Xiaomi Aktie: Gewinn bricht um 43 Prozent ein
13.06.2026 - 18:38:02 | boerse-global.de
Starke Nachfrage, schwache Zahlen — bei Xiaomi klaffen Anspruch und Realität gerade weit auseinander. Das erste Quartal 2026 brachte einen Gewinneinbruch von 43 Prozent, ein tief defizitäres Elektroauto-Geschäft und eine Aktie nahe ihrem Jahrestief.
Umsatz und Gewinn brechen ein
Der Gesamtumsatz sank im ersten Quartal 2026 auf 99,1 Milliarden Yuan — ein Minus von fast elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Nettogewinn fiel auf 6,1 Milliarden Yuan. Das entspricht einem Rückgang von 43 Prozent.
Hinter den Zahlen stecken drei Belastungen: höhere Speicherchippreise, härterer Wettbewerb im Smartphone-Markt und anhaltend hohe Investitionen in Elektroautos. Das Smartphone- und AIoT-Segment hielt sich mit einer Marge von 22,5 Prozent noch vergleichsweise stabil. Das Kernproblem liegt woanders.
EV-Sparte reißt ein Loch
Das Elektroauto-Geschäft schreibt tiefrote Zahlen. Im ersten Quartal 2026 erzielte die EV-Sparte zwar 19,9 Milliarden Yuan Umsatz — doch gleichzeitig häufte sie einen operativen Verlust von 3,1 Milliarden Yuan an. Im Vorjahresquartal war die Sparte noch kurz profitabel.
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Hinzu kommt ein wachsender Rückstand beim Jahresziel. Xiaomi will 2026 insgesamt 550.000 Fahrzeuge ausliefern. In den ersten fünf Monaten kamen aber nur rund 140.000 bis 150.000 Einheiten zusammen. Das Tempo reicht bei weitem nicht aus.
Die Verkäufe des Modells YU7 brachen von 37.869 Einheiten im Januar auf 9.876 im April ein. Im April stieg die Gesamtzahl der Inlandsauslieferungen auf 36.702 Fahrzeuge — ein Plus von 71 Prozent gegenüber März. Im Mai überschritt Xiaomi erneut die Marke von 30.000 Auslieferungen. Das Auf und Ab zeigt: Die Nachfrage ist volatil, das Jahresziel bleibt ambitioniert.
Rückkauf gegen den Trend
Das Management reagiert mit einem neuen Aktienrückkaufprogramm. Es erlaubt den Erwerb von Class-B-Aktien im Volumen von bis zu 20 Milliarden Hongkong-Dollar über zwölf Monate. Unter dem alten Programm hatte Xiaomi bereits rund 399,6 Millionen Aktien für knapp 14,6 Milliarden Hongkong-Dollar zurückgekauft.
An der Börse verpufft das Signal bislang. Die Aktie notiert bei 2,89 Euro — nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 2,82 Euro. Seit Jahresbeginn hat der Kurs mehr als 35 Prozent verloren, auf Zwölfmonatssicht sogar die Hälfte. Bloomberg berichtete, dass bearishe Positionen in Xiaomi-Aktien und Derivaten vor den Quartalszahlen auf Rekordniveau gestiegen waren. Jede schlechte Nachricht verstärkt den Abwärtsdruck.
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KI und neue Smartphones als Gegengewicht
Auf der Produktseite setzt Xiaomi Akzente. Am 9. Juni stellte das Unternehmen das KI-Modell MiMo-V2.5-Pro-UltraSpeed vor. Es soll auf acht Standard-GPUs mehr als 1.000 Tokens pro Sekunde erreichen — ohne proprietäre Spezialhardware. Die Testphase als API-Angebot läuft bis zum 23. Juni.
Ferner führte Xiaomi am 8. Juni die Modelle 17T und 17T Pro in China ein. Die Geräte kommen mit einem 7.000-mAh-Akku, 100-W-Ladetechnik und einem Dimensity-9500-Chip. Ob das reicht, um den Druck aus dem EV-Geschäft zu kompensieren, hängt davon ab, wie schnell die Auslieferungszahlen im zweiten Halbjahr anziehen — und ob die Komponentenkosten wieder sinken.
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