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Wohnungslose Kinder: Zahl hat sich seit 2022 fast verdreifacht

14.03.2026 - 00:00:26 | boerse-global.de

Die Zahl obdachloser Minderjähriger hat sich seit 2022 fast verdreifacht. Experten kritisieren die Wohnungspolitik und warnen vor einer dauerhaften sozialen Spaltung.

Wohnungslose Kinder: Zahl hat sich seit 2022 fast verdreifacht - Foto: über boerse-global.de
Wohnungslose Kinder: Zahl hat sich seit 2022 fast verdreifacht - Foto: über boerse-global.de

Mehr als 137.100 Minderjährige in Deutschland sind wohnungslos. Das zeigen aktuelle Daten des Bundesbauministeriums. Die Zahl hat sich seit 2022 fast verdreifacht und erreicht einen neuen Rekordwert.

Dramatischer Anstieg in nur drei Jahren

Die Entwicklung ist alarmierend: Während Anfang 2022 noch rund 47.000 Kinder und Jugendliche ohne feste Wohnung registriert wurden, stieg die Zahl bis Januar 2025 auf über 137.100. Auch bei jungen Erwachsenen (18-25 Jahre) gibt es mit mehr als 55.500 Betroffenen einen Höchststand.

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Besonders bedenklich ist die lange Verweildauer in Notunterkünften. Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren verbringen dort mittlerweile durchschnittlich fast drei Jahre. 2023 waren es noch 117 Wochen. Der Grund: Für einkommensschwache Familien gibt es kaum noch bezahlbaren Wohnraum.

Wo das Problem am größten ist

Die bevölkerungsreichsten Bundesländer sind am stärksten betroffen. Nordrhein-Westfalen führt die Statistik mit etwa 32.000 wohnungslosen Minderjährigen an. Es folgen Baden-Württemberg (über 29.000) und Berlin (rund 15.700). Auch Metropolen wie München, Hamburg und Frankfurt stehen vor enormen Herausforderungen.

Die Bundesregierung führt den Anstieg auf mehrere Faktoren zurück. Dazu zählen die Aufnahme geflüchteter Menschen aus der Ukraine und eine verbesserte Datenerfassung. Doch unabhängig von der Statistik ist der Engpass bei bezahlbarem Wohnraum real.

Warum Städte in der Klemme stecken

Die Unterbringung von über 137.100 Minderjährigen und ihren Familien kostet die Kommunen ein Vermögen. Die Anmietung von Hotels oder Containern verschlingt Budgets, die eigentlich in dauerhaften Wohnungsbau fließen müssten.

Doch genau hier liegt das Problem: Bauland ist knapp und Genehmigungsverfahren dauern oft Jahre. Für private Bauträger lohnt sich der Bau von Sozialwohnungen ohne massive staatliche Zuschüsse kaum. Der Fokus liegt stattdessen auf lukrativen Eigentumswohnungen.

Scharfe Kritik an der Wohnungspolitik

Die neuen Zahlen lösten umgehend politischen Widerstand aus. Sahra Mirow, wohnungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, spricht von einem "beispiellosen sozialpolitischen Versagen". Der Staat verwehre jungen Menschen grundlegende Entwicklungschancen.

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Aus der Immobilienbranche kommt die Kritik, dass bisherige Förderprogramme gescheitert seien. Experten fordern eine Umstrukturierung, um den Bau von familiengerechten Mietwohnungen wirtschaftlich attraktiver zu machen. Die aktuellen Milliarden für Notunterkünfte fehlten dann beim langfristigen Wohnungsbau.

Droht eine dauerhafte soziale Spaltung?

Wenn Familien über Jahre in Übergangsheimen leben, hat das weitreichende Folgen. Stadtplaner warnen vor neuen sozialen Brennpunkten und einer vertieften gesellschaftlichen Spaltung. Der Zugang zu Schulen und Freizeitangeboten wird für betroffene Jugendliche massiv erschwert.

Für den Wohnungsmarkt bedeutet der Druck von unten eine anhaltende Krise im unteren Preissegment. Einkommensschwache Familien, Geflüchtete und Studierende konkurrieren um einen schrumpfenden Bestand. Regulierungen wie die Mietpreisbremse reichen nicht aus, um das Grundproblem zu lösen.

Ist das Ziel 2030 noch erreichbar?

Die Bundesregierung hat sich im Nationalen Aktionsplan vorgenommen, die Wohnungslosigkeit bis 2030 zu überwinden. Angesichts der Rekordzahlen rückt dieses Ziel in weite Ferne.

Ohne drastische Kurskorrekturen wird sich die Lage kaum entspannen. Die Bauwirtschaft kämpft mit hohen Kosten, was private Investoren abschreckt. Bund und Länder müssen wohl über neue Finanzierungsmodelle für den sozialen Wohnungsbau debattieren. Sonst bleibt die Zahl wohnungsloser Familien auf absehbare Zeit kritisch hoch.

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