Xiaomi, Aktie

Xiaomi Aktie: Jefferies stuft auf Underperform herab

28.05.2026 - 10:42:04 | boerse-global.de

Jefferies senkt Xiaomi auf Underperform. Gewinneinbruch, steigende Speicherkosten und schwache EV-Sparte belasten den Kurs.

Xiaomi Aktie: Jefferies stuft auf Underperform herab - Foto: über boerse-global.de
Xiaomi Aktie: Jefferies stuft auf Underperform herab - Foto: über boerse-global.de

Starke Nachfrage, schwache Kurse — bei Xiaomi klaffen Realität und Stimmung auseinander. Die Quartalszahlen für das erste Quartal 2026 haben die Investoren aufgeschreckt: explodierende Speicherkosten, ein kollabierendes Smartphone-Geschäft und ein erneuter Verlust in der Elektroauto-Sparte. Jefferies zieht jetzt die Konsequenzen und stuft die Aktie ab.

Die Aktie verlor 4,57 Prozent auf 28,40 HKD in Hongkong, das Frankfurter Hinterlegungsschein schloss bei 3,15 Euro — ein Mehrjahrestief und ein Minus von 47 Prozent im Jahresvergleich. Die Notierung liegt damit 53 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 6,69 Euro.

Gewinneinbruch reißt Erwartungen

Am 26. Mai legte Xiaomi die Quartalsbilanz vor. Der Umsatz fiel um 10,9 Prozent auf 99,1 Milliarden Yuan. Der bereinigte Nettogewinn brach um 43,1 Prozent auf 6,1 Milliarden Yuan ein — unter den Analystenerwartungen von 6,4 Milliarden Yuan.

Das operative Ergebnis kollabierte. Die Bruttomarge gab um 0,8 Prozentpunkte nach, das EBIT brach um 70 Prozent ein. Der Nettogewinn fiel auf 4,7 Milliarden Yuan nach 10,9 Milliarden Yuan im Vorjahr.

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Speicherchips fressen Marge auf

Der Hauptschuldige: ein massiver Anstieg der Preise für DRAM- und NAND-Flash-Speicherchips. Die Kosten haben sich in den vergangenen Quartalen annähernd verdoppelt, da Lieferengpässe auf die enorme Nachfrage von KI-Rechenzentren treffen. Laut Counterpoint Research könnten diese Kosten noch bis Ende 2027 hoch bleiben.

Analysten verweisen auf rund 100 Prozent höhere Speicherkosten im zweiten Quartal. Rund 60 Prozent des Smartphone-Volumens entfallen auf Geräte unter 200 US-Dollar Durchschnittspreis — genau dort, wo Preiserhöhungen kaum durchzusetzen sind. Gestiegene Speicherchip-Kosten fressen die Marge auf.

Smartphone-Sparte unter Druck

Die Smartphone-Auslieferungen sanken um 19 Prozent auf 33,8 Millionen Geräte — laut Omdia der stärkste Rückgang unter den fünf größten Smartphone-Herstellern weltweit. Der Umsatz der Smartphone-Sparte fiel um 12,5 Prozent auf 44,3 Milliarden Yuan. Die Bruttomarge sank von 12,4 auf 10,1 Prozent.

Xiaomi konnte laut Counterpoint Research den dritten Platz auf dem Smartphone-Weltmarkt mit einem Anteil von 12 Prozent behaupten. Der Abstand zur Konkurrenz wurde größer.

EV-Sparte rutscht zurück in die Verlustzone

Im Elektroauto-Geschäft lieferte Xiaomi 80.856 Fahrzeuge aus — ein Anstieg von 6,6 Prozent, erzielt mit nur zwei Modellen: dem überarbeiteten SU7 und dem im Sommer 2025 eingeführten YU7.

Das Segment verzeichnete einen operativen Verlust von 3,1 Milliarden Yuan. Die Bruttomarge des EV-Bereichs lag bei 20,1 Prozent, gegenüber 23,2 Prozent im Vorjahr. Xiaomi führt den Rückgang auf geringere Auslieferungsanteile des Hochpreismodells SU7 Ultra, Subventionen für die Fahrzeugkaufsteuer in China sowie gestiegene Preise für Schlüsselkomponenten zurück.

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Jefferies stuft ab — Kursziel deutlich gesenkt

Jefferies stufte Xiaomi am 27. Mai auf „Underperform" herab und senkte das Kursziel auf 28,40 HKD. Als Begründung nannte die Bank schwächere Dynamik im EV-Geschäft, schrumpfende Smartphone-Margen und steigende Komponentenkosten.

Der Analyst senkte zudem die Erwartung für den EV-Wert. Das P/S-Multiple wurde von 2,2x auf 1,5x für das Geschäftsjahr 2026 gesenkt — ein Zeichen dafür, dass Margenpfade und Ergebnishebel länger als ursprünglich gedacht unter Druck bleiben.

Trotz des Ergebnisdrucks hält Xiaomi an seiner Investitionsstrategie fest. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben stiegen um 33,4 Prozent auf 9,0 Milliarden Yuan. Für das Gesamtjahr 2026 peilt Xiaomi mindestens 550.000 Fahrzeugauslieferungen an. Die nächsten Quartalszahlen folgen im August — dann zeigt sich, ob HyperOS 3.1 und die neue Fahrzeuggeneration den Speicherkosten-Gegenwind messbar mildern können.

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