Xpeng-Roboter, Live-Demo

Xpeng-Roboter stürzt bei Live-Demo – und entkräftet Gerüchte

02.02.2026 - 14:31:12

Der humanoide Roboter des chinesischen E-Autoherstellers verlor in einem Einkaufszentrum das Gleichgewicht. Der Vorfall löste eine Diskussion über die Technologiereife aus, bestätigte aber die Echtheit der Maschine.

Ein viel beachteter öffentlicher Auftritt des humanoiden Roboters „Iron“ des chinesischen E-Autoherstellers Xpeng endete spektakulär: Die Maschine verlor in einem Einkaufszentrum das Gleichgewicht und stürzte rücklings zu Boden. Der Vorfall löste eine Debatte über die Einsatzreife der Technologie aus – und widerlegte zugleich hartnäckige Verschwörungstheorien.

Spektakulärer Sturz im Einkaufszentrum

Die Panne ereignete sich am vergangenen Samstag im MixC Shenzhen Bay Shopping Mall. Xpeng testete dort erstmals den Straßenalltag für seinen 1,78 Meter großen Roboter. Zunächst lief „Iron“ flüssig über einen Catwalk und demonstrierte seinen menschenähnlichen Gang. Beim Versuch, eine stehende Pose einzunehmen, kippte die Maschine jedoch plötzlich um und blieb regungslos auf dem Boden liegen. Sicherheitskräfte und Techniker trugen den Roboter schließlich von der Bühne.

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Am folgenden Tag trat „Iron“ wieder auf – allerdings gesichert an einem Stützrahmen. Der Fokus lag nun auf Bildungsgesprächen, nicht auf autonomer Bewegung.

Xpeng-Chef: „Wie ein Kleinkind, das laufen lernt“

Das Unternehmen reagierte gelassen auf den Zwischenfall. Xpeng-CEO He Xiaopeng verglich den Sturz mit einem Kleinkind, das laufen lernt: Fallen gehöre zum Lernprozess dazu, bevor man rennen könne. Die Demo in der unkontrollierten Umgebung eines Einkaufszentrums sei bewusst als Härtetest angelegt gewesen.

Ein Nebeneffekt des Missgeschicks: Es entkräftete endgültig Gerüchte, bei „Iron“ handele es sich in Wirklichkeit um einen Menschen im Roboter-Kostüm. Die steife Art des Sturzes und die fehlende Fähigkeit, selbstständig aufzustehen, bewiesen das Gegenteil. „Die Maschine ist hundertprozentig echt“, so ein Vizepräsident des Unternehmens.

Hintergrund: Die Technik von „Iron“

„Iron“ ist Xpengs Flaggschiff im Bereich der „embodied AI“. Der im Spätjahr 2025 vorgestellte Roboter verfügt über hochkomplexe Technik:

  • Beweglichkeit: Über 60 Gelenke und 200 Freiheitsgrade im gesamten Körper.
  • Geschicklichkeit: Allein die Hände besitzen 22 Freiheitsgrade für präzises Greifen.
  • Rechenpower: Proprietäre Turing-AI-Chips verarbeiten bis zu 2.250 Billionen Operationen pro Sekunde.
  • Energie: Als Antrieb soll eine moderne Festkörperbatterie dienen.

Trotz dieser Spezifikationen offenbarte der Sturz die enorme Herausforderung, das dynamische Gleichgewicht in unvorhersehbaren Umgebungen zu halten – eine der größten Hürden in der Robotik.

Branchenanalyse: Realitätscheck für humanoide Roboter

Der Vorfall ist ein Stück weit Ernüchterung für den boomenden Markt der humanoiden Roboter. Neben Xpeng drängen Konkurrenten wie Tesla („Optimus“), Boston Dynamics und chinesische Firmen wie Unitree in das Feld.

Branchenbeobachter sehen in solchen öffentlichen Pannen jedoch auch einen Fortschritt. Sie signalisierten den Übergang von gestellten Werbevideos zu echten Praxistests. Die Investoreneuphorie für den Zukunftsmarkt, der im kommenden Jahrzehnt auf einen Milliardenwert wachsen soll, ist durch den Sturz nicht gedämpft worden.

Ausblick: Massenproduktion ab 2026 geplant

Xpeng hält trotz des Rückschlags am ambitionierten Zeitplan fest. Die Massenproduktion von „Iron“ soll noch 2026 starten. Die aktuelle Testphase sei entscheidend, um Daten für die Verbesserung der Balance-Algorithmen zu sammeln.

Experten rechnen damit, dass Xpeng und seine Wettbewerber weitere öffentliche Härtetests durchführen werden. Diese werden notwendig sein, um die Sicherheit der Roboter in Umgebungen wie dem Einzelhandel oder der Industrie unter Beweis zu stellen. Für die Ingenieure ist jeder Sturz eine wertvolle Datenquelle – auch wenn er in den sozialen Medien zunächst für Belustigung sorgt.

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