Wohnungsbau-Krise 2026: Neubau bricht weiter ein
16.01.2026 - 16:48:12Der deutsche Geschosswohnungsbau steckt auch 2026 in der Krise. Hohe Kosten, Zinsen und Bürokratie lähmen die Bautätigkeit – die Wohnungsnot droht sich drastisch zu verschärfen. Die Kluft zwischen Nachfrage und Neubauangebot wächst täglich.
Stimmung am Tiefpunkt, Projekte werden gestrichen
Die Baubranche blickt düster in die Zukunft. Der ifo-Geschäftsklimaindex für den Wohnungsbau sackte im Dezember auf minus 20,6 Punkte ab. Fast jedes zweite Unternehmen klagt über Auftragsmangel. Besonders alarmierend: 11,5 Prozent der Betriebe meldeten Stornierungen bereits geplanter Bauvorhaben. „Der Wohnungsbau kommt nicht vom Fleck“, sagt ifo-Experte Klaus Wohlrabe. Projekte aus der Niedrigzinsphase werden seit Jahren verschoben oder komplett aufgegeben.
Fertigstellungen drohen unter 200.000 zu fallen
Die Konsequenzen werden immer sichtbarer. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) rechnet mit einem weiteren Einbruch der Fertigstellungszahlen:
* 2024: rund 252.000 Wohnungen
* 2025: etwa 235.000 Wohnungen
* 2026: nur noch 215.000 Wohnungen
Noch pessimistischer ist Euroconstruct: Das Forschungsnetzwerk prognostiziert für 2026 lediglich 185.000 fertiggestellte Wohnungen in Deutschland. Damit würde die Bundesrepublik beim Neubau sogar hinter Polen zurückfallen – ein Land mit weniger als halb so vielen Einwohnern. Das ursprüngliche Regierungsziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr rückt in weite Ferne.
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Baugenehmigungen steigen – aber helfen sie schnell?
Ein kleiner Hoffnungsschimmer kommt vom Statistischen Bundesamt. Im November 2025 stiegen die Baugenehmigungen um 12,5 Prozent auf 20.100 Wohnungen. Für Januar bis November 2025 gab es ein Plus von 11,3 Prozent.
Doch die Entwarnung kommt zu früh. Bis eine Genehmigung in einem fertigen Gebäude steht, vergehen im Geschosswohnungsbau derzeit bis zu 34 Monate. Was heute bewilligt wird, entlastet den Markt also erst Ende des Jahrzehnts. Zudem ist unklar, wie viele der genehmigten Projekte angesichts hoher Kosten tatsächlich realisiert werden.
Warum kommt der Neubau nicht in Gang?
Die Krise hat mehrere Ursachen, die sich gegenseitig verstärken:
* Explodierende Kosten: Material und Fachkräfte sind teuer.
* Hohe Zinsen: Finanzierungen für Bauträger und Käufer sind deutlich teurer geworden.
* Bürokratie: Lange Genehmigungsverfahren und komplexe Vorschriften bremsen aus.
* Baulandmangel: Vor allem in Ballungsräumen fehlen Flächen.
Gleichzeitig bleibt die Nachfrage durch Zuwanderung und kleinere Haushalte hoch. Die Folge: Die Wirtschaft verliert an Schwung, die Steuereinnahmen sinken – und für Mieter wird die Lage immer angespannter.
Wann kommt die Trendwende?
Eine schnelle Besserung ist nicht in Sicht. Zwar prognostiziert das DIW für 2026 ein leichtes Wachstum des gesamten Bauvolumens. Im Wohnungsbau wird das Niveau des Rekordjahres 2021 aber voraussichtlich um 25 Prozent verfehlt.
Branchenverbände fordern politische Impulse wie steuerliche Erleichterungen und einfachere Bauvorschriften. Solange jedoch die grundlegenden Probleme mit Kosten und Finanzierung bestehen, bleibt eine echte Erholung unwahrscheinlich. Für Wohnungssuchende bedeutet das: weiterhin hohe Mieten und wenig Auswahl.
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