Wohnungsmarkt, Millionen

Wohnungsmarkt: 1,4 Millionen Sozialwohnungen fehlen

18.02.2026 - 05:32:12

Deutschland fehlt 1,4 Millionen Sozialwohnungen bei stagnierendem Neubau. Experten warnen vor massiven sozialen Folgen und fordern einen Bund-Länder-Pakt für bezahlbaren Wohnraum.

Die Krise am deutschen Wohnungsmarkt spitzt sich dramatisch zu. Aktuell fehlen rund 1,4 Millionen Sozialwohnungen, während die Bauwirtschaft kaum Hoffnung auf Besserung signalisiert. Neue Konjunkturdaten bestätigen die anhaltend pessimistische Stimmung in der Branche.

Studie offenbart Rekorddefizit

Bereits im Januar zeigte der „Soziale Wohn-Monitor 2026“ des Pestel-Instituts das alarmierende Ausmaß. Das Defizit an bezahlbaren Miet- und Sozialwohnungen erreicht einen Höchststand. Besonders betroffen sind Metropolregionen und Universitätsstädte.
Die Prognose ist düster: In den kommenden Jahren könnten lediglich etwa 200.000 Wohnungen pro Jahr fertiggestellt werden. Um das Defizit bis 2030 abzubauen, wären jedoch 400.000 Einheiten jährlich nötig.

Bauindustrie steckt in der Dauerkrise

Neueste Daten des ifo-Instituts von dieser Woche untermauern die schlechten Aussichten. Zwar hat sich das Geschäftsklima im Januar minimal verbessert, von einer Trendwende ist die Branche aber weit entfernt.
Fast die Hälfte der Unternehmen klagt über Auftragsmangel. Hohe Zinsen, explodierte Baukosten und Fachkräftemangel drücken die Stimmung. Die Folge: Viele geplante Projekte werden gestoppt oder verschoben.
* Die durchschnittliche Bauzeit für ein Wohngebäude liegt bei einem Rekordwert von 26 Monaten.
* Bei Mehrfamilienhäusern sind es sogar 34 Monate.

Kurzfristig ist daher kein Ende der Wohnungsknappheit in Sicht.

Junge und Alte leiden am meisten

Die sozialen Folgen des Mangels sind gravierend. Besonders hart trifft es junge Menschen und Senioren.
Studierende müssen im Schnitt 53 Prozent ihres Einkommens für die Miete aufwenden. Viele Auszubildende finden gar keine bezahlbare Unterkunft mehr.

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Gleichzeitig werden immer mehr ältere Menschen aus ihren Stadtwohnungen verdrängt, weil sie sich die Miete in der Rente nicht mehr leisten können. Experten sprechen von einer „Stadtvertreibung Älterer“.
Das Bündnis „Soziales Wohnen“ warnt zudem vor zunehmender Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen. Der Bedarf ist immens: Von über 23 Millionen Mieterhaushalten hätte etwa die Hälfte Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein – dem stehen nur noch eine Million Sozialwohnungen gegenüber.

Politik unter Druck: Verbände fordern Pakt

Sozialverbände, Mieterbund und die Bauwirtschaft erhöhen den Druck auf die Politik. Ihre zentrale Forderung: ein „Sozialer Bund-Länder-Pakt fürs Wohnen“.
Das erklärte Ziel muss sein, den Bestand an Sozialwohnungen bundesweit auf mindestens zwei Millionen zu verdoppeln. Die Bundesregierung hat für 2026 zwar vier Milliarden Euro für die Wohnraumförderung eingeplant.
Kritiker halten diese Mittel jedoch für völlig unzureichend, um den massiven Bedarf zu decken. Sie fordern:
* Verlässlichere Rahmenbedingungen für Investoren
* Einen radikalen Bürokratieabbau
* Eine Vereinfachung von Baustandards zur Kostensenkung

Kann die Trendwende gelingen?

Die Aussichten bleiben angespannt. Zwar prophezeit das ifo-Institut für die europäische Bauwirtschaft ab diesem Jahr eine leichte Erholung. Ob dieser Trend in Deutschland ankommt, ist jedoch ungewiss.
Die strukturellen Probleme sind zu tief: Hohe Kosten, bürokratische Hürden und ein massives Defizit an bezahlbarem Wohnraum erfordern langfristige Strategien. Ohne eine deutliche Beschleunigung des sozialen Wohnungsbaus droht die Krise zur größten sozialen Herausforderung der kommenden Jahre zu werden.

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