Wohnungsbau, Baugenehmigungen

Wohnungsbau: Baugenehmigungen steigen erstmals seit 2021

18.02.2026 - 17:11:11

Die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland stieg 2025 um 10,8 Prozent, doch Branchenexperten warnen vor verfrühter Euphorie. Die Fertigstellungszahlen werden voraussichtlich weiter sinken.

Nach drei Jahren Rückgang gibt es einen Lichtblick für den deutschen Wohnungsmarkt. Die Zahl der Baugenehmigungen stieg 2025 um 10,8 Prozent auf 238.500 Wohneinheiten. Das ist die erste positive Entwicklung seit 2021 und nährt Hoffnungen auf eine Trendwende.

Die Bundesregierung wertet die Zahlen als Erfolg ihrer Politik. Bauministerin Verena Hubertz (SPD) spricht von einer beginnenden Wende. Besonders das zweite Halbjahr 2025 zeigte mit einem Plus von 17,8 Prozent Dynamik.

Wo die Genehmigungen zulegten

Die Erholung fiel in verschiedenen Segmenten unterschiedlich stark aus:
* Neue Wohngebäude: +13,2 % auf 194.200 Wohnungen
* Einfamilienhäuser: +17,2 %
* Mehrfamilienhäuser (entscheidend für Mietwohnraum): +12,1 % auf 128.100 Wohnungen

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Doch können mehr Genehmigungen auf dem Papier die akute Wohnungsnot lindern?

Bauwirtschaft bleibt in der Warteschleife

Trotz der besseren Zahlen ist die Stimmung in der Branche verhalten. Das ifo-Geschäftsklima im Wohnungsbau hellte sich nur leicht auf. „Die Baubranche verbleibt in einer Warteschleife“, sagt ifo-Experte Klaus Wohlrabe.

Fast jedes zweite Wohnungsbau-Unternehmen (49,8 %) klagt im Januar über fehlende Aufträge. Verbände warnen vor verfrühter Euphorie.

„Ein erheblicher Teil der genehmigten Vorhaben verzögert sich oder wird nie realisiert“, warnt IVD-Präsident Dirk Wohltorf. Der Erfolg messe sich nicht an Genehmigungen, sondern an fertiggestellten Wohnungen, betont auch der Bauindustrieverband HDB.

Teurer Wohnraum bei stabilen Zinsen

Die Rahmenbedingungen für Bauherren und Käufer bleiben schwierig. Die Bauzinsen pendeln sich derzeit zwischen 3,1 und 3,7 Prozent ein. Experten rechnen kurzfristig mit Stabilität, ein Anstieg auf bis zu 4 Prozent in diesem Jahr ist aber möglich.

Gleichzeitig treibt die anhaltende Knappheit die Preise weiter nach oben. Laut einer Analyse der Pfandbriefbanken (VDP) verteuerten sich Wohnimmobilien 2025 im Schnitt um 4,2 Prozent. In den sieben größten Städten lag der Anstieg sogar bei 4,7 Prozent.

Der lange Weg zur bezugsfertigen Wohnung

Experten dämpfen die Erwartungen: Eine Genehmigung ist noch lange keine Wohnung. Das Pestel-Institut beziffert das aktuelle Wohnungsdefizit auf rund 1,4 Millionen Einheiten. Zum Abbau wären jährlich 400.000 Fertigstellungen nötig.

Die Realität sieht anders aus. Für 2026 prognostizieren Branchenkenner nur etwa 215.000 fertiggestellte Wohnungen – ein weiterer Rückgang. „Die Fertigstellungszahlen werden auch 2026 sinken, denn eine heute genehmigte Wohnung kommt erst in zwei bis drei Jahren auf den Markt“, erklärt Felix Pakleppa vom Deutschen Baugewerbe.

Der Anstieg der Genehmigungen ist ein erstes Signal. Ob daraus mehr bezahlbarer Wohnraum wird, entscheidet sich erst in den kommenden Jahren.

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