X führt „Made with AI“-Label für KI-Inhalte ein
24.02.2026 - 06:19:52 | boerse-global.deDie Plattform X entwickelt eine neue Funktion, mit der Nutzer KI-generierte Beiträge kennzeichnen müssen. Der Schritt soll Transparenz schaffen und gegen Desinformation kämpfen.
In einer wichtigen Initiative für mehr Transparenz arbeitet das soziale Netzwerk X an einem neuen Feature: Nutzer sollen Beiträge, die mit Künstlicher Intelligenz erstellt wurden, künftig mit einem „Made with AI“-Label markieren. Die geplante Kennzeichnung ist eine direkte Reaktion auf die rasante Verbreitung täuschend echter KI-Inhalte, die die Grenze zwischen menschlichen und maschinellen Beiträgen verwischen.
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So soll das KI-Label funktionieren
Die in Entwicklung befindliche Funktion setzt auf eine Selbstdeklaration der Ersteller. Wer Inhalte veröffentlicht, die vollständig oder in wesentlichen Teilen von KI generiert oder verändert wurden, muss einen entsprechenden Schalter betätigen. Anschließend wird der Beitrag für alle anderen Nutzer sichtbar als „synthetisch generiert“ gekennzeichnet.
Die Verantwortung liegt zunächst beim Nutzer – ein üblicher Ansatz in sozialen Netzwerken. Doch Berichte deuten darauf hin, dass ein Verstoß gegen die Kennzeichnungspflicht gegen die Plattformregeln verstoßen und zu Konsequenzen bis hin zur Kontosperrung führen könnte. Diese Durchsetzung ist entscheidend, damit das System wirkt. X geht damit über seine bisherige Praxis hinaus, nur mit der hauseigenen KI Grok erstellte Bilder und Videos zu kennzeichnen.
Kampf gegen Desinformation und Vertrauensverlust
Der Antrieb für die neue Richtlinie ist klar: Die Plattform will die wachsende Flut an KI-generierter Desinformation eindämmen und das Nutzervertrauen bewahren. „Es gibt nichts Beunruhigenderes, als herauszufinden, dass ein vermeintlich menschlicher Beitrag in Wirklichkeit von einer Maschine stammt“, erklärte X-Produktchef Nikita Bier kürzlich. Nutzer kämen für den „Puls der Menschheit“ – dieser Wert sei durch KI-gesteuerte Bots und Spam bedroht.
Der Schritt erfolgt auch vor dem Hintergrund zunehmenden regulatorischen Drucks. Behörden in Ländern wie Indien schreiben bereits eine klarere Kennzeichnung von KI-Inhalten vor. X reagiert damit auf einen globalen Trend.
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Der Balanceakt: KI fördern und gleichzeitig kontrollieren
Die Einführung des Labels offenbart ein grundlegendes Dilemma für X und andere Tech-Konzerne: Sie müssen den Missbrauch von KI eindämmen, investieren aber gleichzeitig massiv in eigene KI-Technologien und fördern deren Nutzung. X hat seinen KI-Chatbot Grok stark in die Nutzererfahrung integriert und ermutigt sogar zur Generierung von Beiträgen.
Nun muss das Unternehmen klare Leitplanken setzen, um zu verhindern, dass ebenjene Tools die Plattform mit automatisiertem, minderwertigem oder irreführendem Content überfluten. Das neue „Made with AI“-Label ist spezifischer als der bereits existierende „Manipulated Media“-Hinweis für bearbeitete Medien und zielt direkt auf synthetische Inhalte ab.
Branchentrend und offene Fragen
X’ Vorstoß ist Teil eines branchenweiten Trends zu mehr KI-Transparenz. Auch Meta experimentiert bei Facebook und Instagram mit ähnlichen Kennzeichnungen. Die Wirksamkeit aller dieser Labels hängt jedoch maßgeblich von der Nutzer-Compliance und einer konsequenten Durchsetzung ab.
Kritisch bleibt die Frage, wie mit Inhalten umgegangen wird, bei denen KI nur für kleine Verbesserungen oder Übersetzungen genutzt wurde. Diese Grauzone muss die Plattform noch definieren. Zudem stellt sich die Herausforderung, ein System zu schaffen, das für ehrliche Nutzer einfach zu bedienen, für Missbrauch aber schwer zu umgehen ist.
Ausblick: Ein Schritt im laufenden Wettlauf
Ein offizielles Startdatum für das „Made with AI“-Feature steht noch nicht fest. In den kommenden Monaten werden jedoch konkretere Ankündigungen zu den Kennzeichnungsvorgaben und dem Durchsetzungsmechanismus erwartet.
Die erfolgreiche Implementierung könnte einen Teil der Verwirrung durch KI-Inhalte lindern und das Bekenntnis des Unternehmens zu Authentizität unterstreichen. Es handelt sich jedoch nur um ein Werkzeug im viel größeren Kampf gegen digitale Desinformation. Der langfristige Erfolg wird davon abhängen, ob X seine Richtlinien im Einklang mit der sich rasant entwickelnden KI-Technologie weiterentwickeln kann. Nur so bleibt der angestrebte „globale Marktplatz der Ideen“ ein Ort für glaubwürdigem und transparenten Diskurs.
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