Workaholismus: Die stille Sucht der Leistungsgesellschaft
07.02.2026 - 14:22:11Während die Vier-Tage-Woche diskutiert wird, kämpfen immer mehr Menschen mit Arbeitssucht. Aktuelle Daten zeigen: Die Grenze zwischen Engagement und krankhaftem Zwang verschwimmt.
In einer Welt ständiger Erreichbarkeit warnen Experten vor einer schleichenden Gefahr. Schätzungsweise zehn Prozent der Erwerbstätigen zeigen Anzeichen von Workaholismus. Neue Auswertungen deuten darauf hin, dass das Phänomen der toxischen Produktivität trotz flexibler Arbeitsmodelle einen Höchststand erreicht.
Engagement oder Zwang? Ein feiner Unterschied
Äußerlich sind engagierte Mitarbeiter und Workaholics schwer zu unterscheiden. Beide verbringen viel Zeit im Job. Der entscheidende Unterschied liegt in der Motivation.
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Arbeitspsychologen betonen: Engagierte können abschalten, Arbeitssüchtige werden von einem inneren Zwang getrieben. Studien der Hans-Böckler-Stiftung identifizieren den Kontrollverlust als Kernmerkmal. Betroffene arbeiten, weil sie sich schlecht fühlen, wenn sie es nicht tun. Arbeit dient hier als Emotionsregulation.
Der 7-Punkte-Check: Bin ich gefährdet?
Experten verweisen auf die wissenschaftliche Bergen Work Addiction Scale (BWAS). Treffen mindestens vier dieser Punkte häufig zu, besteht ein hohes Risiko:
- Gedankliche Vereinnahmung: Die Arbeit kreist permanent im Kopf, auch in der Freizeit.
- Stimmungsmodifikation: Der Job wird genutzt, um emotionale Tiefs zu überwinden.
- Toleranzentwicklung: Es werden immer mehr Stunden benötigt, um Zufriedenheit zu spüren.
- Entzugserscheinungen: Bei Arbeitsunterbrechungen treten Unruhe oder Gereiztheit auf.
- Konflikte: Das soziale Umfeld leidet, Hobbys werden vernachlässigt.
- Rückfall: Versuche, weniger zu arbeiten, scheitern regelmäßig.
- Probleme: Gesundheitliche Warnsignale wie Erschöpfung werden ignoriert.
Wenn der Körper die Rechnung präsentiert
Die Folgen spiegeln sich in Gesundheitsreports wider. Psychische Erkrankungen sind die dritthäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit, verursachen aber die längsten Ausfallzeiten.
Besonders alarmierend: der Präsentismus. Workaholics arbeiten oft trotz Krankheit. Sie schätzen ihren Gesundheitszustand schlechter ein als Kollegen, suchen aber seltener Hilfe. Langfristig steigt das Risiko für Burnout und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die vermeintliche Produktivität schadet paradoxerweise dem Unternehmen.
Digitaler Brandbeschleuniger: Immer erreichbar, nie abgeschaltet
Die technologische Entwicklung befeuert das Problem. Smartphones und Laptops haben die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben aufgelöst.
Die Always-On-Kultur erschwert das Abschalten physiologisch. Home-Office kann bei Gefährdeten zur Entgrenzung führen: Der Laptop auf dem Küchentisch wird zur ständigen Mahnung.
Hinzu kommt die Leistungs-Gamification. Digitale Tools messen Produktivität in Echtzeit – was Perfektionisten antreibt, Scores zwanghaft zu übertreffen.
Gegenbewegung: Recht auf Abschalten
Unternehmen und Gesetzgeber erkennen die ökonomischen Kosten der Überlastung. Eine Gegenbewegung formiert sich.
Auf EU-Ebene und in Deutschland gewinnen Diskussionen über ein gesetzliches Recht auf Nichterreichbarkeit an Fahrt. Ziel sind verbindliche digitale Ruhezeiten.
In der Unternehmenskultur rückt Sustainable Performance in den Fokus. Erste Firmen experimentieren mit Server-Sperren nach Feierabend oder Systemen, die Wochenend-E-Mails automatisch zurückhalten. Die Erkenntnis setzt sich durch: Langfristige Gesundheit ist produktiver als kurzfristiger Raubbau.
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