Wohnungsbau-Tag endet mit dramatischem Krisen-Appell
02.04.2026 - 01:39:54 | boerse-global.deDie Wohnungsbau-Branche schlägt Alarm und fordert einen "Verlässlichkeitspakt" von der Politik. Auf dem Wohnungsbau-Tag in Berlin prophezeiten Verbände den tiefsten Neubaustand seit Jahrzehnten, sollte die Regierung nicht sofort gegensteuern. Die Kernforderung: weniger Bürokratie, mehr Planungssicherheit und ein radikales Umdenken beim Bauen selbst.
Neubau stürzt auf Rekordtief – Ziele in weiter Ferne
Die Prognosen sind düster. Experten rechnen für 2026 mit weniger als 200.000 fertiggestellten Wohnungen. Das ist nicht einmal die Hälfte des politischen Ziels von 400.000 Einheiten pro Jahr. Die Gestehungskosten in Großstädten liegen inklusive Grundstück mittlerweile bei durchschnittlich 5.400 Euro pro Quadratmeter.
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Die Folge? Kaltmieten müssten mindestens 18 Euro pro Quadratmeter betragen, um Projekte wirtschaftlich zu machen. Für viele Menschen ist das unbezahlbar. Der Markt droht zu erstarren: Weil passende Angebote fehlen, unterbleiben Umzüge und der Bestand wird blockiert. Schätzungsweise 9,9 Millionen Menschen leben bereits in überbelegten Wohnverhältnissen.
Gebäudetyp E: Die einfache Bau-Lösung als Rettungsanker?
Ein zentraler Hoffnungsträger der Branche ist der "Gebäudetyp E". Dieses Modell für einfaches und reduziertes Bauen soll Kosten um bis zu 30 Prozent drücken, indem es auf überflüssige Standards verzichtet – ohne Sicherheit oder Qualität zu gefährden.
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Doch dafür braucht es Rechtssicherheit. Viele Bauherren scheuen einfachere Standards aus Angst vor Haftungsklagen, wenn sie von den "anerkannten Regeln der Technik" abweichen. Die Verbände fordern ein dringendes Update des Bauvertragsrechts, um einen gesetzlichen Basisstandard zu schaffen. In Modellprojekten konnten so die Kosten bereits unter 3.500 Euro pro Quadratmeter gedrückt werden.
Förder-Chaos und steuerliche Hürden bremsen Investoren
Die Branche kritisiert die instabile Förderpolitik. Programme würden oft kurzfristig geändert oder gestoppt, was jede Planung zunichtemache. Gefordert wird ein dauerhaft niedriges Zinsniveau von rund einem Prozent für KfW-Darlehen im sozialen Wohnungsbau.
Auch steuerliche Entlastungen stehen auf der Wunschliste. Experten schlagen eine Befreiung von der Grunderwerbsteuer für den Ersterwerb von selbstgenutztem Eigentum vor, um jungen Familien zu helfen. Zudem müsse die degressive Abschreibung für den Mietwohnungsbau fortgeführt werden. Ohne diese Impulse, so die Warnung, bleibe das Investitionsklima frostig.
Bürokratie-Bremse: Warum der "Bau-Turbo" noch nicht zieht
Trotz gesetzlicher Vorstöße wie dem "Bau-Turbo" hapert es an der Umsetzung. Die Genehmigungsverfahren in vielen Kommunen dauern weiterhin zu lange. Die Verbände fordern eine verbindliche "Fast Lane" für Projekte in angespannten Märkten.
Ein weiteres Problem: die 16 verschiedenen Landesbauordnungen. Sie verhindern effizientes, serielles Bauen über Landesgrenzen hinweg. Zwar schreitet die Digitalisierung der Bauämter voran, der digitale Bauantrag funktioniere aber noch nicht überall reibungslos. Die Mahnung der Branche ist klar: Wohnen müsse absolute Priorität in Politik und Verwaltung werden.
Leichte Hoffnungsschimmer in trüber Stimmung
Gibt es überhaupt gute Nachrichten? Leichte. Das Statistische Bundesamt verzeichnete zu Jahresbeginn 2026 ein Plus von 8,4 Prozent bei den Baugenehmigungen. Marktbeobachter sehen darin ein erstes Zeichen für eine mögliche Bodenbildung.
Von einer Trendwende kann jedoch keine Rede sein. Die Stimmung in der Immobilienwirtschaft ist weiter gedämpft. Während der soziale Wohnungsbau als kleiner Stabilitätsanker wirkt, liegt der freifinanzierte Mietwohnungsbau in vielen Regionen am Boden. Die Schere zwischen Miete und Eigentum klafft weiter auseinander.
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