Worley, Aktie

Worley Aktie: Naher Osten belastet

25.06.2026 - 09:28:11 | boerse-global.de

Worley senkt Gewinnprognose wegen Nahostkrise und starkem australischen Dollar. Die Aktie bricht um rund zehn Prozent ein.

Worley Aktie: Nahostkonflikt belastet Gewinnausblick massiv
Worley - Lupe über Kerzenchart 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Nahe Osten wird für Worley teurer als gedacht. Der australische Ingenieurdienstleister hat heute seinen Gewinnausblick nach unten korrigiert — und die Aktie reagierte mit einem deutlichen Kursrückgang.

Doppelter Gegenwind

Worley erwartet nun einen Ergebniseinfluss von rund 60 Millionen australischen Dollar durch den anhaltenden Nahostkonflikt — fast doppelt so viel wie die bisherige Schätzung von 30 bis 40 Millionen Dollar. Bestehende Projekte in der Region stecken weiterhin fest, neue Auftragserteilungen und Projektstarts verzögern sich. Absagen gab es bislang zwar keine, doch der Zeitplan vieler Vorhaben bleibt ungewiss.

Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Der australische Dollar hat zuletzt stark zugelegt und bereitete dem Unternehmen zusätzlichen Gegenwind. Worley beziffert den daraus resultierenden Übersetzungseffekt auf rund 50 Millionen australischer Dollar beim ausgewiesenen Jahresergebnis. Damit summieren sich die Belastungen auf eine beachtliche Größenordnung.

Strukturelle Anfälligkeit

Das eigentliche Problem liegt tiefer. Mehr als die Hälfte von Worleys Betriebsumsatz entfällt auf den Öl- und Gassektor — eine Konzentration, die in geopolitisch ruhigen Zeiten als Stärke gilt, nun aber zur Schwäche wird. Kunden in der Region schieben Investitionsentscheidungen auf, solange die Lage unübersichtlich bleibt.

Ein kürzlich geschlossenes US-iranisches Abkommen hat zwar Hoffnungen auf Entspannung geweckt, einen umfassenden Frieden gibt es jedoch nicht. Kein Wunder, dass Anleger skeptisch reagieren.

Wie geht es weiter?

Die Aktie verlor heute rund neun bis elf Prozent und zählte damit zu den schwächsten Titeln im australischen Leitindex S&P/ASX 200. Für eine Neubewertung bräuchte Worley vor allem eines: klarere Signale aus dem Nahen Osten. Solange Projektentscheidungen dort auf Eis liegen, bleibt der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr belastet. Die nächsten Jahreszahlen werden zeigen, ob die heutige Warnung das volle Ausmaß widerspiegelt — oder nur den Anfang.

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