Xiaomi Aktie: 15 Gigawattstunden eigene Batteriefertigung
14.05.2026 - 04:43:58 | boerse-global.deXiaomi zieht im Elektroauto-Geschäft die nächste Ausbaustufe ein. Der Konzern arbeitet an eigener Batteriefertigung, baut die Führungsstruktur für Auslandsmärkte um und schafft in München eine technische Basis für Europa. Das passt zur Wachstumsstory — kollidiert aber mit einer Aktie, die weiterhin deutlich unter Druck steht.
An der Börse gibt es am Mittwoch zwar Erholung: Die Xiaomi-Aktie notiert bei 3,56 Euro und legt 4,07 Prozent zu. Seit Jahresanfang steht dennoch ein Minus von 20,78 Prozent zu Buche. Auf Zwölfmonatssicht fällt die Bilanz noch schwächer aus, der Kurs liegt klar unter dem langfristigen Durchschnitt.
Batterien werden zum Kostenhebel
Der wichtigste Schritt betrifft die Wertschöpfungskette. Xiaomi hat die Tochter Beijing Xiaomi Jingxu Technology gegründet, um eine Batteriezellenfabrik aufzubauen. Geplant ist eine Jahreskapazität von 15 Gigawattstunden, Traktionsbatterien stehen für etwa 35 bis 45 Prozent der Kosten eines Elektroautos.
Damit geht es nicht nur um Versorgungssicherheit. Eigene Zellen könnten Xiaomi mehr Spielraum bei Kosten, Software-Integration und Fahrzeugarchitektur geben. Der Schritt verringert auch die Abhängigkeit von CATL und BYDs FinDreams Battery, die im ersten Quartal 2026 zusammen 54,4 Prozent des globalen Traktionsbatteriemarkts kontrollierten.
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Europa wird vorbereitet
Parallel dazu ordnet Xiaomi die Führung der Autosparte neu. Yu Liguo, Vizechef des Automobilgeschäfts, leitet die neu geschaffene Overseas Business Preparation Group. Er berichtet direkt an CEO Lei Jun und Präsident William Lu.
Auch die Produktion bekommt mehr Gewicht. Song Gang, früher Fabrikleiter von Teslas Werk in Shanghai, übernimmt den Bereich Fertigung. Der internationale Rollout soll nach der bisherigen Planung in der zweiten Hälfte 2027 anlaufen; Europa ist als erster Auslandsmarkt vorgesehen. Für Märkte mit Rechtslenker-Fahrzeugen plant Xiaomi den Einstieg in der ersten Hälfte 2028.
Die operative Basis entsteht bereits in München. Dort betreibt Xiaomi Auto ein europäisches Forschungs- und Entwicklungszentrum mit rund 50 Mitarbeitern. Geleitet wird es von Rudolf Dittrich, für Fahrzeugdynamik ist Claus-Dieter Groll verantwortlich — beide bringen BMW-Erfahrung mit.
Auch bei der Auslieferungslogistik verstärkt sich Xiaomi. Dieter Lorenz, früher bei Tesla für Lieferoperationen in Mitteleuropa tätig, erklärte öffentlich seinen Wechsel zu Xiaomi nach sechs Jahren beim US-Konzern.
Wachstum trifft Margendruck
Für 2026 peilt Xiaomi 550.000 Fahrzeugauslieferungen an. Das wäre ein Plus von rund 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Von Mai bis Dezember müsste der Konzern dafür im Schnitt etwa 55.000 Autos pro Monat ausliefern; der bisherige Monatsrekord liegt bei 50.000 Einheiten.
Die Finanzseite bleibt der empfindliche Punkt. Citigroup hält zwar an der Kaufempfehlung fest, rechnet aber für das erste Quartal mit einem Umsatzrückgang von 12 Prozent auf 98,4 Milliarden Yuan. Beim bereinigten Nettogewinn erwartet die Bank einen Einbruch um 45 Prozent auf 5,9 Milliarden Yuan.
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Als Belastungen nennt Citi schwächere Smartphone-Erlöse und staatliche EV-Kaufsteuersubventionen, die die Margen im Autogeschäft drücken. Das erklärt, warum der Markt die Expansion nicht automatisch als Kurstreiber einpreist.
Rückkäufe liefern zwar Unterstützung: Bis zum 24. April hatte Xiaomi im laufenden Jahr eigene Aktien im Wert von 7,4 Milliarden Hongkong-Dollar erworben. Damit liegt das Volumen bereits über dem Gesamtjahr 2025.
Am 26. Mai legt Xiaomi die Quartalszahlen vor. Im Mittelpunkt stehen dann drei Punkte: die Smartphone-Schwäche, die Marge im Elektroautogeschäft und der Nachweis, dass der Produktionshochlauf zum ambitionierten Auslieferungsziel passt.
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