XPeng GX: Chinas neuer Luxus-SUV mit Level-4-Autonomie
08.02.2026 - 11:02:12Der chinesische Elektroauto-Pionier XPeng stellt mit dem neuen Flagschiff GX die Weichen für die autonome Zukunft und greift damit die etablierten Premium-Marken an. Das Sechssitzer-SUV kombiniert erstmals bei XPeng vollelektrischen Antrieb mit einem Reichweitenverlängerer und soll noch in diesem Jahr mit hochautonomer Fahrfunktion auf die Straße kommen.
Autonomes Fahren: Testfahrten auf öffentlichen Straßen haben begonnen
Der größte Aufreger des GX ist sein Anspruch auf Level-4-Autonomie. Ausgestattet mit vier hauseigenen Turing-KI-Chips und einer Rechenleistung von 3.000 TOPS, soll der SUV die meisten Fahraufgaben ohne menschliches Zutun bewältigen können. Seit dieser Woche rollen getarnte Testfahrzeuge mit dem Aufdruck „L4 Autonomous Driving Test“ durch Guangzhou. XPeng setzt dabei nicht auf das übliche Dach-LiDAR, sondern auf ein rein kamerabasiertes „Pure Vision“-System. Diese enge Verzahnung von eigener Hardware und Software könnte dem Unternehmen im Rennen um die ersten Robotaxis entscheidenden Vorsprung verschaffen. Ein entsprechendes Modell plant XPeng bereits für 2026.
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Zwei Antriebe, ein Ziel: Die Reichweiten-Angst besiegen
XPeng bricht mit seiner rein vollelektrischen Strategie und steigt mit dem GX in den Markt für Extended-Range Electric Vehicles (EREV) ein. Damit geht der Hersteller direkt den Erfolgsweg von Konkurrenten wie Li Auto. Das neu entwickelte „Kunpeng Super Electric System“ kombiniert einen 1,5-Liter-Turbomotor als Generator mit einem großen 63,3-kWh-LFP-Akku von CALB. Die rein elektrische Reichweite liegt bei etwa 320 Kilometern, mit aktivem Range Extender sollen über 1.000 Kilometer möglich sein. Ein 5C-Schnelllader verspricht zudem, den Akku in nur rund 12 Minuten von 10 auf 80 Prozent zu laden. Die Leistung verteilt sich auf zwei Motoren (210 kW vorn, 160 kW hinten) für Allradantrieb.
Das „unmögliche Dreieck“: Design zwischen Luxus-Limousine und Geländewagen
Optisch bricht der GX radikal mit der runden „Roboter-Gesicht“-Sprache seiner Vorgänger. Das Design ist kantig, erinnert an klassische Geländewagen und soll das „unmögliche Dreieck“ auflösen: maximaler Innenraum, höchster Komfort und sportliches Fahrverhalten in einem Fahrzeug. Dafür setzt XPeng auf eine KI-gesteuerte Fahrwerksplattform mit aktiver Luftfederung, Steer-by-Wire-Lenkung und Hinterradlenkung. Die elektronische Lenkung macht den über 5,20 Meter langen Koloss agil, die Hinterradlenkung verkleinert den Wendekreis. Alles wird durch die neue SEPA-3.0-Architektur als ein integriertes System gesteuert.
Strategischer Schachzug in einem umkämpften Markt
Für XPeng kommt der GX zum richtigen Zeitpunkt. Nach einem Rekordjahr 2025 mit rund 430.000 Auslieferungen peilt das Unternehmen für 2026 ein Wachstum von 30 bis 40 Prozent an. Mit dem GX greift es die Platzhirsche im Premium-Segment direkt an: den Li Auto L9 und den von Huawei unterstützten Aito M9. Der geschätzte Preis von umgerechnet 57.000 bis 72.000 Euro positioniert den GX im oberen Feld heimischer E-Autos, aber noch unter vergleichbaren importierten Luxusmodellen. Die Mischung aus EREV-Reichweite und Robotaxi-Technologie könnte sich als entscheidender Wettbewerbsvorteil erweisen.
Die offizielle Weltpremiere ist für die Automesse in Peking Ende April 2026 geplant, die Auslieferungen sollen kurz darauf starten. Ob der GX hält, was er verspricht, wird sich an der Alltagstauglichkeit seiner Turing-Chips und der Akzeptanz des kantigen Designs entscheiden. Gelingt der Spagat, könnte das Modell XPeng endgültig vom Elektroauto-Start-up zum globalen Player für autonome Mobilität transformieren.


