Xiaomi Tag greift Apples AirTag 2 an
28.02.2026 - 16:49:43 | boerse-global.deDer Markt für Smart-Tracker erlebt eine Zäsur. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona stellte Xiaomi heute seinen günstigen Xiaomi Tag vor – ein direkter Angriff auf Apples frisch lancierten AirTag 2. Der Vorstoß kommt genau zum richtigen Zeitpunkt: Hardware-Experten haben die zweite Generation des Apple-Trackers gerade seziert und dabei interne Details sowie eine umstrittene Schwachstelle aufgedeckt.
Teardown-Erkenntnisse: Dünnere Platine, mehr Kleber
Analysten wie die Spezialisten von iFixit nahmen den AirTag 2 Anfang Februar 2026 auseinander. Das Ergebnis: Außen kaum verändert, innen deutlich überarbeitet. Die Hauptplatine ist dünner, die Batteriekontakte sind anders positioniert und der Klebeeinsatz wurde erhöht – was die Reparatur erschwert.
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Der größte technische Sprung steckt im neuen Ultra-Wideband-Chip (UWB). Er ermöglicht eine bis zu 50 Prozent größere Reichweite bei der Ortung. Auch die Verpackung fällt schmaler aus und setzt auf Papier statt Plastik.
Die Schwachstelle: Der Lautsprecher lässt sich leicht deaktivieren
Apple bewirbt den AirTag 2 mit einem 50 Prozent lauteren Lautsprecher. Doch die Teardowns zeigen ein Problem: Die Sicherungsmaßnahmen gegen Stalking sind löchrig. Der Lautsprecher lässt sich nicht-destruktiv ausschalten, indem sein Magnet entfernt oder die Drähte abgelötet werden. Das Gerät sendet danach weiter Standorte – ein Risiko, das Hardware-Hersteller bislang nicht in den Griff bekommen.
Positiv fällt die Entscheidung für die weiterhin nutzerwechselbare CR2032-Knopfzelle auf. Apple warnt jedoch vor Batterien mit Bitterstoff-Beschichtung zur Kindersicherung. Diese können den Kontakt stören.
Markt im Umbruch: Xiaomis Offensive und Rabatt-Schlacht
Xiaomi setzt mit seinem Tag auf eine andere Strategie: Offenheit und Preis. Für etwa 18 Euro bietet der zehn Gramm leichte Tracker Unterstützung für sowohl Googles „Find Hub“ als auch Apples „Find My“-Netzwerk. Damit durchbricht er die geschlossenen Ökosysteme. Zwar fehlt zunächst UWB, doch der Preis macht ihn zur gefährlichen Budget-Alternative.
Gleichzeitig reagiert der Handel mit massiven Preisnachlässen. Seit dem 25. Februar bieten Händler wie Amazon AirTag-2-Open-Box-Modelle für umgerechnet etwa 22 Euro an. Vierer-Packs der ersten Generation sind für rund 60 Euro zu haben. Die Nachfrage ist hoch.
Was bedeutet das für Verbraucher und die Branche?
Die Entwicklungen markieren eine Weggabelung. Apples Festhalten an der Wechselbatterie bestätigt diesen Standard für langlebige, nachhaltige Geräte. Xiaomi zieht nach. Doch die offensichtliche Schwachstelle beim Lautsprecher zeigt: Der Kampf gegen Hardware-Manipulation wird zunehmend auf Software-Ebene geführt – mit plattformübergreifenden Warnungen vor unerwünschten Trackern.
Die dünnere Platine des AirTag 2 wird wahrscheinlich eine welle von Drittanbieter-Modifikationen auslösen, etwa für ultraflache Etuis. Der Markt für Zubehör-Batterieadapter wird wachsen.
Die Konkurrenz durch Xiaomi könnte Apple zwingen, seine Preispolitik zu überdenken oder die Entwicklung einer dritten Generation zu beschleunigen. Künftige Tracker müssen eine robustere Hardware-Lösung gegen Manipulation finden – und gleichzeitig den plattformübergreifenden Standard erfüllen, den Verbraucher immer stärker einfordern.
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