Wohnungsmarkt-Krise, Neubau

Wohnungsmarkt-Krise: Neubau deckt 2026 nur halben Bedarf

08.02.2026 - 08:33:12

Die Bautätigkeit in Deutschland bleibt stark eingebrochen. Prognosen zeigen für 2026 eine Lücke von bis zu 145.000 Wohnungen, was die Mietpreise weiter unter Druck setzt.

Die Bautätigkeit in Deutschland bricht weiter ein. Prognosen für 2026 zeigen: Der Neubau wird bestenfalls zwei Drittel, im schlimmsten Fall nur 55 Prozent des tatsächlichen Bedarfs decken. Hunderttausende Wohnungen fehlen, besonders in den Ballungsräumen.

Eine alarmierende Lücke zwischen Plan und Realität

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Das ifo-Institut rechnet in einem Negativszenario mit nur noch 175.000 fertiggestellten Wohnungen 2026 – ein Rückgang um 15 Prozent. Selbst optimistischere Schätzungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) liegen bei rund 215.000 Einheiten.

Dem steht ein jährlicher Bedarf von etwa 320.000 neuen Wohnungen gegenüber, um den Markt zu entlasten. Das ursprüngliche Regierungsziel von 400.000 Wohnungen pro Jahr ist damit in weite Ferne gerückt. Die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage wächst.

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Der perfekte Sturm: Warum nichts mehr gebaut wird

Ein toxischer Mix aus drei Faktoren lähmt die Baubranche:

  • Hohe Finanzierungskosten: Die Zinswende hat viele einst rentable Projekte stoppen lassen.
  • Explodierte Baukosten: Die Preise für Material und Arbeit sind aus dem Ruder gelaufen.
  • Lahme Genehmigungen: Die Zahl der Baugenehmigungen brach ein, und die Verfahren dauern länger denn je. Vom Antrag bis zur fertigen Wohnung im Geschosswohnungsbau vergehen heute bis zu 34 Monate.

Soziale Sprengkraft: Wer die Verlierer sind

Die Knappheit treibt die Mieten und trifft besonders jene, die es ohnehin schwer haben: Menschen mit geringem Einkommen, junge Familien, Studierende und Senioren. Eine Studie für die IG BAU warnt vor einem dramatischen Mangel an Sozialwohnungen.

In den Ballungsräumen, den eigentlichen Brennpunkten der Krise, verschärft sich die soziale Ungleichheit. Bezahlbarer Wohnraum wird zum Luxusgut.

Erste Hoffnungsschimmer – aber kein Grund zur Entwarnung

Trotz der düsteren Lage sehen einige Experten erste Anzeichen für eine Stabilisierung. Das DIW erwartet 2026 ein leichtes Wachstum des Bauvolumens um 2,4 Prozent. Gründe sind stabilisierte Baupreise und Zinsen sowie staatliche Investitionen.

Auch die Zahl der neuen Baugenehmigungen zeigt zuletzt wieder einen leichten Aufwärtstrend. Doch Branchenverbände warnen vor verfrühtem Optimismus: Das Niveau bleibt niedrig, und von der Genehmigung bis zur fertigen Wohnung ist es ein weiter Weg.

Wann kommt die Entlastung? Nicht vor 2027

Eine spürbare Entlastung des Wohnungsmarkts ist nicht in Sicht. Branchenanalysten rechnen frühestens ab 2027 mit einem leichten Anstieg der Fertigstellungen. Bis dahin bleibt das Angebot äußerst angespannt.

Die hohe Nachfrage – getrieben von Zuwanderung und kleineren Haushalten – trifft weiter auf zu wenig Wohnungen. Für Mieter bedeutet das: anstrengende Suche und steigende Kosten bleiben Alltag.

Die Politik versucht mit Maßnahmen wie dem „Bau-Turbo“ gegenzusteuern, um Planungsverfahren zu beschleunigen. Experten erwarten davon aber erst mittel- bis langfristige Effekte. Die Krise am Wohnungsmarkt ist noch lange nicht überwunden.

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