XFLT Aktie: Rabatt bleibt Zankapfel
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 15:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zwei Tage vor einer entscheidenden Abstimmung liefern sich Board und Großaktionär bei XAI Floating Rate & Alternative Income Trust einen offenen Schlagabtausch. Am 30. Juli 2026 stimmen die Anteilseigner über einen neuen Unteranlageberater ab — und damit indirekt über die Zukunft des gesamten Liquiditätsplans.
Was auf dem Spiel steht
Der Fondsvorstand hat ein mehrstufiges Rückkaufprogramm vorgeschlagen, das jedoch an eine Bedingung geknüpft ist: die Zustimmung zum sogenannten King-Street-Sub-Advisory-Agreement. Rockford Tower Asset Management, eine Tochter von King Street Capital Management, soll dabei den bisherigen Berater Octagon Credit Investors ablösen.
Das erste Angebot sieht den Rückkauf von bis zu 12,5 Prozent der Nettovermögenswerte zu 98 Prozent des NAV vor, geplant rund 45 Tage nach einer Zustimmung. Zwei weitere, kleinere Tender-Runden von 7,5 und 5,0 Prozent der dann ausstehenden Aktien sollen folgen — allerdings nur, falls bestimmte Abschlags- oder Performance-Ziele verfehlt werden. Diese Kontingenz ist der Kern des Streits.
Octagon spricht von Druckmittel
Octagon, bislang Sub-Adviser des Fonds, wirft dem Board vor, die Tender-Offerten als Anreiz einzusetzen, um Zustimmung für einen aus ihrer Sicht ungeeigneten Nachfolger zu erkaufen. Die Kritik: Rockford Tower bringe keine Erfahrung im Bereich geschlossener Fonds mit, während die Muttergesellschaft King Street selbst mit rückläufiger Performance und Kundenabflüssen zu kämpfen habe.
Octagon fordert stattdessen ein unbedingtes Rückkaufangebot für 25 Prozent der ausstehenden Aktien, eine Umwandlung von XFLT in einen zehnjährigen Term Trust sowie eine Senkung der Managementgebühr von derzeit 1,7 Prozent auf 1,3 Prozent. Nach Einschätzung von Octagon würde allein die Gebührensenkung die Differenz zwischen Kurs und Nettoinventarwert spürbar verringern — dauerhaft und ohne Bedingungen.
Der Vorstand argumentiert dagegen, sein Programm biete einen verlässlichen Pfad zur Wertschöpfung und reagiere direkt auf den anhaltenden Abschlag zum NAV. Beide Seiten werben derzeit aktiv um Stimmen — XFLT-Aktionäre erhalten weiße Karten vom Board, Octagon ruft parallel zur Ablehnung der Sub-Adviser-Vereinbarung auf.
Am Donnerstag fällt die Entscheidung. Stimmen die Aktionäre gegen die King-Street-Vereinbarung, entfällt automatisch auch der gesamte gestaffelte Tender-Plan des Boards — Octagons Alternativvorschlag mit unbedingtem 25-Prozent-Rückkauf und niedrigerer Gebühr stünde dann als einziges konkretes Angebot im Raum.
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