Xiaomi Aktie: SkyNomad am 9. Juli vorgestellt
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 16:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Juli 2026 mit "SkyNomad" die zweite große Produktlinie des Autogeschäfts vorgestellt – nach 3,5 Jahren Entwicklungszeit. Die neue Submarke soll das Wachstum jenseits der bekannten Modelle SU7 und YU7 absichern und zielt auf Käufer, die laut Lei Jun vor allem "Lebensqualität" priorisieren. An der Börse kam die Nachricht gut an: Die Aktie schloss am Freitag bei 2,95 Euro und legte auf Tagessicht um 5,21 Prozent zu. Über sieben Handelstage summiert sich das Plus auf 11,30 Prozent, auf Monatssicht bleibt mit 1,15 Prozent allerdings nur ein moderater Zuwachs.
Vier Modelle, eine Architektur
SkyNomad basiert auf der neuen Kunlun-Architektur und startet mit vier Ausführungen: N90 Max, N90 Max Camping Edition, N70 und N70 Max. Alle Varianten sind sogenannte EREVs mit Range Extender – kein reines Elektroauto also, sondern ein Verbrennungsmotor mit 1,5 Litern Hubraum und 112 Kilowatt Leistung lädt bei Bedarf die Batterie nach. Der große N90 Max misst 5285 mal 1998 mal 1825 Millimeter bei 3080 Millimetern Radstand, verfügt über zwei Elektromotoren mit zusammen 310 Kilowatt und eine 76-kWh-Batterie von CALB, die eine rein elektrische Reichweite von 370 Kilometern ermöglichen soll. Der kleinere N70 kommt je nach Ausstattung mit 52-kWh-LFP-Zelle (270 Kilometer) oder 76-kWh-NMC-Akku (380 Kilometer). Die Camping Edition bietet ein Pop-up-Dach, drehbare Vordersitze verwandeln den Innenraum auf Knopfdruck in Büro oder Wohnzimmer. Xiaomi positioniert die Modelle gegen Li Auto L9, AITO M9 und NIO ES8, der Einstiegspreis dürfte bei umgerechnet rund 200.000 Yuan liegen. Der Marktstart in China ist für das dritte Quartal 2026 vorgesehen, nach Europa soll die Marke laut einem Bericht von SmartDroid.de 2027 kommen. SkyNomad gilt als wichtiger Baustein für Xiaomis Ziel von 550.000 Fahrzeugauslieferungen im laufenden Jahr – im ersten Halbjahr 2026 kam Xiaomi Auto bereits auf 185.055 ausgelieferte Einheiten, ein Plus von 17,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Kerngeschäft unter Druck
Der Rückenwind aus dem Autogeschäft kommt für Xiaomi zur rechten Zeit, denn die jüngsten Konzernzahlen fielen durchwachsen aus. Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz auf 99,142 Milliarden Yuan, ein Rückgang von 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Nettogewinn brach um 43,1 Prozent auf 6,072 Milliarden Yuan ein. Ursache ist vor allem das schwächelnde Smartphone-Geschäft, dessen Auslieferungen um 19,2 Prozent zurückgingen. Dem gegenüber steht die Auto- und KI-Sparte mit 19,864 Milliarden Yuan Umsatz, ein Plus von 6,9 Prozent, bei 80.856 Fahrzeugauslieferungen im Quartal. Operativ schrieb das EV-Geschäft dabei einen Verlust von 3,1 Milliarden Yuan, bedingt durch niedrigere Durchschnittspreise und hohe Kosten. Gleichzeitig erhöhte Xiaomi die Forschungsausgaben um 33,4 Prozent auf 9 Milliarden Yuan – ein Hinweis darauf, dass der Konzern trotz roter Zahlen im Autogeschäft weiter investiert.
Preiskampf und Batteriewechsel
Zusätzlichen Druck erzeugt der Preiskampf im chinesischen EV-Markt. Am 10. Juli 2026 brachte Xiaomi die YU7 Standard Edition für 233.500 Yuan auf den Markt, die GT-Version startet bei 389.900 Yuan. Lei Jun räumte ein, der Preis sei "unter Druck" zustande gekommen – ursprünglich seien 239.900 Yuan geplant gewesen, gestiegene Speicherpreise habe Xiaomi intern aufgefangen. Im direkten Vergleich zum Tesla Model Y verbuchte die YU7 nach eigener Aussage in den vergangenen zehn Monaten "acht Niederlagen, zwei Siege". Parallel dazu berichten Branchenquellen, dass Xiaomi für seine neue Marke Xuntian – zu der auch das SkyNomad-Modell N90 gehört – künftig auf Batterien von Sunwoda und CALB statt CATL setzen will, um die Lieferantenbasis zu diversifizieren.
An der Börse bleibt die Aktie trotz der jüngsten Erholung tief im roten Bereich: Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 34,31 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar von 52,45 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 6,51 Euro aus dem September 2025 trennen den Titel noch 54,69 Prozent, während der Abstand zum erst im Juni markierten Jahrestief von 2,34 Euro rund 26 Prozent beträgt. Der Kurs notiert knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 3,01 Euro, aber deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 3,89 Euro. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf umgerechnet 72,08 Milliarden Euro, die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei hohen 42,47 Prozent.
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