XPeng, Millionen

XPeng: 382,9 Millionen neue Aktien zur Abstimmung

18.06.2026 - 01:56:48 | boerse-global.de

Vor der Hauptversammlung am 26. Juni droht XPeng-Aktionären eine mögliche Kapitalerhöhung um 20 Prozent bei schwachem Aktienkurs.

XPeng Aktie: Hauptversammlung droht mit Aktienverwässerung
XPeng - Eine Hand hält ein Smartphone mit einer Aktienmarkt-App, im Hintergrund verschwommene digitale Muster. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

XPeng nähert sich dem tiefsten Kurs seit über einem Jahr — und ausgerechnet jetzt steht eine Hauptversammlung an, die bestehenden Aktionären erhebliche Verwässerungsrisiken bringt. Am 26. Juni stimmen die Aktionäre über ein Mandat ab, das neue Aktien im Umfang von bis zu 20 Prozent des Grundkapitals erlauben würde.

Die Aktie notiert bei 11,72 Euro und liegt damit nur einen Wimpernschlag über ihrem 52-Wochen-Tief von 11,64 Euro. Seit Jahresbeginn hat sie rund 33 Prozent verloren — vom Novemberhoch bei 24,40 Euro ist mehr als die Hälfte weg.

Das Mandat und seine Folgen

Konkret geht es um die Genehmigung, bis zu 382,9 Millionen neue Class-A-Aktien auszugeben. Das entspricht 20 Prozent des aktuellen Grundkapitals. Der Vorstand betont, keine unmittelbaren Pläne für eine Emission zu haben. Für Aktionäre bleibt das Risiko dennoch real: Das Mandat würde für den gesamten genehmigten Zeitraum gelten.

Parallel dazu stimmen die Aktionäre über ein Rückkaufmandat für bis zu 10 Prozent der Aktien ab. Außerdem soll das Emissionsmandat um zurückgekaufte Anteile erweitert werden. Das klingt ausgewogen — aber bei einem Kurs auf Mehrjahrestief wiegt die Verwässerungsseite schwerer.

Operative Lage: Erholung mit Fragezeichen

Das operative Umfeld macht die Situation nicht einfacher. Im ersten Quartal lieferte XPeng 62.682 Fahrzeuge aus — ein Rückgang von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Es war der erste Jahresvergleichsrückgang seit dem zweiten Quartal 2023. Reduzierte Staatsförderung und das Neujahrsfest belasteten die Zahlen.

Im Mai zog das Tempo wieder an: 32.158 Auslieferungen, vier Prozent mehr als im April. Für das zweite Quartal peilt das Management 100.000 bis 106.000 Einheiten an — ein sehr starkes Wachstum gegenüber dem ersten Quartal.

Die Quartalszahlen zeigen ein gemischtes Bild. Der Umsatz fiel im Jahresvergleich, der Nettoverlust weitete sich auf umgerechnet rund 1,78 Milliarden Yuan aus. Als Lichtblick gilt die Bruttomarge von 20,6 Prozent — ein spürbarer Fortschritt.

Analysten bleiben konstruktiv

27 Analysten empfehlen die Aktie im Schnitt mit „Kaufen" und sehen ein Kursziel von 23,23 Dollar. Das impliziert erhebliches Aufwärtspotenzial. Allerdings haben sie ihre Gewinnprognosen für 2026 zuletzt nach unten angepasst — höhere Verluste als bisher erwartet.

XPeng verfügt über Kassenbestände von 6,81 Milliarden Dollar. Das gibt dem Unternehmen Spielraum für Investitionen in KI-Initiativen, ohne zwingend frisches Kapital aufnehmen zu müssen. Genau das dürfte am 26. Juni die entscheidende Frage sein: Warum braucht ein Unternehmen mit dieser Liquidität ein so weitreichendes Emissionsmandat?

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