XPeng Aktie: 36.831 Auslieferungen im Juni nötig
18.06.2026 - 16:35:02 | boerse-global.de
XPeng muss im Juni liefern — im wörtlichen Sinne. Der chinesische Elektroautobauer hat für das zweite Quartal 100.000 bis 106.000 Fahrzeugauslieferungen versprochen. Nach April und Mai fehlen noch mindestens 36.831 Einheiten. Das ist die Rechnung, die den Kurs gerade unter Druck setzt.
Kleines Plus reicht nicht
Im April lieferte XPeng 31.011 Fahrzeuge aus, im Mai 32.158 — ein Zuwachs von gerade vier Prozent. Zusammen kommen beide Monate auf 63.169 Einheiten. Um die eigene Quartalsprognose zu erfüllen, braucht das Unternehmen im Juni zwischen 36.831 und 42.831 Auslieferungen. Das wäre ein Sprung von mindestens 15 Prozent gegenüber Mai.
Der Markt glaubt das noch nicht. Die Aktie verliert am Donnerstag weitere 2,05 Prozent auf 11,46 Euro — nahe ihrem 52-Wochen-Tief von 11,32 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier mehr als ein Drittel seines Werts verloren.
Starke Margen, schwache Zahlen
Das erste Quartal 2026 lieferte ein gemischtes Bild. Die Bruttomarge kletterte auf 20,6 Prozent, nach 15,6 Prozent im Vorjahreszeitraum. Die Fahrzeugmarge verbesserte sich auf 12,1 Prozent — XPeng führt das auf Kostensenkungen und einen besseren Produktmix zurück.
Allerdings brach das Volumen ein. Mit 62.682 ausgelieferten Fahrzeugen lag das erste Quartal 33,3 Prozent unter dem Vorjahr. Der Umsatz fiel auf 13,03 Milliarden Renminbi — ein Minus von 17,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und sogar 41,4 Prozent weniger als im vierten Quartal 2025. Der Nettoverlust weitete sich auf 1,78 Milliarden Renminbi aus, nach 0,66 Milliarden im Vorjahreszeitraum.
Investitionen laufen, Skalierung fehlt
XPeng gibt weiter viel Geld aus. Forschung und Entwicklung kosteten im ersten Quartal 2,91 Milliarden Renminbi — ein Anstieg von 46,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Unternehmen investiert in neue Fahrzeugmodelle und KI-gestützte Fahrtechnologie. Die Strategie ist langfristig angelegt, erfordert aber schnell wachsende Stückzahlen, um die Kostenbasis zu rechtfertigen.
Die Liquidität schrumpft. Die Kassenposition lag Ende März bei 42,09 Milliarden Renminbi, nach 47,66 Milliarden Ende Dezember 2025. Für das zweite Quartal erwartet XPeng einen Umsatz zwischen 19,60 und 20,80 Milliarden Renminbi — ein sequenzieller Anstieg von rund 50 bis 60 Prozent.
Ob das realistisch ist, entscheidet die Junistatistik. XPeng veröffentlicht die monatlichen Auslieferungszahlen üblicherweise in den ersten Tagen des Folgemonats. Erst dann zeigt sich, ob das Quartalsziel noch zu halten ist — oder ob die Wachstumsgeschichte einen weiteren Rückschlag kassiert.
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