Xiaomi Aktie: 2,71 Euro auf 52-Wochen-Tief
18.06.2026 - 12:54:03 | boerse-global.de
Xiaomi bringt einen neuen KI-Agenten auf den Markt. Parallel dazu kauft der Konzern eigene Aktien in Millionenhöhe zurück. Die Börse quittiert diese Offensive mit einem brutalen Abverkauf. Die Aktie fällt auf 2,71 Euro. Damit markiert das Papier ein neues 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf 39,64 Prozent.
KI-Agent verpufft am Markt
Am 16. Juni startete der cloudbasierte Assistent MiMo Claw. Das System führt laut Xiaomi über 1.000 Werkzeugaufrufe in einer Sitzung aus. Die Software verliert dabei nicht den Kontext.
Im internen Test erreichte das Programm eine hohe Abschlussrate. Der Token-Verbrauch sinkt um bis zu 60 Prozent gegenüber Konkurrenzprodukten. Zum Start dürfen Nutzer den Assistenten täglich vier Stunden kostenlos testen.
Das Management stemmt sich mit Kapitalmaßnahmen gegen den Kursverfall. Am Dienstag kaufte der Konzern eigene Papiere für über 100 Millionen Hongkong-Dollar zurück. Das genehmigte Rahmenprogramm umfasst insgesamt 20 Milliarden Hongkong-Dollar. Die Wirkung verpufft.
Elektroautos fressen Gewinne
Die Autosparte belastet die Bilanz schwer. Im ersten Quartal verbuchte das Segment einen operativen Verlust von 3,1 Milliarden Yuan. Der Modellwechsel beim überarbeiteten SU7 drückt die Profitabilität massiv. Vizepräsident Song Gang nennt die Margen extrem dünn. Das Überleben hänge von effizienten Lieferketten ab.
Der Absatz stockt derweil. Von Januar bis Mai lieferte Xiaomi gut 150.000 Fahrzeuge aus. Im Mai sanken die Verkäufe im Vergleich zum April um fast elf Prozent. Das Jahresziel von 550.000 Einheiten rückt damit in weite Ferne.
Analysten ziehen die Reißleine
Auch das Kerngeschäft schwächelt. Kunden zahlen im Schnitt Rekordpreise für Xiaomi-Smartphones. Teure Speicherchips drücken die Bruttomarge jedoch auf magere 10,1 Prozent.
Die Analysten von Jefferies reagierten prompt. Sie stuften die Aktie auf Underperform ab. Das neue Kursziel liegt bei 25,49 Hongkong-Dollar. Das entspricht rund 2,82 Euro.
Goldman Sachs erwartet für das zweite Quartal einen Gewinneinbruch. Der bereinigte Nettogewinn dürfte um 50 Prozent auf 5,4 Milliarden Yuan fallen. Die Analysten senkten ihre Jahresprognose, halten aber am Kursziel von 40 Hongkong-Dollar fest.
Der Verkaufsdruck bleibt hoch. Mit einem RSI von 25,8 gilt die Aktie technisch als stark überverkauft. Am 26. August präsentiert Xiaomi die Zahlen für das zweite Quartal. Dann muss der Vorstand beweisen, dass die eigenen Chips die Margen retten.
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