Worthington, Steel

Worthington Steel Aktie: Delisting-Angebot startet

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 13:28 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Klöckner-Aktionäre können Aktien bis 12. August zu 11 Euro andienen. Nach dem Delisting droht eingeschränkte Handelbarkeit der Papiere.

Worthington Steel: Delisting-Angebot für Klöckner-Aktionäre gestartet
Abstrakte, atmosphärische Darstellung der Stahlindustrie, die einen bedeutenden Wandel und Neuanfänge andeutet. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Worthington Steel macht ernst mit dem Rückzug von Klöckner & Co von der Börse. Seit Mittwoch können die verbliebenen Klöckner-Aktionäre ihre Papiere im Rahmen eines Delisting-Angebots zu 11,00 Euro je Aktie andienen. Die Annahmefrist läuft bis zum 12. August.

Die Bafin hat das Angebotsdokument bereits geprüft und freigegeben, die Veröffentlichung erfolgte nach dem deutschen Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz. Für das Delisting-Angebot gibt es weder Vollzugsbedingungen noch eine Mindestannahmeschwelle — Worthington zieht die Sache damit ohne Hintertür durch.

Vom Übernahmeangebot zum Rückzug von der Börse

Worthington hatte seine Übernahmeabsicht für den Kölner Stahlhändler bereits im Februar angekündigt. Aufsichtsrat und Vorstand um Konzernchef Guido Kerkhoff empfahlen die Offerte damals als "attraktiv, fair und angemessen". Nach Abschluss des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots am 3. Juni hält der US-Konzern nun rund 62 Prozent der Klöckner-Anteile. Großaktionär Friedhelm Loh, der zuvor rund 41,5 Prozent hielt, hatte seine Aktien ebenfalls angedient.

Das aktuelle Delisting-Angebot ist ein zweiter Anlauf für alle, die beim ersten Übernahmeangebot nicht mitgezogen sind. Wer jetzt nicht verkauft, bleibt zwar Aktionär — allerdings mit deutlich eingeschränkter Handelbarkeit. Nach Wirksamwerden des Delistings verschwinden die Klöckner-Aktien vom regulierten Markt in Deutschland und von vergleichbaren Auslandsbörsen, was Liquidität und Preisfindung für die verbleibenden Anteile spürbar einschränken dürfte.

An der operativen Struktur soll sich derweil wenig ändern. Klöckner soll weiter eigenständig unter dem bestehenden Management geführt werden, Standortschließungen oder Entlassungen sind laut den bisherigen Ankündigungen nicht vorgesehen. Mit rund 6,4 Milliarden Euro Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr und einem Netzwerk von etwa 110 Standorten bleibt Klöckner ein Kerngeschäft, das Worthington in seine nordamerikanisch geprägte Metallverarbeitung integrieren will.

Für Worthington selbst markiert der Deal einen weiteren Schritt zur europäischen Expansion — nach dem gut 2,1 Milliarden Euro schweren Übernahmegeschäft folgt nun die endgültige Konsolidierung der Beteiligung. Bis zum 12. August entscheidet sich, wie viele der verbliebenen Klöckner-Aktionäre das Angebot noch annehmen, bevor der Handel mit den Papieren an den regulierten Börsen endet.

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