Wohnungsbau in Deutschland stürzt auf historischen Tiefstand
19.02.2026 - 14:39:11Die Zahl neuer Wohnungen in Deutschland fällt 2026 auf nur noch 185.000. Das prognostiziert das Forschungsnetzwerk Euroconstruct. Damit verfehlt der Neubau das politische Ziel von 400.000 Einheiten pro Jahr dramatisch. Gleichzeitig hält die Politik an der bis 2029 verlängerten Mietpreisbremse fest – ein Spagat, der die Krise verschärft.
Mietpreisbremse vs. Baustopp: Der deutsche Widerspruch
Während der Bundesrat die Mietpreisbremse bis Ende 2029 festschreibt, bricht der Neubau ein. Experten wie Ludwig Dorffmeister vom ifo Institut sehen Deutschland im europäischen Vergleich besonders unter Druck. Hohe Zinsen und Baukosten bremsen Projekte aus. Selbst optimistischere Schätzungen des Instituts der deutschen Wirtschaft kommen nur auf 215.000 Fertigstellungen.
Die Folge: Der Wettbewerb um jede Wohnung in Ballungszentren wird brutaler. Doch löst die verlängerte Mietpreisbremse das Problem – oder macht sie es schlimmer?
Schutzschild oder Investitionsbremse?
Für den Deutschen Mieterbund ist die Regelung ein unverzichtbarer Schutz. Sie verhindert, dass Mieten bei Neuvermietungen in angespannten Lagen mehr als zehn Prozent über die ortsübliche Vergleichsmiete steigen. Ohne diese Bremse, so die Befürchtung, würden die Preise explodieren.
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Die Immobilienwirtschaft sieht das komplett anders. Verbände wie Haus & Grund halten die Regulierung bis 2029 für ein fatales Signal. Sie schrecke Investoren ab und bekämpfe nicht die Ursache der Krise: den fehlenden Neubau. Ein Teufelskreis aus zu wenig Bau und zu viel Regulierung?
GdW fordert „Fast Lane“ für Wohnungsbau
Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft (GdW) reagiert mit einer drastischen Forderung. Präsident Axel Gedaschko verlangt eine „Fast Lane“ für den Wohnungsbau – ähnlich wie beim Ausbau erneuerbarer Energien. Der Sektor brauche beschleunigte Verfahren und höchste politische Priorität.
Bisherige Maßnahmen wie der „Bau-Turbo“ oder steuerliche Anreize zeigen keine Wirkung. Viele genehmigte Projekte werden wegen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nie realisiert. Die Kluft zwischen Papier und Wirklichkeit wächst.
Deutschland droht, europäisches Schlusslicht zu werden
Die Krise bekommt eine europäische Dimension. Während sich Nachbarländer langsam erholen, fällt Deutschland zurück. Eine brisante Prognose: Polen könnte 2026 trotz geringerer Bevölkerung mehr Wohnungen bauen als die Bundesrepublik.
Diese Entwicklung setzt die Koalition unter Druck. Justizminister Marco Buschmann trug die Mietpreisbremse zwar mit. Doch der Streit über den richtigen Weg tobt weiter. Setzt man auf staatliche Regulierung oder marktwirtschaftliche Anreize? Die Frage spaltet die Wohnungspolitik.
Für Mieter bedeutet das eine simple Wahrheit: Eine Entspannung ist nicht in Sicht. Der prognostizierte Neubau deckt nicht einmal den Ersatzbedarf. Der Druck auf die Mieten bleibt hoch – Bremse hin oder her.
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