Die Software entscheidet über den Markterfolg – nicht mehr allein das Fahrzeug.

Auch bei den Antrieben setzt Xpeng auf Flexibilität. Die „Kunpeng-Dual-Energy“-Strategie bietet wahlweise vollelektrische oder Extended-Range-Antriebe an. Damit spricht der Hersteller auch Kunden in Regionen mit weniger dichtem Ladenetz an. Ein kluger Schachzug: Je mehr Fahrzeuge auf der Straße sind, desto mehr Trainingsdaten sammelt die KI.

Der Vorstoß bringt Xpeng in direkte Konkurrenz zu Tesla. Während der US-Konzern seinen „Full Self-Driving“-Ansatz schrittweise verfeinert, geht Xpeng mit einem eigenen „End-to-End“-Modell und einem ambitionierten Zeitplan in die Offensive. Die Partnerschaft mit Volkswagen, der als Launch-Kunde für VLA 2.0 genannt wird, unterstreicht die Glaubwürdigkeit der Technologie.

Was jetzt auf dem Spiel steht

Das erste Quartal 2026 wird zur Nagelprobe. Gelingt der reibungslose Rollout der Software im März, wäre dies der erste reale Beweis für die Leistungsfähigkeit der neuen Architektur. Gleichzeitig starten die Pilotprojekte mit den Robotaxis.

Sollte die Technik halten, was sie verspricht, könnte Xpengs These wahr werden: Dass 2026 das Jahr ist, in dem das vollautonome Fahren den Sprung aus dem Labor in die breite Masse schafft. Die Weichen dafür sind jetzt gestellt.

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