Xiaomi: 3,5 Millionen Aktien für 98 Millionen zurückgekauft
05.06.2026 - 20:43:47 | boerse-global.de
Der chinesische Technologiekonzern stützt den eigenen Kurs. Xiaomi hat am Freitag ein massives Aktienrückkaufprogramm aktiviert. Während das Management Milliarden in eigene Papiere pumpt, kämpft das operative Geschäft mit sinkenden Gewinnen und einem teuren Elektroauto-Abenteuer. Das Timing ist kein Zufall.
Direkt zum Start des neuen Mandats griff das Unternehmen an der Hongkonger Börse zu. Das Management erwarb 3,5 Millionen Class-B-Aktien für gut 98 Millionen Hongkong-Dollar. Die erworbenen Anteilsscheine werden anschließend eingezogen. Parallel dazu läuft der übergeordnete Rahmen an: Bis zur nächsten regulären Hauptversammlung darf Xiaomi Papiere für bis zu 20 Milliarden Hongkong-Dollar vom Markt nehmen.
Aktie im Abwärtssog
Die Stützungskäufe treffen auf ein extrem schwaches Marktumfeld für den Tech-Riesen. Aktuell notiert das Papier bei 3,08 Euro und damit in direkter Schlagdistanz zum jüngsten Tief. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf 31,30 Prozent. Der Abstand zum langfristigen Trenddurchschnitt fällt mit minus 28,40 Prozent massiv aus. Bislang werten Marktbeobachter die Kapitalmaßnahme offensichtlich nicht als ausreichenden Gegenimpuls.
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Margendruck im Kerngeschäft
Hinter der Kursschwäche stehen handfeste fundamentale Probleme. Zum Jahresauftakt brach der bereinigte Nettogewinn um 43,1 Prozent auf 6,07 Milliarden Renminbi ein. Der Konzernumsatz schrumpfte im gleichen Schritt um 10,9 Prozent. Höhere Preise für wichtige Bauteile und ein aggressiver Preiskampf im Smartphone-Markt belasten die Bilanzen massiv.
Hinzu kommt der teure Aufbau der neuen Mobilitätssparte. Das Segment rund um smarte Elektroautos und Künstliche Intelligenz steuerte 19,9 Milliarden Renminbi zum Umsatz bei. Unter dem Strich verbuchte die Abteilung jedoch einen operativen Verlust von 3,1 Milliarden Renminbi. Die Bruttomarge lag hier bei lediglich 20,1 Prozent.
Das milliardenschwere Rückkaufprogramm stützt den Kurs rechnerisch durch die Reduzierung der ausstehenden Aktien. Das Grundproblem löst es nicht. Solange die teure Elektroauto-Sparte tief in den roten Zahlen steckt und die Smartphone-Margen schmelzen, verpufft der buchhalterische Effekt. Die kommenden Quartalszahlen müssen operative Fortschritte zeigen, andernfalls droht ein nachhaltiger Fall unter die Marke von 3,00 Euro.
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