Xiaomi-Smartphones spielen Nutzern gefährliche Fake-News zu
07.03.2026 - 08:30:55 | boerse-global.deXiaomi-Smartphones locken Nutzer in eine perfide Betrugsfalle. Das hat die Stiftung Warentest in der ersten Märzwoche 2026 entdeckt. Über den vorinstallierten Mi-Browser erscheinen auf den Geräten Push-Benachrichtigungen, die wie seriöse Eilmeldungen aussehen. Dahinter verbergen sich jedoch professionelle Phishing-Seiten.
System-Browser als Einfallstor für Betrüger
Der Trick ist besonders tückisch: Die gefälschten Nachrichten kommen nicht per E-Mail oder SMS, sondern werden direkt über eine System-App auf den Sperrbildschirm gepusht. Die Tester fielen beim Modell Redmi 15 darauf. Solche Benachrichtigungen genießen bei Nutzern hohes Vertrauen – die Klickrate ist entsprechend hoch.
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Wer darauf tippt, landet auf präparierten Webseiten. Diese imitieren das Design echter Nachrichtenportale täuschend echt. Die Betrüger wollen so Zugangsdaten und Kreditkarteninformationen erbeuten. Da sich der Mi-Browser nicht einfach deinstallieren lässt, bleibt die Bedrohung bestehen.
Prominente als Lockvogel für Anlagebetrug
Um Neugier zu wecken, missbrauchen die Drahtzieher prominente Gesichter. Die Fake-Schlagzeilen behaupten etwa, Bundeskanzler Friedrich Merz habe in Talkshows vertrauliche Finanzinformationen preisgegeben. Auch Markus Lanz oder Barbara Schöneberger werden unfreiwillig zu Werbefiguren.
Die nachgebaute Webseite suggeriert dann: Mit bestimmten Investitionen baut man schnell ein Vermögen auf. Die Stiftung Warentest ordnet das klar als Anlagebetrug ein. Überwiesene Gelder sind meist unwiederbringlich verloren.
Mangelhaftes Testurteil und Reaktion von Xiaomi
Wegen der gefährlichen Links erhielt das getestete Redmi 15 in der Kategorie „Menü und Bedienung“ die Note „mangelhaft“. Schon früher fiel Xiaomi durch Werbeeinblendungen auf. Die Weiterleitung auf Phishing-Seiten markiert jedoch eine neue Eskalationsstufe.
Xiaomi erklärte, man nehme den Vorfall ernst und habe interne Untersuchungen eingeleitet. Die Werbeeinblendungen rechtfertigt der Konzern mit Partnerschaften globaler Inhaltsanbieter. Eigene Filter gegen schädliche Inhalte hätten diesmal offenbar versagt. Wann ein Update die Lücke schließt, ließ das Unternehmen offen.
Strukturelles Problem der Branche
Der Fall beleuchtet ein branchenweites Problem: Gerade im Niedrigpreissegment refinanzieren Hersteller Geräte über vorinstallierte Apps und Werbeeinblendungen. Vernachlässigen sie die Qualitätskontrolle, wird das zum Risiko für Verbraucher.
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Dass nun das Smartphone selbst zum Komplizen der Betrüger wird, erschwert die Gefahrenerkennung. IT-Experten fordern deshalb strengere Regeln. Sollten Hersteller haftbar gemacht werden, wenn ihre System-Apps Betrug verbreiten?
Was Nutzer jetzt tun können
Bis Xiaomi eine Lösung liefert, sind Nutzer auf eigene Maßnahmen angewiesen. Sie können die Benachrichtigungen des Mi-Browsers in den Android-Einstellungen deaktivieren. Dafür im Menü „App-Benachrichtigungen“ die Erlaubnis für den Browser entziehen.
Alternativ empfiehlt sich der Umstieg auf einen etablierten Browser als Standard. Der Druck auf Xiaomi wächst – negative Testurteile könnten die Verkaufszahlen in Europa beeinflussen. Sollten weitere Modelle betroffen sein, drohen auch Untersuchungen durch Verbraucherschutzbehörden.
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