Xiaomi Aktie: Titan Alloy 2.0 spart 450.000 Tonnen CO?
Veröffentlicht: 06.07.2026 um 20:28 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Xiaomi zeigt eine neue Aluminium-Legierung für seine Elektroautos. Das Material besteht komplett aus recyceltem Material. Der chinesische E-Automarkt schrumpft trotzdem seit sechs Monaten in Folge.
Die Aktie notiert am Montag bei 2,62 Euro, ein Minus von 1,15 Prozent zum Freitagsschluss. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 6,70 Prozent. Der Titel hat sich damit leicht von seinem 52-Wochen-Tief bei 2,34 Euro erholt, das erst am 26. Juni erreicht wurde.
Neue Legierung soll CO2-Fußabdruck drücken
Xiaomi hat die "Titan Alloy 2.0" vorgestellt. Die Legierung besteht zu 100 Prozent aus recyceltem Aluminium. Der Konzern setzt sie bereits in der Massenproduktion ein, für die Heckunterböden der Modelle SU7 und YU7.
Damit ist Xiaomi der erste chinesische Autobauer, der eine vollständig recycelte Aluminiumlegierung in tragenden Fahrzeugstrukturen verbaut. Der zertifizierte Kohlenstoffwert liegt bei 1,1 kgCO?e pro Kilogramm. Das bedeutet eine Reduktion von rund 93 Prozent gegenüber herkömmlichem Primäraluminium.
Pro Fahrzeug spart Xiaomi damit etwa 800 Kilogramm CO? ein. Bei einem geplanten Produktionsvolumen von 550.000 Fahrzeugen pro Jahr könnten sich daraus rund 450.000 Tonnen CO? Einsparung ergeben. Das schwedische Umweltforschungsinstitut IVL hat die Werte unabhängig geprüft und im internationalen EPD-System registriert.
Der E-Automarkt bremst den Fortschritt aus
Die technologische Neuerung trifft auf ein schwieriges Marktumfeld. Chinas EV-Auslieferungen fielen im Juni um 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bereits der sechste Rückgang in Folge. Im ersten Halbjahr 2026 sanken die Auslieferungen um 13 Prozent auf 4,73 Millionen Einheiten.
Die Beratungsfirma AlixPartners rechnet für das Gesamtjahr mit einem Rückgang der Leichtfahrzeug-Verkäufe von bis zu 27,7 Prozent. Der Preisdruck im Markt bleibt hoch.
Xiaomis eigene EV-Sparte spürt das deutlich. Im ersten Quartal 2026 stand ein operativer Verlust von 3,1 Milliarden Yuan zu Buche, umgerechnet etwa 457 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem Verlust von rund 5.600 Dollar pro verkauftem Fahrzeug.
Immerhin stiegen die Auslieferungen im ersten Quartal um 6,6 Prozent auf 80.856 Fahrzeuge. Die Bruttomarge im Smart-EV-Segment sank jedoch von 23,2 auf 20,1 Prozent. Xiaomi nennt drei Gründe: weniger Kaufsteuervergünstigungen, ein geringerer Anteil des margenstarken SU7 Ultra und steigende Kosten für Schlüsselkomponenten.
Zahlungspartnerschaft stärkt das Kerngeschäft
Neben dem Autogeschäft baut Xiaomi sein Ökosystem aus. Eine neue Partnerschaft mit dem Zahlungsdienstleister Adyen erlaubt Zahlungsabwicklung in 18 Märkten über dessen Unified-Commerce-Lösung. Das unterstützt die globale Expansion des Konzerns außerhalb der Autosparte.
Technisches Bild bleibt angeschlagen
Der Kurs liegt aktuell 14,05 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 3,05 Euro und 33,72 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 3,95 Euro. Zum 52-Wochen-Hoch von 6,51 Euro aus dem September 2025 fehlen fast 60 Prozent. Der RSI von 38,8 zeigt keine Überverkauftheit an, die 30-Tage-Volatilität liegt bei 33,06 Prozent annualisiert.
Xiaomi zeigt mit der neuen Legierung technologische Substanz. Das operative Bild in der Autosparte bleibt davon unberührt: Verluste pro Fahrzeug und sinkende Margen prägen weiterhin die Zahlen, während der gesamte chinesische EV-Markt schrumpft.
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